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  1. #1
    Redakteur Avatar von Vincentbl3003
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    Mauli – Autismus & Autotune


    01.Sturm
    02.Kugeln
    03.Detox
    04.Klepto
    05.Rolex
    06.Manchmal
    07.Halbe Molly
    08.Licht
    09.Vielleicht
    10.Geheimrezept



    Mauli ist einer der wenigen Rapper, die sich nach ihrer VBT-Teilnahme zu gestandenen Musikern entwickeln konnten. Sein 2015 erschienenes Debutalbum "Spielverderber" kann man vielleicht zu den besten in Deutschland erschienenen Trap-Alben zählen. Darauf hat er nämlich mit einem einzigartigen Spagat zwischen Battleraptexten mit stumpfem Beleidigen gegen die Szene und einem ansprechenden, wenn auch ironisch gebrochenen, Trap-Sound überraschend deutlich überzeugen können. Man hatte den Eindruck, dass Mauli sein Genre finden und gerade zu Zeiten einer Überflutung der Sparte durch Qualität herausstechen konnte. Diese Selbstfindung änderte aber die für ihn so charakteristische provokante und rotzfreche Art nicht. Einer der Ecksteine für diesen Erfolg dürfte Morten gewesen sein, der die Beats des Albums so hervorragend ausproduziert hat, dass jedem Instrumental des Albums trotz gleichbleibender Ästhetik ein sehr hoher Wiedererkennungswert innewohnt. Umso überraschender ist es nun also, dass auf dem Nachfolgeprojekt Morten für keinen einzigen der Beats verantwortlich ist, sondern Mauli selbst die Regler in die Hand nimmt. Das wird nicht die einzige fundamentale Änderung bleiben, das ganze Album weist mit dem Vorgänger nämlich absolut keine Ähnlichkeiten auf. "Autismus & Autotune" ist bisher eine der größten Enttäuschungen des Jahres.

    Mann, ich hab dich geliebt/
    Doch ich war dir zu verkopft/

    (Mauli auf "Detox")

    Als Mauli gegen November 2017 sein erstes Snippet zum Album veröffentlichte, konnte man noch nicht ahnen, was sich auf dieser Platte befinden würde. Im Gegenteil. Er teaserte eine Reihe von Parodie-Songs auf mehr oder wenige aktuelle Trends an und ließ durchschimmern, dass dieses durch und durch ironische Snippet seinen humoristischen Qualitäten und den Vorlieben seiner Fans entspricht. Und mit diesem guten Omen im Rücken entscheidet er sich dann, genau das zu veröffentlichen, was er bis dahin eigentlich zu parodieren schien. Mit dem Hören dieses Albums stellt man nämlich fest, dass Mauli es inzwischen um einiges ernster meint als erhofft. Er versucht tatsächlich, ein musikalisches Trap-Album mit so etwas wie lyrischem Tiefgang und zeitgemäßem Deutschrap-Autotune zu kreieren. Nur gelingen will nichts davon. Mauli ist leider Gottes ein grauenvoller Produzent, fast alle Beats klingen nach einer Parodie des Zeitgeistes. Tracks wie Sturm, Manchmal, oder Halbe Molly fehlen Bässe, kreative Samples oder Individualität. Die Gesamtproduktion wirkt billig, wirkungslos minimalistisch und harmoniert auch nicht so recht mit dem exzessiven Autotune-Einsatz. Ich würde jede Wette eingehen, dass in der Zeit, die die Produktion dieses Albums in Anspruch genommen hat, Fler noch nicht einmal die Belichtung eines Fotoshootings zurechtgelegt hätte.
    Doch auch die Texte sind vollkommen wirr. Der arrogante Mauli hatte mit schwarzem Humor, stumpf und von oben herab, eine sehr unterhaltsame Art, aber was hier textlich passiert, ist eine absolut willkürliche Abwechslung zwischen prolligen und deepen Tracks, wobei letztere nicht einmal als Parodien funktionieren würden. "Detox" zum Beispiel klingt, als hätten Jan Böhmermanns Affen den Songtext geschrieben, so zusammengewürfelt und wahllos aneinandergereiht wirken die Aussagen.

    All deinen neuen Freunden bist du egal/
    Sie hängen mit dir rum solang du bezahlst/

    (Mauli auf "Detox")

    Die Songs, die tiefgründige Messages vorschieben, verlieren auch das letzte bisschen Atmosphäre durch die perverse Überdominanz von Autotune auf seiner Stimme und die unoriginellen Beats. Obwohl es im Albumtitel angekündigt wurde, übersteigt die Dimension der Verwendung selbst die Geschmäcker derer, die mit Dancehall und Autotune viel anfangen können. Songs wie "Klepto", die zumindest thematisch irgendwie stimmig geraten, beeindrucken weder mit schön ausformulierten Sätzen, noch regen sie zum Nachdenken an. Das ohnehin schon kurze Album wird nach einem furchtbarem Anfang auch im Verlauf mit Tracks wie "Sturm" keinen Deut besser und bleibt, trotz sagenhaft vielen unterschiedlich verfehlten Tönen, eintönig. Nach den ganzen zehn Tracks frage ich mich, was der Künstler mir mit diesem Album eigentlich sagen wollte. Kann Mauli sich selbst die Instrumental-CD anhören und sich dafür auf die Schulter klopfen? Wer zur Hölle war mit ihm im Studio und sagte, dass zehn mal Autotune über seiner Stimme auf jeden Fall geil klingen? Welcher Fan kann mir, neben "Kugeln", dem einzig musikalisch irgendwie funktionierendem Track der Platte, einen Song nennen, den er sich freiwillig anhört? Und, welche Plattenfirma besitzt die Dreistigkeit, für so ein musikalisches Armutszeugnis zehn Euro zu verlangen?

