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Interview: Money Boy & Hustensaft Jüngling: "Die Witzfiguren sind eher andere" (Interview)

veröffentlicht: Dienstag, 19.12.2017, 18:20 Uhr
Autor: Wossap


Lange Zeit war es still um die Glo Up Dinero Gang, bis sich Money Boy durch seine beiden Hits "Bye Bye" und "Monte Carlo" kürzlich wieder auf dem Deutschrap-Radar platzieren konnte. Zusätzlich dazu will Hustensaft Jüngling mit "Der erste Rapper mit Abitur" im kommenden Februar sein zweites Studioalbum auf den Markt bringen. Höchste Zeit also, ein paar Fragen zum Status quo zu stellen. Wir haben uns mit Money Boy, Hustensaft Jüngling und Max Rolls im Rahmen der derzeit laufenden Club-Tour in Regensburg getroffen und unter anderem über anstehende Projekte, ihr Standing in HipHop-Deutschland und das Jugendwort des Jahres geredet.



rappers.in: Anfang des Jahres wart ihr auf eurer "Alles ist Designer"-Tour deutschlandweit unterwegs. Nachdem es dann ein bisschen still geworden war, gab es in den letzten Monaten wieder vereinzelt Club-Shows. Wie liefen die bisherigen Stopps, was sind eure bisherigen Eindrücke?

Money Boy: Die bisherigen Shows liefen sehr gut. Wir hatten die Tour im Januar, die war sehr lit eigentlich. Dann haben wir ein bisschen geworkt an unseren neuen Projekten, darum haben wir danach auch nicht mehr so viele Shows gemacht. Jetzt seit Herbst spielen wir jede Woche wieder Shows, an manchen Tagen sind dann sogar zwei Shows geplant. Alle unseren Shows seit Herbst waren sold out. Auch heute haben wir schon im Vorverkauf wieder 500 Tickets verkauft und wir sind hier in keiner übergroßen City, wir sind hier in Regensburg. Da möchte ich mal schauen, wie viele andere Deutsch-Rapper hier im Vorverkauf 500 Tickets loswerden. Man hört immer wieder von Rappern, die vor 70 oder 100 Leuten auf die Bühne gehen.

Hustensaft Jüngling: Wir gehen auch gar nicht erst auf die Bühne, wenn nicht "Sold Out" ist.

Money Boy: Seit ich im Game bin, bin ich noch nie vor 50, 70 oder 100 Leuten auf der Bühne gestanden, was schon für mich spricht.

rappers.in: Jetzt seid ihr hier zu dritt. Money Boy, Hustensaft Jüngling und Max Rolls. Wie sieht es bei den anderen Membern wie zum Beispiel Medikamenten Manfred oder Spinning 9 aus? Vor allem Medikamenten Manfred war ja 2016 und Anfang 2017 ein recht präsenter Teil der GUDG.

Hustensaft Jüngling: Ich sag mal so, die haben schon ne richtig große Stange Geld verdient. Und bei vielen Rappern lässt die Motivation nach, wenn sie ihren Erfolg schon hatten. Zum Beispiel Medi Manni hatte mit "Andy Lubitz" seinen Hit mit mehreren Millionen Views und hat ja auch über ein Jahr lang zwei, drei Shows pro Woche gespielt. Er hat da wirklich einen richtig fetten Stack gemacht und seitdem ist er nur noch im Urlaub in Las Vegas oder Paris, was man ja durch die Snapchat-Stories immer sieht.

rappers.in: Wenn ich mir aber die Tracklist von deinem kommenden Album "Der erste Rapper mit Abitur" anschaue, fällt auf, dass Medikamenten Manfred mit drei Feature-Parts auf dem Tape vertreten ist. Ist das dann überhaupt noch aktuell?

Hustensaft Jüngling: Das ist alles noch aktuell und fertig recordet. Es war schwierig, Medi Manni-Verses zu kriegen. Es ist bei Medi Manni wirklich teilweise so, als ob man mit einem US-Artist ein Feature recordet, weil man halt wirklich overseas reisen und ihn da irgendwo abpassen muss. Vor oder nach dem Strip-Clubbesuch stell ich ihm im Hotel dann immer ein USB-Mic hin und sag dann nur "Yo Bro, bitte mach mir einen Verse und so", was dann schon immer schwierig ist. Aber weil wir gute Homies sind, auch vor dem Hype, hat er mir noch die Verses recordet. Und wir müssen sehen, vielleicht in ein bis zwei Jahren, wenn das Geld dann langsam mal weniger wird und es nicht mehr reicht, um jeden Tag Louis zu shoppen, wird man dann wahrscheinlich wieder mehr von Medikamenten Manfred hören.

rappers.in: Apropos Feature-Parts. Auf deinem letzten Tape "Trap Gott" waren mit Frauenarzt und Sido zwei deutsche Rap-Ikonen mit Gastbeiträgen vertreten. "Der erste Rapper mit Abitur" kommt ja anscheinend ohne Features außerhalb der eigenen Crew aus. Wolltest du, dass nicht der Eindruck erweckt wird, dass du dich durch Fame-Features profilierst, oder feierst du zurzeit einfach keinen Deutschrap?

Hustensaft Jüngling: Ich hab mir früher gedacht, ich muss für mein Debutalbum namhafte Leute raufholen, damit die Leute, die mich noch nicht so auf dem Schirm haben, sich das auch kaufen. Und mittlerweile hat sich mein Sound schon so durchgesetzt, dass ich etabliert bin, dass ich jetzt nicht unbedingt die Intention habe, da extra Features raufzupacken. Natürlich sind Features immer cool, aber ich werd jetzt nicht mehr, so wie früher, extra Sido auf Twitter anschreiben.

rappers.in: Die Fame-Features haben dir dann quasi mit zu deinem ersten Achtungserfolg verholfen. Du bist mit "Trap Gott" auf Platz 20 der offiziellen HipHop-Charts gelandet. Warst du zufrieden damit und was ist dein genereller Anspruch in der Richtung?

