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Review: Patrick mit Absicht - Jack Is Back

veröffentlicht: Freitag, 28.12.2007, 00:29 Uhr
Autor: endlizZ





Tracklist:
01. Jaque Je T’aime (Intro)
02. Habs Verdient
03. Zu Ill
04. In Meim’ Kopf
05. Komm, Beweg Dich (feat. D-Flame)
06. Mucho Macho
07. Goa’uld Skit 1
08. Jack Is Back
09. Für Rap (feat. Olli Banjo)
10. Kein Schlüssel
11. Goa’uld Skit 2
12. Me, Myself & Jack
13. Ein Ernster Song (Die Welt Ist Schlecht)
14. Bla, Bla (feat. Franky Kubrick)
15. Axtintro
16. Axteffekt
17. Nochmal (feat. no.one, Kris, Bartholomäus)
18. Darth Vader Ist Mein Vater
19. Hi Girls
20. Marionette „Blockbusters RMX“



Was schießt einem durch den Kopf, wenn man „PMA“ hört?
Klar, so was wie: „Pharmaceutical Manufactures Association“, „para-Methoxyamphetamin“ oder „Polizeimeisteranwärter“.
Aber auch: Verdammt, schon wieder ein Rapper, dem im Verhältnis zum Talent viel zu wenig Beachtung geschenkt wird und dem der eigentlich verdiente kommerzielle Erfolg verwehrt bleibt.

„Wärst du ein Star, dann wärst du pleite und ich millionenschwer//
Wär’ ich ein Star, mon frère, wär’ ich der Todesstern//“

(„Jaque Je T’aime“)

Patrick mit Absicht – ein Hamburger Jung’ wie er im (HipHop)-Buche steht: Wir schreiben das Jahr 1999, als der „King of Krank“ das erste Mal ans Mic steppte. Anfangs wurden noch sämtliche Freestylebattles abgeklappert, ehe er dann auch begann, eigene Texte zu schreiben und aufzunehmen. Das wiederum brachte ihm 2004 seinen ersten Plattenvertrag bei Jadoo Records ein.

Nach PMAs erstem offiziellen Release „Jack The Mixtape“, das ihm dank Free Download über 80 000 Downloads einbrachte, folgten seine EP „Insert Coin“, diverse Features und Auftritte, und die Kür zum neuen Hoffnungsträger Rapdeutschlands von der JUICE. Nicht zu vergessen: Das gefeierte Streetalbum „Secret Weapon Vol. 1“ mit einem gewissen PhreQuincy (2005).
Nun schreiben wir also das Jahr 2007 und Patrick ist zurück... oder vielmehr: „Jack Is Back“!

Das Sequel-Album zu „Jack The Mixtape“ wartet nicht nur mit 20 Tracks (inkl. 3 Skits) Seiner „Krankness“ auf, sondern auch mit illustren Gästen wie u. a. D-Flame, Franky Kubrick und Olli Banjo.
Nachdem die ganze Sickness mit „Jaque Je T’aime“ eröffnet wird, stellt Patrick klar, warum man ihm Meriten zukommen lassen muss („Habs verdient“), dass er „einfach zu ill“ ist („Zu Ill“) und was denn so in seinem crazy Schädel abgeht („In Meim’ Kopf“). Nach und nach schafft es PMA, den Hörer in seine kranke Welt hineinzuziehen, so dass man sich zwischenzeitlich fragt, ob man jetzt auch langsam durchdrehen soll und den Kopf gegen die Wand schlagen muss oder ob man es doch noch irgendwie schafft, richtig zu ticken.
Ein weiteres Pseudonym („Machoman“) lernen wir dann anhand des Tracks „Mucho Macho“ kennen, ehe Patrick mal etwas tiefer geht und persönlicher wird („Kein Schlüssel“):

„Ihr denkt, ihr kennt mich, Mann, ihr wisst’n Schrott//
Komm, riskier’ ein’ Blick durch das Schlüsselloch//
Du kriegst keinen Schlüssel, also zieh’ keine Schlüsse.
Kumpel, sieh’s ein, ich schließ ab, es gibt keinen Schlüssel//“


Dass man ernste Sachen aber auch mit viel Ironie und Humor behandeln und trotzdem eine Message transportieren kann, beweist der „King of Krank“ mit „Ein Ernster Song (Die Welt Ist Schlecht)“ oder „Darth Vader Ist Mein Vater“. Lobend erwähnt werden muss gewiss noch „Axteffekt“, dem scheinbaren Nachfolger von „Er Hat Ne Axt“. Die Einheit, die seine Stimme und der Beat bei diesem Track bilden, ist herausragend. Hängengeblieben bin ich persönlich jedoch auf dem Song mit Franky Kubrick („Bla Bla“). Auf einem Brett von Beat überzeugen beide Rapper bis aufs Letzte und lassen Hater und Neider nicht gut aussehen. Leider sind die Skits – in meinen Ohren – überflüssig und dienen lediglich als Lückenfüller.

Als Produzenten zur Stelle waren u. a. die Blockbusters, Brisk Fingaz, Instrumens, m3 & Noyd, PhreQuincy, Lord Scan und P-Koss (Rappers.in- und Evilmama-Artist), die es alle schaffen, Pats illem Style einen entsprechenden und adäquaten Soundteppich zu liefern. Ob das jedem Ohr ein Vergnügen ist, sei dahingestellt und jedem selbst überlassen.

Mein Fazit: Es steht ganz klar außer Frage, dass Patrick mit Absicht einer der talentiertesten und versiertesten Rapper des Landes ist, dessen kranker Rapstil und erstklassige Doubletimeparts ihresgleichen suchen und eine gute Alternative zu dem momentan gehypeten Street- und Gangstastandarddreck bieten. Jedoch ist auch Vorsicht geboten, dass er nicht in irgendeine Schublade rutscht bzw. gesteckt wird und nur noch auf diesen einen Style reduziert und festgenagelt wird. Denn das würde ihm und seiner vorhandenen – noch nicht ausgereizten – Vielseitigkeit nicht im Geringsten gerecht werden.


(Uli Mativ)


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