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Interview: Pimf ("Justus Jonas", Heimat, Reisen, Hype) – Text

veröffentlicht: Mittwoch, 08.02.2017, 13:54 Uhr
Autor: kollin



rappers.in:
Glaubt man deinem Facebook-Feed, befindest du dich gefühlt jeden Monat in einem anderen Land. Wie lässt sich das mit Job und Finanzen vereinbaren; stehst du mittlerweile beruflich fest im Leben oder verdienst du genug mit der Musik?

Pimf:
Ich habe einen kleinen Nebenjob, in dem ich einen behinderten Jungen betreue. Das mache ich ein- bis zweimal in der Woche und da kommt dann ein bisschen was rein. Ansonsten habe ich eine Wohnung bei meinen Eltern im Haus, sprich, ich habe keine hohen Mietkosten. Ich habe nicht viele Ausgaben und alles an Geld, was ich verdiene, gebe ich für Reisen aus. Ich finde, es gibt nichts schöneres, als sein Geld dafür auszugeben. Ansonsten natürlich noch für Musik, dafür gebe ich auch viel aus. Ansonsten versuche ich immer, alles in Reisen zu stecken. Ich bin dann immer mal 'ne Zeit lang zu Hause – bin ja auch ein kleiner Stubenhocker – aber dann fällt mir die Decke wieder auf den Kopf und ich muss raus und was erleben. Dadurch bekomme ich dann neuen Input, aus dem ich meine Mucke mache. Ich bin kein Großstadttyp, ich fühle mich zu Hause total wohl, ich habe hier meine ganzen Freunde, meine Freundin, meine Familie und deswegen ist das hier 'ne ganz coole Base und so ein Rückzugsort für mich. Ich komme dann hier immer wieder zurück und danach geht es wieder raus in die Welt.

rappers.in:
Was war bisher das aufregendste Ziel für dich?

Pimf:
Dieses Jahr bin ich den portugiesischen Jakobsweg gelaufen, das war mega die Schnapsidee. Ich wollte eigentlich mit einem Kollegen irgendwo hin an die Sansibar fliegen und einfach nur am Strand liegen und dann konnten wir uns nicht einigen, wohin, was für ein Hotel und das ganze Hin und Her. Dann habe ich zu Kico gesagt "Ey, du sagst uns jetzt, wo wir hin fliegen sollen und dann machen wir das". Dann hat Kico gesagt "Geht doch pilgern!". Dann haben wir, ohne zu überlegen, die Flüge nach Porto und den Rückflug von Santiago de C. gebucht und waren pilgern. Das war eine richtig krasse Erfahrung, einfach zwei Wochen jeden Morgen um 04:00 Uhr aufzustehen und 30km zu laufen. Man fragt sich einfach die ganze Zeit "Warum mach ich das eigentlich gerade?", aber es hat einem irgendwie furchtbar viel gegeben. Ich habe dann auch währenddessen schon die ganze Zeit so geredet "Nächstes Mal machen wir das so und so!" und mein Kollege nur "Hä? Was für ein nächstes Mal?". Es war aber irgendwie total geil, das war so eine Reise, von der ich noch sehr geflashed und beeinflusst bin, auf jeden Fall.

rappers.in:
Du hast deine Heimat schon öfter mal im Positiven angesprochen, auf der anderen Seite redest du auf "So weit so gut" von einem "Scheißkaff" und man spürt, dass dich das manchmal runter zieht. Was bewegt dich, so oft über deine Heimat zu sprechen?

Pimf:
Aber bei "So weit so gut" geht es erstmal so ein wenig um Zukunftssorgen, Ängste, den Gedanken "Wo führt mein Weg hin", aber am Ende doch mit dem positiven Fazit, dass es mir eigentlich cool geht und alles so gut ist, wie es ist. Ich hänge natürlich ein bisschen hier fest, was ich aber auch gerne mache. Ich bleibe dann auch gerne mal Wochen oder monatelang zu Hause und mache nichts anderes, als mit den Jungs Fußball und Basketball zu zocken. Dann kommt aber immer mal wieder der Punkt, an dem ich mich frage "Fuck, was mache ich hier eigentlich?". Denn die Welt ist voller schöner Orte und ich hänge hier in meinem Dreckskaff bei Hofgeismar ab. Aber ich bin dann in meiner Phase auch einfach wieder glücklich und zufrieden, wie es ist. Das ist immer so ein Zwiespalt, mal eine Phase so, mal eine so. Man hat hier einfach alles, was man braucht, und ich mag zum Beispiel auch Berlin und Köln sehr gerne, aber das reicht mir dann nach einer Woche schon wieder, da denke ich mir "Ich muss wieder nachhause". Da sind die Leute auch einfach cool und denken nicht wie in den Städten nach den Motto "Ich mach dies und das und ich mach ein Startup und alles", sondern das sind alles einfach meine Jungs, die haben alle eine Ausbildung gemacht oder arbeiten ganz normal. Das ist deren Leben. Einfach alles normale Leute und in dem Umfeld fühle ich mich am wohlsten. Das macht es einfach aus.

