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Review: Sido - Eine Hand Wäscht Die Andere

veröffentlicht: Sonntag, 13.05.2007, 14:13 Uhr
Autor: benelicious





Tracklist:
1. Verrückt wie krass
2. Sureshot
3. Rodeo
4. Geblendet vom Licht
5. Ein Teil von mir
6. Das Eine
7. Königsklasse (Album Edit)
8. So bin ich
9. Ostwest
10. A.I.D.S. 2007
11. Ruff sex part 1
12. Te tipy
13. Badesong
14. Drogasexgewaltrap Part 2
15. Fat cold chain
16. Mama ist stolz
17. Wenn es einen Gott gibt
18. So so
19. Samba
20. Abtörn Girl



"Eine Hand wäscht die Andere" so nennt sich Sidos neuester Tonträger, der seit dem 20. April 07 im Handel zu haben ist - nicht einmal einen Monat nachdem sein letztes Soloalbum "Ich" mit der Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde. Diesmal handelt es sich - wie der Titel schon vermuten lässt - nicht um ein erneutes Solowerk des 28-jährigen, sondern viel mehr um eine Ansammlung bereits auf anderen CDs erschienener, von Sido gefeatureten, Tracks bzw. Remix Versionen. Auf den 20 Tracks sind neben Sido sage und schreibe 23 Künstler und Künstlerinnen vertreten, die durch diese CD mehr in den Blickpunkt der Medien gestellt werden sollen.

"Verrückt Wie Krass" heißt der erste Titel mit dem Sido und Fler das Werk einleiten und wieder einmal darüber rappen, dass sie jetzt auch ohne Drogen zu verkaufen ihre Miete zahlen können. Die Thematik auf dem Album ist allerdings um einiges vielseitiger: Von Porno Rap mit Kitty Kat oder Khia zu einem Track über die noch bestehende Diskrepanz zwischen Ost und West mit Joe Rilla bis hin zu einer Ballade mit Celina, die nach einem Gott schreit, ist wirklich einiges vertreten.
Das bereits als Single erfolgreiche Werk "Ein Teil von mir" ist in einer neuen Version mit Seryoga und B-Tight vertreten und schafft es auch, bei dieser doch eher ernsten Thematik dem Hörer ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

"Ich besorg dir eine Freundin, wenn du sieben bist -
du bist mein Fleisch und mein Blut, mein Sohn ich liebe dich
"

Positives Highlight und bestes Feature ist der Track "Königsklasse" mit Olli Banjo, in dem deutlich gemacht wird, wer "mit Rap in direkter Linie Blutverwandtschaft [steht]" und demzufolge in der deutschen Rapszene das Sagen hat.
Ein weiterer Höhepunkt wäre der eingangs bereits erwähnte Track "Ostwest", allerdings schafft es Joe Rilla nicht annähernd an Sidos Niveau heranzukommen. Während Sido wieder mit viel Humor an die Ost-West Thematik herangeht und mit Vorurteilen spielt, bringt Joe Rilla fast ausschließlich schlechte Witze über Westdeutschland.

"Sie rasiern sich gerne Glatzen und winken gerne mit der Keule -
ich glaub auch irgendwo in Magdeburg wohnt Hitler heute
5 Millionen Arbeitslose, die meisten sind da drüben
ein Ostler kann auch nichts außer saufen, ficken und Kinder kriegen
"

Unter den Features sind auch einige fremdsprachige Features, wie zum Beispiel "Te Tipy" mit dem polnischsprachigen Rapper DonGURALesko, der mich allerdings nicht begeistern kann.

Die Beats sind abwechslungsreich, gehen größtenteils gut ins Ohr und wissen durchaus zu gefallen.

Alles in allem ist das Album jedem zu empfehlen, der mit Sidos Humor etwas anfangen kann und sich an einigen schwachen Parts der Feature-Gäste nicht allzu sehr stören lässt. Gerade die Vielseitigkeit der Themen, Beats und Künstler wertet das Album auf und machen es interessant zu hören.


(benelicious)



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