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Special: Picked That! #7

veröffentlicht: Samstag, 06.05.2017, 14:29 Uhr
Autor: No My Name Is Marc

Das rappers.in News-Team veröffentlicht derzeit durchschnittlich knapp 8 News über neue Tracks an einem Tag, hochgerechnet auf eine Woche macht das 56 Meldungen. Spinnt man das Ganze noch weiter, kommt man in einem Monat letztendlich auf 240 neue Tracks. Erwähnenswert ist zusätzlich allerdings auch noch, dass unter diese Rechnung hauptsächlich Singles fallen, die vor allem für das breite Spektrum von Interesse sind. Man darf schließlich nicht vergessen, dass sich neben den Auskopplungen noch ein paar Titel mehr auf einem Langspieler befinden, die in unserer Berichterstattung allerdings regelrecht den Rahmen sprengen würden. Wer da am Ende noch den Überblick über alle nennenswerten Releases hat, hätte nicht allzu schlechte Chancen mit seinem fotografischen Gedächtnis die Rolle vom "Mentalist" Patrick Jane einzunehmen. Während wir in unserer Digged That!-Reihe die Sachen unter dem Radius der Berichterstattung ausgraben, wollen wir uns in Picked That! nun überwiegend mit den Highlights aus der deutschen und internationalen HipHop-Landschaft beschäftigen, und zwei Spotify-Playlists präsentieren, welche zum Ende des Monats nochmal die Songs beinhalten, die für uns besondere Aufmerksamkeit verdient haben.



Der Sommer kommt! Die Temperaturen steigen, die Freibäder öffnen und eine riesige Dancehall-Welle baut sich so langsam aber sicher im Deutschrap-Meer auf. Eine kleine Vorausschau bieten in unserer diesmonatigen Picked-That!-Playlist dabei die 187 Straßenbande, Nimo und Zuna. Der aus Frankreich inspirierte Sound, die eingängigen Hooks und das generelle Hitpotenzial sorgen dafür, dass man sowohl "Kontrollieren" von 187 und Nimos "LFR" als auch Zunas "Dale" in den nächsten Monaten wohl noch öfter zu hören bekommt, wenn man Shisha-Bars, Parks oder einfach nur die Innenstadt aufsucht. Wer von den drei Tracks nicht genug haben kann, darf sich gleich weiter freuen. Während Nimos neues Album "Kiki" ab dem 16.Juni frei erhältlich ist, kann man sich bis dahin noch "Mele7", welches schon seit dem 14. April käuflich zu erwerben ist, von KMN-Member Zuna noch das ein oder andere Mal durchhören.

Durchhören kann man das neue "Black Friday"-Tape von Bushido wiederum leider noch nicht, da der Release-Day erst für den 9.Juni festgelegt wurde. Anfang April veröffentlichte Bushido mit "Gehen wir rein" die zweite Videoauskopplung, nachdem durch die erste Single "Fallout" bereits ein kleiner erster Einblick in "Black Friday" gewährt worden war. Nachdem sich kurz nach der Veröffentlichung der Single negative Kritiken aufgrund des Aufsprungs auf den Autotune-Zug häuften, schwanden diese mit jeden weiterem Hördurchgang nach und nach, was nicht auch zuletzt an dem bis dato eher im Untergrund agierenden M.O. 030 lag, der eine Ohrwurm-Hook zum Ganzen beisteuerte. Auf lange Sicht hat sich dieser Part von ihm jetzt schon ausgezahlt, da Bushido anscheinend zufrieden war und ihn zugleich mit einem "ersguterjunge"-Deal ausgestattet hat.