rappers.in:
Du kritisierst das System auch öfter mal rund um Ausbildung und Studium. Was stört dich explizit daran und hast du eine spezielle Abneigung an sich?

Pimf:
Grundsätzlich gar nicht, sofern einem das Bock macht, was man macht. Wenn du Bock auf deine Ausbildung oder dein Studium hast und deinen Weg, deine "Bestimmung" gefunden hast, dann geh den Weg und mach das. Da habe ich dann überhaupt nichts dagegen und finde es sehr gut. Ich beobachte aber ganz häufig, dass viele Leute das machen, weil sie es müssen. Die denken dann "Ich bin jetzt 21 Jahre alt und muss nun langsam was finden". Dann machen sie irgendwas und merken nach drei bis vier Jahren, dass das doch nichts ist. Oder sie haben fertig studiert und denken "Okay, was mach ich jetzt?". Ich denke mir einfach, probiert doch vorher alles erst mal aus und schaut, wohin ihr wollt und lebt, bevor ihr diesen Weg straight geht ... "Ich mache jetzt eine Ausbildung und arbeite bis zur Rente einfach durch". Soll es das wirklich gewesen sein? Die Systemkritik gilt letztendlich diesem Trott, dass es einfach normal ist, dass sich die Leute so wenig Gedanken machen und sich nicht mal fragen "Okay, was ist denn nun, wenn ich nicht den typischen Weg verfolge?". Ich habe überhaupt kein Problem mit dem Bildungssystem, das ist voll okay, aber ich finde, die Leute sollten mehr Mut haben, da auszusteigen.

rappers.in:
Ich finde auch, dass man sich vor allem nach der Schule und vor dem Studium oder der Ausbildung wirklich mal ein Jahr frei nehmen sollte, um Dinge auszuprobieren. Auch in meinem Freundeskreis machen viele ein FSJ oder gehen ins Ausland für ein Jahr, um Erfahrungen zu sammeln. Das finde ich richtig gut, obwohl von vielen Seiten gesagt wird "Mach direkt das Studium, du bist doch schon 20 dann!". Wann hat man denn sonst die Chance?

Pimf:
Und wenn du auch nur einen Zivi machst. Ich habe Freunde, die haben Abi gemacht und sich direkt gedacht "Ich muss jetzt schnell studieren gehen!". Die sagen dann auch "Das Zivi ist doch ein verschwendetes Jahr!".

rappers.in:
Ich finde das ziemlich gut, muss ich sagen. Das sind halt alles Erfahrungen und Einblicke in Berufe, die man sonst wohl nie ausüben würde.

Pimf:
Ja, das hat mir sehr viel gebracht und mir einiges gegeben für mich selbst. Das war total die geile Erfahrung. Ich muss aber sagen, ich hatte da schon Bock drauf. Ich hatte eine Freundin, die keinen Studienplatz bekommen hat und im letzten Moment auch an die Behindertenschule gekommen ist. Sie war da erst gar nicht so positiv eingestellt, aber ist dann voll dort aufgegangen.

rappers.in:
Um mal "So weit so gut" zu zitieren: "Und was soll ich dir erzählen? Ich dachte ich werd' ein Star, live aufm Splash! und die Platte in den Charts. Doch dann hab ich bemerkt, davon kann ich nichts bezahlen". Du klingst, als hättest du dich damit abgefunden, deinen Karrierezenit bereits überschritten zu haben. Ist oder war es denn dein Ziel, von der Musik zu leben?