    Willst du mir was sagen, musst du mich schon jagen/
    Werd bestimmt nichts sagen/

    (Mauli auf "Kugeln")

    Fazit:
    Um ehrlich zu sein: Dieses Album ist unter aller Sau. Es gibt bei aller Liebe so ziemlich keinen einzigen positiven Aspekt, dafür aber einiges, das in die Hose gegangen ist. Text und Produktion gehen durch die Bank nicht auf und sogar der im Albumtitel noch angekündigte Autotune-Einsatz fühlt sich inkompetent und planlos an. Als Parodie auf den Trend wäre dieses Album 2017 vielleicht ein bisschen lustig gewesen, um der Rapszene einen Spiegel vorzuhalten. Jedoch nur, wenn Mauli das zum einen auch ironisch gemeint hätte und zum anderen keinen Cent für diese drögen zehn Tracks verlangt hätte. Der Humor, die guten Beats, der Zynismus, irgendwie ist nichts davon übrig geblieben. Hätten seine Fans dieses Album vor Release gehört, hätte es mindestens die Hälfte für einen Scherz des sonst so ironischen Mauli gehalten. Aber jetzt ist das Geld ausgegeben, die Musikvideos gedreht, die Boxen verscherbelt und eine wirkliche Pointe zeichnet sich trotzdem nicht ab.


    Vincent Busche



    Bewerte diese CD:
    -

    -10 Not allowed! Not allowed!
    Geändert von Max (09.06.2018 um 14:44 Uhr)

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Avatar von -Nas
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    Dümmste Review aller Zeiten vllt

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  3. #3
    Erfahrener Benutzer Avatar von RupKoo
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    Ich persönlich finde das Album richtig gut.
    Er ist nunmal erwachsen geworden und der Sound ist unfassbar gut und detail verliebt.
    Die Review klingt nach "Mimimi früher war alles besser"
    autismus x autotune ist Künstlerisch das wertvollste Album dieses Jahres bisher.

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  4. #4
    Benutzer Avatar von DemonRBA
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    gut, dass der autor keinen plan hat wovon er redet

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  5. #5
    Erfahrener Benutzer Avatar von monstersteak
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    wenn man so eine review abliefert, nicht was den inhalt, sondern sprachliches feingespür und geschick anbelangt und dann mauli unterstellt er könne keine beats bauen, bringt mich das schon zum schmunzeln
    war auch ein bisschen enttäuscht vom album, er hatte aber wohl keinen bock auf spielverderber 2, was sollen also diese ewigen vergleiche
    hätte locker 3 mics mehr gegeben

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  6. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von Kokshustler
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    Zitat Zitat von RupKoo Beitrag anzeigen
    autismus x autotune ist Künstlerisch das wertvollste Album dieses Jahres bisher.
    hahahahaha bruder

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  7. #7
    Erfahrener Benutzer Avatar von Gee mit Herz
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    Die Luft und die Arroganz scheinen raus zu sein. Beats fressen die Tracks komplett und Vocals gehen in ihnen unter.

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  8. #8
    Erfahrener Benutzer Avatar von RupKoo
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    Zitat Zitat von Gee mit Herz Beitrag anzeigen
    Die Luft und die Arroganz scheinen raus zu sein.
    Er hat, laut seiner eigenen Aussage, einfach kein Bock mehr, der freche 20 Jährige zu sein.
    Und auf Spielverderber hat er gedisst um Aufmerksamkeit zu bekommen. Auf dem Debütalbum kann man nun mal schwer private Probleme aufgreifen, weil ja jeder denkt "Yo, wer bist du und warum erzählst du mir das diggi?"
    Außerdem, MAULI ist Künstler und Musik ist nicht Rap,Gesang und Text. Der Beat steht im Vordergrund und MAULIs Beats sind vielleicht etwas minimalistisch, aber dafür Detail verliebt und extrem hochwertig und einfach mega Ästhetisch

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  9. #9
    Erfahrener Benutzer Avatar von Puncherfaust
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    album ist halt scheiße, die stimme und die vocal-effekte sind grottig und passen überhaupt nicht zu der musik die er machen will

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  10. #10
    Erfahrener Benutzer Avatar von RupKoo
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    Zitat Zitat von Puncherfaust Beitrag anzeigen
    album ist halt scheiße, die stimme und die vocal-effekte sind grottig und passen überhaupt nicht zu der musik die er machen will

    Dazu hab ich genau die gegenteilige Meinung.
    Denke eher, dass Deutschrap im allgemeinen ein Problem mit künstlerischer Freiheit und Individualität hat.

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