Auch ansonsten zeigten sich die Deutschrap-Artists in diesem Monat erstaunlich aktiv. Eine besondere Erwähnung hat sich dabei Bausa verdient, der vor ein paar Wochen sein Erstlingswerk "Dreifarbenhaus" an den Start brachte. So harmlos der Albumtitel klingt, so dreckig ist letztendlich auch der Inhalt des Langspielers. Dreck, Sex und Drogen untermalt von einem schmutzigen Sound sorgen für eine rotzige Atmosphäre, die einen auch nach dem Abspielen der 13 Tracks erst einmal nicht loslässt. In unserer Playlist finden sich sowohl das "Intro" als auch "Belle Etage" wieder, da die beiden Songs die Stimmung der LP für uns am besten darbieten. Wem das alles zu düster ist, kann auch in die restlichen Releases des Monats reinhören. Herauszuheben sind hierbei "Hallo, wie gehts?" von Juicy Gay, "Ich bin 3 Berliner" von Ufo361 und "20:14" von Marvin Game.

Ansonsten finden sich auch noch KC Rebell & Summer Cem, Capo, Pedaz, Kontra K und viele mehr in unserer Picked-That!-Playlist aus diesem Monat.



(Wossap)


Und wieder geht ein Monat zu Ende, aus US-Rap-Sicht ein äußerst spannender. Allen voran muss natürlich "DAMN." von Kendrick Lamar erwähnt werden – kein Album war größer, keins wichtiger, keins sorgte für soviel Gesprächsstoff und keins erhielt so viel einstimmiges Lob wie das neueste Werk des Kaliforniers. Auch in unseren Augen zurecht, denn zwar erfindet sich der Rapper hier nicht neu, doch zeigt einige neue Facetten, die er geschickt mit alten Stärken zu einem vielseitigen Gesamtwerk zusammenfügt, das sowohl auf musikalischer Ebene als auch durch lyrischen Tiefgang überzeugen kann. Nach diesen Worten dürfte man erwarten, haufenweise Tracks von dem Langspieler in unserer Playlist zu finden, doch bringt es Kendrick diesen Monat nur auf zwei. Das soll allerdings keine Kritik an "DAMN." sein, sondern zeigt vielmehr, wie stark der April musikalisch wirklich war, nie ist uns die Vorauswahl schwerer gefallen.

Machen wir doch gleich mit dem nächsten großen Release des Monats weiter: Auch Joey Bada$$ präsentierte ein neues Album, das dem von K.Dot, zumindest auf inhaltlicher Ebene, gar nicht so unähnlich ist: Auch hier ist die Situation und das Leben der schwarzen Bevölkerung im Vordergrund, besonders im Hinblick auf aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Doch bringt der New Yorker seine Kritik weitaus direkter und deutlich bissiger hervor als der Kalifornier. Das wird auch an den beiden Tracks deutlich, die wir als Highlights aus "ALL-AMERIKKKAN BADA$$" auswählten. Stilistisch zeigen "Temptation" und "Ring The Alarm" zudem auch die beiden musikalischen Seiten des Releases auf. Während ersterer ein eher poppiger, radiofreundlicher Song ist, dessen Highlight zweifellos die grandiose, eingängige Hook ist, ist letzterer ein sehr viel typischerer Raptrack, der dank seinem unorthodoxen Aufbau und der Performance aller vier beteiligten Künstler, unterstützt wird Joey nämlich von Meechy Darko, Kirk Knight und Nyck Caution, dennoch nicht nach gewohntem Muster klingt.