Pimf:
Nein, nicht so wirklich. Aber wenn es kommt, gerne. Das klingt vielleicht auch ein bisschen weinerlicher, als es gemeint ist. Ich habe mir da nicht groß was drauf eingebildet und gedacht "Ich bin nun auf dem Weg zum Superstar und habe einen Hype", sondern ich nutze diese Zeit auch eigentlich so als Zeit zum Leben. Dass ich Musik machen kann und ein bisschen was rein kommt, auch wenn es nicht viel ist. Solange du jetzt kein Casper oder Marteria bist, verdienst du auch nicht so viel mit Musik. Aber es ist okay so; ich habe wie gesagt keine großen Ausgaben und deshalb nutze ich die Zeit einfach zum Leben – um Zeit für mich zu haben, zum Reisen und um Sachen zu machen, auf die ich einfach Bock habe. Das ist eine ganz geile Situation, die ich gerne noch zwei, drei Jahre beibehalten möchte. Das Weinerliche daran ist eher so gedacht: Vorher habe ich ja immer bei mir im Kinderzimmer Mucke gemacht und dann bin ich ja ein wenig in die Szene reingerutscht und hatte plötzlich mit Bookings, Labels, Verträgen und allem zu tun und das ist halt auch einfach nicht meine Welt, deshalb habe ich das nun wieder ein wenig reduziert und bringe die Musik einfach selbst raus. Das ist mehr hobbymäßig einfach, weil ich mich in dieser Szene nicht so wiederfinden kann.

rappers.in:
Du hast nach "Alt & Jung" einen total krassen Hype gehabt, du hast ihn aber irgendwie nicht so ganz genutzt, muss ich sagen. Warum eigentlich? War dir das eventuell selbst nicht bewusst?

Pimf:
Das war mir schon bewusst. Natürlich hätte ich dann schnell irgendwie ein Album raus bringen können. Auch damals habe ich jeden Tag Mucke gemacht, aber ich wollte nicht irgendwas veröffentlichen, nur um den Hype mitzunehmen. Ich wollte mich selber erstmal finden – das war die Situation vor dem ersten Album noch — und musste erstmal mein Umfeld finden, mit wem ich das mache und wie. Dann habe ich erst Mark Figuli kennengelernt und wir selber mussten dann auch erst miteinander warm werden. Das hat sich dann erst mit der Zeit herauskristallisiert, dass das die Konstellation für das Album wird. Davor habe ich einfach mega viel rumprobiert. Und ja, das sollte einfach geil werden. Und nicht "Ich pick' nun schnell 13 Beats und mache ein Album, weil ich gerade einen Hype habe". Mir war der Hype definitiv bewusst, aber ich dachte, ich mache nun lieber ein Album, das man nachhaltig noch hören kann. Das bereue ich auch auf keinen Fall, ich bekomme heute noch positive Resonanzen zu dem Album und kann es mir selbst immer noch gut anhören. Ich bin zufrieden und wenn ich mir andere Alben anhöre, die einen Hype ausnutzen wollten, dann finde ich die zeitlich sehr beschränkt. Die sind dann mal ein halbes Jahr cool, und dann kann man die nicht mehr hören. Ich glaube, das ist mir mit meinem Album ganz gut gelungen. Im Nachhinein war mir das wichtiger. Jede Minute, die ich mir da genommen habe, war wichtig und das musste so sein.

rappers.in:
Bei "Einfach wieder Mucke hören" sagst du "Die Chartplatzierung war ein bisschen enttäuschend". Hast du dir tatsächlich eine höhere Platzierung gewünscht?

Pimf:
Nee, das geht da gar nicht um mich. Es ist eher ein Kommentar zur Szene. Ich war mit meiner Position überglücklich und ich habe gehofft, dass wir mit Glück überhaupt die Top 100 packen. Darüber, dass wir in die Top 50 kamen, da war ich richtig happy. Diese Line ist mehr auf Facebook-Kommentare bezogen. Leute, die zu Chartplatzierungen schreiben "Das ist ja übelst schlecht, der hätte höher charten sollen. Läuft nicht mehr bei ihm". Darauf war das ja bezogen.

rappers.in:
Ist mit den Boxen ja mittlerweile nicht mehr so wichtig. Auf "Kinderzimmer" meintest du, dass du keine Budgets kalkulieren magst. Nun bringst du die Musik allerdings über einen eigenen Shop raus. Ist das kein Widerspruch?

Pimf:
Nein, wieso Widerspruch? Ich bin einfach nicht so der größte Business-Typ und ich habe jetzt auch erst das Budget für das Release vor einigen Tagen erst zusammengebastelt. Ich habe erstmal die Produktionen und das Presswerk bezahlt und nun, vor einigen Tagen, weit nach dem Vorverkaufstart, habe ich mich erst hingesetzt und geschaut, was ich alles ausgegeben habe und was ich einspielen muss, um wieder auf null zu kommen.


rappers.in:
Also auch mit einem eigenen Shop siehst du das eher locker und schmiedest nicht den ganzen Tag Businesspläne?

