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Die Uhr tickt – "Shot Clock" von Elias: Rookie-Status, erste Erfolge, neue Single …

veröffentlicht: Mittwoch, 13.03.2019, 13:45 Uhr | Autor: EZRA


Heutigentags, vielleicht mehr denn je, ist es wichtig, sich gegenüber der Konkurrenz durch eigene Formen des Ausdrucks abzugrenzen. Das gilt gleichermaßen für etablierte Acts wie für Newcomer. Dabei profitieren allen voran unbekannte(re) Artists von den verhältnismäßig neuen Möglichkeiten, die Plattformen wie Instagram oder YouTube eröffnen. Hierfür dienen nicht zuletzt die Erfolge, die etwa MERO (@mero_428) oder Fero47 (@fero47) mit ihren jeweils ersten offiziellen Singles – im Zuge ihrer enormen Popularität in den Sozialen Netzwerken – erzielen konnten als Beleg. Doch nicht jeder ist ein guter Rapper oder taugt zur medialen Kultfigur. Die Anzahl derer, die um einen Platz in der sowohl international beachteten als auch hierzulande im Mainstream populär gewordenen deutschen Hip-Hop-Szene ringen, ist schier gigantisch.

Das Problem ist aber nicht rein quantitativer Natur. Zwar wurden mit dem digitalen Raum gleichsam neue Märkte erschlossen und – insbesondere für Hip-Hop-Musik – ungeahnte Absatzmöglichkeiten etwa in Regionen des Streamings entdeckt, doch lässt sich auch der Einfluss indirekt der Plattformbetreiber auf die musikalischen Komponenten im Sinne der durch das Konsumverhalten der Playlistnutzer geprägten Hörgewohnheiten kaum mehr leugnen. Ein eigenständiges Soundbild und eine persönliche Bildsprache zu entwickeln, eine wiedererkennbare Art zu flowen und eine charakteristische Ästhetik zu (er-)finden, ist ein Drahtseilakt. Die suche nach Balance: nicht allzu stark von aktuellen Trends abzuweichen, um noch als Rapact insbesondere im kommerziellen Segment Fußfassen und Stattfinden zu können, ohne aber der Schnelllebigkeit von Moden anheimzufallen, sich unter einer Vielzahl ähnlicher Rapacts quasi zu 'verflüchtigen' und sowohl rapszenenintern als auch in der öffentlichen Wahrnehmung irrelevant zu werden. Eine Aufgabe beinahe herkulischen Ausmaßes. Aber genug der Superlative.

Was zeichnet einen Newcomer also aus? Elias nun, obschon durch Kollaborationstracks unter anderem mit Summer Cem und KC Rebell sowie einigen wenigen eigenen Veröffentlichungen zu einem gewissen Renommee in der deutschsprachigen Hip-Hop-Szene gelangt, rangiert aktuell in den Reihen derjenigen, die noch auf ihren ganz großen Durchbruch warten – beziehungsweise daran arbeiten. Und vergleichbare Alleinstellungsmerkmale, sowohl was die stilistische Stringenz als auch Formen der Selbstrepräsentation von Elias angeht, sucht man bei vielen anderen Rappern vergebens. Kein Wunder also, dass mittlerweile sogar internationale Rapstars wie Meek Mill ein Auge auf den gebürtigen Düsseldorfer geworfen haben. So findet sich unter den rund zweitausend Profilen, denen der US-Rapper folgt, eben jener Elias (@eliasnachwievor).



Bekannt wurde Elias maßgeblich durch den Kollaborationstrack "ERDBEERWOCHE" von KC Rebell und Summer Cem, wo er als Featuregast involviert war. In der Folge einer längerfristigen Zusammenarbeit mit Banger Musik, allen voran mit Summer Cem, war Elias gleich auf mehreren Tracks des im vergangenen Jahr herausgebrachten Album "ENDSTUFE" vertreten. Und zwar sowohl auf dem Track "NMM" (steht für "NICHT MIT MIR") als auch auf einer zweiten Version der Singleauskopplung "200 DÜSEN". Aber auch mit seinen vereinzelten Soloveröffentlichungen sorgte der junge Rapper immer wieder für Aufmerksamkeit. So vermitteln Songs wie "Remember the Name" oder "Alpo Martínez" – beide wurden im Übrigen von Mesh produziert – nicht nur einen nachhaltig wirksamen Eindruck von gleichsam der Kunstfigur sowie der Intention des Rappers, sich um Authentizität zu bemühen und ein 'reales' Image zu pflegen, sondern belegen auch das Gespür von Elias im Kontext von einfachen, aber eingängigen Beatstrukturen extrem variantenreich zu flowen.

Zwar war Elias schon früher, ehe 2017 die vorbenannte Kollaboration mit KC Rebell und Summer Cem zustande kam, unter dem Namen Elias Sweez in der Rapszene aktiv – so veröffentlichte er 2013 über das Bonner Label Out4Fame die "NRW's Freshester EP" –, doch hat er seither, von dem Zeitpunkt der Bekanntschaft mit Summer Cem an – welche gleichsam den Beginn einer bis heute andauernden künstlerischen Zusammenarbeit mit dem Produzenten Juh-Dee markiert – nicht nur sein ehemaliges Vertragsverhältnis aufgekündigt, sondern bemüht sich bisweilen intensiv um eine Abgrenzung gegenüber den eigenen Anfängen in der Szene – und seine musikalische Entwicklung ist beachtenswert. Allerdings war es zuletzt der Track "PUSH iT", abermals eine Kollaboration mit Summer Cem, der Elias zu gesteigerter nationaler Bekanntheit verhalf.

Mit seinem jüngsten Track "Shot Clock" macht Elias einen weiteren Schritt in die Richtung, sich auch als Solokünstler zu positionieren. In gewohnter Manier, ausgestattet mit einem Faible für den Hip-Hop-Chic der neunziger und nuller Jahre – so zelebriert er als einer der weniger deutschen Rapper obschon aus Gründen seiner kongolesischen Wurzeln, als Referenz auf die Hip-Hop-Kultur selbst oder schlicht als modisches 'It-Piece' unter anderem das Tragen von Durags – setzt sich Elias hier technisch gekonnt zu einem von Young Mesh produzierten Beat in Szene. Er versteht es, nicht nur im Ausmaß des in der Verantwortung von Nickes Media entstandenen Musikvideos, auch musikalisch eine Übereinkunft zwischen dem Oldschool Ambiente auf der einen Seiten und stimmlich sowie rhythmisch zeitgenössischen Stilmitteln auf der anderen Seite herbeizuführen. In Zeiten geballter Autotunepräsenz eine willkommene Abwechslung!





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3 Kommentare zu dieser News im Forum



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Die neuesten 3 Beiträge:

TimeTravel schrieb am 13.03.2019 um 21:25 Uhr:
Grottenschlecht

lionxx schrieb am 13.03.2019 um 19:56 Uhr:
Ganz dope eig. Text naja. Aber Delivery und Beat knallen

Gynther schrieb am 13.03.2019 um 14:17 Uhr:
Ezra Redaktor Nummer eins. Lässt die tracks beim Lesen immer viel interessanter wirken als sie dann beim Hören sind.

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