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Hardcore-Horrorcore-Trap? – ZillaKami treibt aktuelle Rap-Sound-Entwicklungen auf die Spitze

veröffentlicht: Dienstag, 12.06.2018, 21:58 Uhr | Autor: No My Name Is Maxi


Wir schreiben das Jahr 2018: XXXTENTACION erntete im letzten Jahr mit seinem Debütalbum "17", das nur so vor Indie-Rock- und Emo-Einflüssen strotzt, Co-Signs von Kendrick Lamar und haufenweise kommerzielle Erfolge, nach Lil Peeps Tod im November und seiner darauffolgenden Popularität erreichte Emo-Trap zum ersten Mal das Mainstream-Publikum, scarlxrd erlangte durch einen Mix aus Hardcore und Trap eine stetig größer werdende Fanbase und seit Lil Uzi Vert und vor allem Post Malones Lead-Single seines Albums "beerbongs & bentleys" sind Rapper plötzlich "rockstar[s]". Kurz gesagt: HipHop hat in puncto Vielfältigkeit seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht – und verantwortlich dafür sind insbesondere Künstler aus dem SoundCloud-Rap-Kosmos. Haufenweise bunte, charismatische Rap-Charaktere mit Facetats und einem meist ausgefallenen Kleidungsstil sind inzwischen auf den vorderen Plätzen in den Charts vertreten und agieren schon lange nicht mehr nur im Untergrund. Im Umkehrschluss stellt sich dann die Frage: Was werden die Newcomer dieses Jahres mit sich bringen? Sind die Ideen etwa ausgeschöpft oder kommen neue, innovative Künstler nach?



Eine mögliche Antwort lässt sich im ehemaligen Umfeld von 6IX9INE finden. Am tattoo-affinen, von der Zahl 69 besessenen Rapper kam man spätestens seit seinem Breakthrough-Song "GUMMO" nicht mehr vorbei. Doch interessant wird es, wenn man sich Tekashi69s Umfeld vor seinem Durchbruch anschaut, mit dem er wegen Beefs seitdem kaum noch Kontakt hat geschweige denn zusammenarbeitet. Gerade dieses war aber bei 6IX9INEs Stil- und Ästhetikfindung von immenser Bedeutung: Als man den Rapper noch mit dem slowakischen Untergrund-Label FCK THEM in Verbindung brachte, arbeitete er auch häufig mit ZillaKami zusammen. Nicht verwunderlich, denn die beiden aggressiven Rapstile harmonierten geradezu perfekt miteinander und sorgten für eine düstere, rohe Ästhetik.



Man nehme also ein scarlxrd-Type-Instrumental, orientiere sich an dessen Stimmeinsatz, mische das mit Horrorcore-Einflüssen – und drehe alle Regler um gefühlte 200 Prozent hoch: Schon hat man ZillaKami, der in den vergangenen Monaten ein immer größer werdendes Publikum erreicht und bei vielen als der nächste Künstler, der den Sprung aus dem Untergrund schafft, gilt – und damit vielleicht die Antwort auf die Frage, was nach der Welle an Newcomer des letzten Jahres nun komme, liefert. Er reizt aktuelle Trends maßlos aus, bis ein kompromissloses, überladenes, aber in sich stimmiges und einzigartiges Soundbild entsteht. Diese Elemente tauchen selbstverständlich auch in den Videos des Rappers aus New York auf, in denen ZillaKamis Image ausgereizt wird. Alles wirkt wie ein Film über die Jugendkultur und sozialen Missstände in New York à la "Kids" oder "The Basketball Diaries", nur in extremer: Kinder posieren mit Waffen, Spielzeugautos werden verbrannt und in der eigenen Crib spritzt sich ein Junkie Heroin.



Gestern durften sich Fans des Rappers dann über dessen neuen Song "GANG GREEN", der alle oben genannten Eigenschaften wieder mal vereint, freuen: Zusammen mit SosMula, der auf nahezu jedem aktuellen Song von ZillaKami vertreten ist, rappen oder eher schreien sie über ein aggressives Trap-Instrumental samt Metal-Sample mit gutteralem Stimmeinsatz von begangenen Morden, ihrem Drogenkonsum und seiner Animosität gegenüber der Polizei. Sicherlich wird sich bei weitem nicht jeder mit ZillaKamis unkonventionellem Stil anfreunden könne, doch er bereichert damit ein Rap-Subgenre, dessen Fanbase inzwischen weit über den typischen Untergrund-Nerd hinausgeht, und tritt dabei als übertriebene, aber keinesfalls zynische Personifizierung aller dort ansässigen Klischees und Merkmale auf. ZillaKami ist vielleicht die logische Konsequenz aus 6IX9INE, XXXTENTACION sowie scarlxrd und mit Sicherheit einer der interessantes Newcomer dieses Jahres.





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4 Kommentare zu dieser News im Forum



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Die neuesten 4 Beiträge:

No My Name Is Maxi schrieb am 13.06.2018 um 15:10 Uhr:
danke, freut mich, dass es auffällt

monstersteak schrieb am 13.06.2018 um 14:18 Uhr:
hauptsächlich props an maxi für die guten artikel
finde den typen ganz gut, weiß aber nicht inwieweit ich mir ein album oder ähnliches geben könnte

DerBalkan schrieb am 12.06.2018 um 23:09 Uhr:
yesss. zilla macht coole musik

außerdem zilla >>>>69

lil uzi vertigo schrieb am 12.06.2018 um 22:15 Uhr:
Richtig gute Artikel in letzter Zeit, Props an die Redaktion!
Auch wenn mich das Genre null interessiert trotzdem sehr interessant zu lesen

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