Pimf:
Natürlich, ich habe schon Pläne, damit was zu verdienen. Wer will kein Geld mit der Musik verdienen? Aber ich sehe das nun nicht so mega verbissen und fühle mich sehr frei. Meine Preise zu bestimmen, was rauszuhauen, wann ich es will. Wo mich das hinführt, wird sich zeigen. Ich sehe das auch gerade als Aufgabe und Herausforderung, das auch einfach mal alles selbst zu machen. Mich hinzusetzen und jede CD selbst zu verpacken und zu verschicken. Und ich merke jetzt schon, das macht mir unfassbar viel Spaß, so nah an allem dran zu sein und das Feedback direkt mitzubekommen.

rappers.in:
Ich finde solche Projekte auch cool. Diesen Gedanken auch einfach fühlen, dass man was geschaffen hat.

Pimf:
Ja, das macht mich halt selbst happy und für die Leute ist das auch ganz cool. Wir haben statt der Box zum Beispiel ein Bundle gemacht mit einem T-Shirt. Dann können die Käufer direkt hinschreiben, welche Größe sie haben. Da ist dann nicht nur L dabei, sondern ich kann dann ein T-Shirt in der Größe dazu legen. Und wenn du noch einen Sticker haben magst, lege ich ihn auch bei. Dann ist das für mich kein Boxinhalt, sondern einfach etwas, was ich gerne mache und worüber ich mich freue, dass die Leute bei mir bestellen. Dann packe ich dir auch noch ein Poster dabei, wenn du magst, oder eine Widmung. Das macht mir Spaß und die Leute freuen sich auch darüber.

rappers.in:
Wirkt auch alles sehr menschlich.

Pimf:
Ich will da auch nicht so einen riesigen Abstand dazwischen haben. Wir sind das selber und sind genau so Musiker wie Konsument. Da soll gar kein Keil zwischen sein.

rappers.in:
Ich war letztens auch bei den 257ers auf der Weihnachtsfeier und Pedaz hat sein Merch am Stand einfach selbst verkauft. Genau so ähnlich ist das auch bei dir, man merkt einfach, da ist ein Mensch dahinter.

Pimf:
Das finde ich auch cool. Es gibt auch voll viele Künstler und PR-Strategen, die versuchen, den Künstler größer zu machen, als sie sind.

rappers.in:
Mir ist auch schon häufig aufgefallen, dass Label und Künstler versuchen, eine Distanz zwischen den Fans zu schaffen.

Pimf:
Einfach, damit es größer aussieht. Aber Fakt ist, das ist es nicht. Es ist bei mir auch nicht größer und kleiner als bei anderen Künstlern. Ich gestehe mir das ein und ich muss das auch nicht größer wirken lassen, als es ist. Ich muss nicht überall sagen, dass ich einen "Mercher" und einen "Booker" habe, sondern ich mache das selber. Ich kann das noch alles selbst stemmen und dann stemme ich es auch selbst und muss mich nicht künstlich aufbauschen.

rappers.in:
Bei "Einfach wieder Mucke hören" äußerst du eine Kritik an Spotify und Co. Findest du, dass Streaming der Kultur schadet?

Pimf:
Nicht unbedingt. Ich höre oft Musik bei Streaminganbietern, aber ich finde es trotzdem wichtig, dass noch CDs gekauft werden. Ich höre CDs auch viel intensiver als Musik bei Spotify und Co. Ich höre nur nicht so Playlists durch, sondern nutze es viel mehr, wenn nun ein Album raus kommt und ich mir noch nicht sicher bin, ob ich es kaufen soll. Dann höre ich rein und wenn ich es cool finde, kaufe ich die CD, und wenn nicht, dann lasse ich es halt. Dafür finde ich es schon cool, um Musik den Leuten zugängig zu machen.

rappers.in:
Genau so mache ich das auch.

Pimf:
Das sollte auch so sein, oder? Da gibt es dann halt auch viele, die hören es nur auf Spotify und als Künstler hat man nun nicht so viel davon. Ich freue mich aber dennoch, wenn die Leute mich hören, das ist ja die Hauptsache.

rappers.in:
Aber aus finanzieller Sicht ist Spotify nun nicht das Wahre, oder?

Pimf:
Nein, aber das ist nicht die Hauptsache. Es geht mir viel mehr um bewusstes Konsumieren der Musik. Sich zu Hause hinsetzen, die CD in den Musikplayer legen, das Booklet anschauen ...

rappers.in:
Oder noch schöner: Die Platte auflegen.