Nun lassen wir die großen Künstler unseres Genres zunächst einmal hinter uns, in New York bleiben wir aber erstmal: Denn auch Young M.A veröffentlichte mit ihrer EP "HerStory" ein neues Projekt, das erste nach dem großen Hype um ihren Track "OOOUUU". Von diesem schaffte es vor allem der Track "Self M.Ade" uns zu überzeugen, auf dem die Künstlerin ihre raptechnische Finesse ausspielt und somit weiterhin gute Chancen hat, in der begehrten XXL Freshman Class zu landen. Die Freshman List ist auch ein gutes Stichwort, nun ein kleiner Sprung in nördliche Richtung: Allan Kingdom stellten wir ja bereits vor wenigen Wochen als einen vielversprechenden Newcomer vor, diesen Monat folgte dann mit "LINES" auch das Debütalbum des Rappers. Beispielhaft für dieses landete der Titeltrack in unserer Picked-That!-Playlist, auf dem Kingdom selbst seine gewohnt modernen, eingängigen Flows präsentiert, ein weiterer musikalischer Höhepunkt ist zudem die hitverdächtige Hook von Ramriddlz, die den Titel perfekt abrundet und schon mal einige Sommergefühle versprüht. Bleiben wir bei den aufstrebenden Künstlern und werfen einen Blick nach Los Angeles, wo vor allem G Perico gerade von sich reden machen kann. Mit "All Blue" ist auch dieser im April am Start und auch aus diesem überzeugte uns der Titeltrack am meisten. Doch anders als bei Allan Kingdom weiß man beim Hören dieses Songs sofort, wo Perico denn herkommt, dem unverkennbaren Westcoastsound sei Dank. Ganz klassisch präsentiert der MC hier Flows, die einem sofort Bilder von LA in den Kopf rufen, genauer gesagt Eindrücke aus den Ghettos von LA. Ähnlich verkörpert auch YFN Lucci aus Atlanta den Sound seiner Heimatregion und lieferte im April mit, dafür mit "Long Live Nut" ebenfalls ein neues Projekt ab, aus dem besonders "Ammunition" hervorstechen konnte. Neben diesem konnte mit Playboi Carti ein weiterer Newcomer aus den Südstaaten überzeugen, der im April tatsächlich sein langerwartetes Debütmixtape veröffentlichte und mit diesem schon den ein oder anderen kleinen Hit landen konnte. Darunter auch "New Choppa", ein Track, der sich musikalisch durch den typisch dreckigen Trapsound auszeichnet, für den der Rapper bekannt ist. Zugegebenermaßen wird Carti auf dem Song aber ein wenig die Show gestohlen, wenn das aber dank A$AP Rocky, einem der raptechnisch stärksten MCs der heutigen Zeit, geschieht, ist das wohl nicht weiter schlimm.

Doch nicht nur mit Cash Cartier veröffentlichte Flacko, auch mit seinem A$AP-Mob-Partner A$AP Ferg präsentierte der Rapper einen neuen Track: "Wrong" heißt der neueste Banger des Duos, der gleichzeitig als erster Vorgeschmack den zweiten Teil der "Cozy Tapes"-Reihe dient, der wohl mit Spannung erwartet werden darf, auch weil diese Ankündigung wohl bedeutet, dass Rockys nächstes Solowerk noch ein wenig auf sich warten lassen wird. Beim Warten auf SZAs neues Album scheint sich hingegen ein Ende abzuzeichnen, zumindest ließ TDE-Chef Top Dawg verlauten, dass das Album der Sängerin das nächste Release seines Labels sein soll. Dank "Love Galore" erhielten wir auch einen Eindruck davon, wie das Ganze klingen könnte und wenn der eingängige stimmungsvolle Soultrack, der zudem von einem Travis-Scott-Part bereichert wird, ein Indikator für die letztendliche Qualität von "CTRL" darstellt, darf auch das nächste TDE-Album mit großer Spannung erwartet werden. Verweilen wir zum Abschluss dieses Monatsrückblicks noch kurz im Soulbereich, denn auch Frank Ocean versorgte seine Fans mit neuer Musik, diesmal sogar gleich zwei neuen Singles: Während der gefühlvolle und lyrische Song "Lens" ein weiteres Solowerk des Künstlers ist, auf dem er die volle Palette seiner musikalischen Raffinesse spielen lassen kann, holte er sich für "Biking" prominente Unterstützung von Jay Z und Tyler, the Creator, die den Track auf ihre bekannten eigenen Weisen bereichern können.

Neben all den genannten Künstlern findet sich auch neue Musik von French Montana, Shabazz Palaces und noch vielen mehr in unserer Auswahl. Anhören könnt Ihr Euch das gleich hier:



(Sanchyes)

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