Pimf:
Genau, da sieht man einfach auch, mit wie viel Liebe das gemacht wurde. Wenn die Platte dann vorbei ist, musst du aufstehen und sie umdrehen und bekommst nicht direkt den nächsten vorgeschlagenen Act von Spotify. Du hörst es einfach viel bewusster. Das will ich bei mir. Ich will, dass die Leute Musik bewusst hören, das Finanzielle kommt da erst mal außen vor. Das Ganze ist auf CD und Platte nochmal eine Ecke besser als bei Streamingplattformen, finde ich.

rappers.in:
Die EP reiht sich sehr an "Memo" an, man könnte das auch als Bonus sehen, finde ich. Würdest du das bestätigen und findest du, dass das auch deine Richtung für die Zukunft ist?

Pimf:
Finde ich nicht unbedingt, weil ich auf "Memo" so gut wie gar nicht über Rap und Hiphop-Themen gerappt habe. Aber das habe ich auch bewusst nicht gemacht.

rappers.in:
Das stimmt, die Inhalte sind schon verschieden, aber die Beats und die generelle Stimmung finde ich schon "Memo"-ähnlich.

Pimf:
Kann daran liegen, dass ich wieder den Großteil mit Mark produziert habe, der auch "Memo" gemacht hat. Wir haben da den Sound, den wir für uns geil finden, entworfen und da war jetzt nicht für die EP der Anspruch, dass wir etwas komplett Neues machen, sondern wir machen einfach Songs, die wir fett finden.

rappers.in:
Du hättest ja auch mit einem epischen Trap-Banger zurückkommen können, wie es sich momentan gehört, das kommt ja auch gut an.

Pimf:
Das stand überhaupt nicht zur Debatte. Das wurde auch gar nicht beredet, was wir nun machen und alles.

rappers.in:
Also ihr habt nicht geschaut, wo die aktuellen Trends liegen und euch da orientiert.

Pimf:
Das finde ich auch immer richtig dumm und man merkt der Musik oft an, dass sie nicht zeitlos ist. Das war jetzt nicht so, dass wir dachten, wir müssen das nächste Ding kreieren, sondern wir haben einfach Mucke gemacht, die wir geil finden. Ich finde den Sound auf "Memo" auch immer noch cool. Ich würde vielleicht zwei bis drei Sachen anders machen, aber sonst bin ich immer noch zufrieden. Aber man kann schon sagen, dass sich die EP vom Sound ganz gut einreiht.

rappers.in:
Deine kommendes Projekt, "Justus Jonas", hat auch überraschend viele Tracks für eine EP. Warum? Wolltest du nicht noch mehr für ein Album produzieren?

Pimf:
Ich habe beim Ankündigen auch extra "meine neue Platte" geschrieben, weil es für mich weder eine EP noch ein Album ist. Eine EP wirkt immer wertloser. Ganz nach "Das Album kommt erst in einem dreiviertel Jahr und deswegen haue ich nun schnell noch eine EP raus, damit die Leute bei Laune gehalten werden". Das ist halt so ein EP-Ding geworden oder mittlerweile in den Boxen "Okay, ich mach nun noch eine EP und kacke noch schnell fünf Songs hin und pack' die in die Box". Deswegen wollte ich es nicht EP nennen, es klingt einfach so wertlos, und dafür finde ich das Produkt zu gut und zu liebevoll gemacht einfach. Es ist auch wegen der Länge irgendwas dazwischen. Es ist einfach ein Release.

rappers.in:
Ziemlich meine Meinung. Der Begriff ist durch die ganzen Boxen echt in Schund geraten.

Pimf:
Ja, da denken sich die meisten "Ich habe nun fünf scheiß Tracks, die sind irgendwann während der Produktionsphase entstanden und nun packen wir daraus noch schnell 'ne EP in die Box".

rappers.in:
Dann hat man auch wieder genug Musik in der Box, um noch einen zusätzlichen Laserpointer reinzupacken.

Pimf:
Ja, genau. Dann ist die Wertigkeit nicht überstiegen! EP wollte ich es einfach nicht nennen, das wäre zu schade dafür.

rappers.in:
Danke dir für das Interview! Hast du noch irgendwelche Abschlussworte?

Pimf:
Die Leute sollen Musik hören. Abschlussworte sind immer furchtbar, finde ich! Das ist genau wie Shoutouts ... "Mein Name ist Pimf und mein neues Interview mit rappers.in kommt bald raus!"


Facebook: Pimf

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Autor: Lukas Kollin

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