Hustensaft Jüngling: Ich möchte mit jedem Album Platin gehen und auf Platz 1. Das müsste von der musikalischen Qualität eigentlich auch so sein, aber man muss mit Deutschrap ja so ein bisschen Nachsicht haben, weil die Fans durch die jahrelange Schrottmusik ein bisschen "gebrainwasht" wurden. Da ist es klar, dass das alles Zeit braucht, um die Gehirne da auf Null zu setzen, dass die richtige Musik feiern können und deswegen denk ich, dass das noch ein bis zwei Jahre dauern kann, bis ich dann Platin gehen werde.

rappers.in: Jetzt da der Fokus eher auf einzelne Releases gelegt wird und nicht kontinuierlich auf die Veröffentlichungsdichte: Gibt es bei euch Pläne, die Sachen auch mal physisch oder sogar in Verbindung mit einer Deluxe-Box rauszubringen?

Money Boy: Ich muss sagen, dass ich Deluxe-Boxen mit diesen "cheap Gimmicks" nie so geahnt habe und physische Releases sind sowieso out.

Max Rolls: Das Neue ist eh alles online. iTunes, Spotify und so. Da kriegt man eh das meiste Cash.

rappers.in: Naja, bestes Beispiel, dass sich auch mit Deluxe-Boxen noch eine Stange Geld machen lässt, ist "JBG 3", wo die Box ja inzwischen schon weit über 70.000 mal verkauft wurde.

Max Rolls: Ja, das betrifft auch eine ganz andere, spezielle Fanbase.

Hustensaft Jüngling: "JBG 3" gehört definitiv zu den Top 100 Deutschrap-Alben dieses Jahr. (lacht)

rappers.in: Auch wenn man die GUDG und insbesondere den Namen Money Boy zumindest noch nebensächlich mit haufenweise Mixtapes verbindet, hat man die Strategie, inflationär Releases rauszuhauen, doch Ende 2016 und über 2017 schon geändert. Warum der Kurswechsel?

Hustensaft Jüngling: Die Sache war, bei mir früher hab ich mega viel Musik recordet, weil ich mir erstmal meinen Namen erarbeiten wollte, damit ich mega viel Cash mache. Und jetzt da ich mega viel Cash mache, hab ich es nicht nötig, jede Woche ein neues Mixtape rauszubringen. Ich chill lieber den ganzen Tag, geh Designer-Sachen shoppen und mach diverse Sachen. Jetzt nehm ich mir auch mehr Zeit für die Songs, damit die auch alle perfekt werden, aber auf die ganze Arbeit, die ich mir da früher gemacht habe, hab ich keine Lust mehr.

rappers.in: Nicht nur bei den Releases geht es bei euch jetzt ein bisschen langsamer zu. Money Boy, bei dir war generell nach deinem letzten Album "Alles ist Designer" auch auf den sozialen Netzwerken eher Stillstand. Aus welchem Grund hast du da dein Pensum zurückgefahren?

Money Boy: Ich hatte da gar keinen Bock mehr drauf und habe andere Dinge gemacht. Ich hab an neuem Material und an einem neuen Sound gearbeitet und ich bin nicht so einer, der so aufmerksamkeitsgeil ist. Ich hab mich ganz zurückgezogen, um mit neuer Heat und neuen Hits zurückzukommen. Dann hab ich "Monte Carlo" und so gedroppt und alles was jetzt kommt, ist ein Movie. Jetzt kommen nur noch Hits.



rappers.in: Das Video zu "Monte Carlo" war wohl eines der besten in deiner gesamten Karriere. Kommen da dann noch weitere Kollabo-Projekte mit Mac Duke?

Money Boy: Ja, auf jeden Fall. Er ist ein guter Homie von mir und ich versuche, die talentiertesten Leute zu finde, weil ich auch einer der talentiertesten Rapper bin, und dann kann ich nicht Videos mit irgendwelchen dahergelaufenen Kameramännern drehen. Mit Mac Duke haben wir eine sehr gute Chemistry und er hat großartige Visionen. Ich hab erst gestern mit ihm telefoniert, was wir im neuen Jahr starten wollen, und dann überlegen wir uns immer ein richtig krasses Konzept, organisieren alles, was wir so brauchen. Ich hab meine Messlatte da hochgeschraubt und komme nicht mehr mit irgendwelchen Street Visuals. Ich hab den Leuten so viel Musik gegeben, so viele Mixtapes. Die Leute können immer Material von mir finden, was sie noch nicht kennen. Aber jetzt kommen dann auch wieder neue Sachen. Bald kommt zum Beispiel "Rap Up 2017", das ist ein Track von mir, quasi ein Jahresrückblick, und der ist mega dope geworden.

rappers.in: Du hast im Frühjahr 2016 überraschenderweise deinen Namen in YSL Know Plug geändert, veröffentlichst aber seit Mai wieder als Money Boy Musik. Wieso hast du dich doch wieder dazu entschlossen, deinen alten Künstlernamen zu benutzen und was waren die ursprünglichen Gründe für die Namensänderung?

Money Boy: Das war alles schon länger geplant, ich wollte einfach das machen, worauf ich Bock hatte. Da ging es darum, Fun zu haben und deswegen hab ich diese Zeit ein wenig ausgeklammert von meinem restlichen Shit. Dann bin ich diese Know Plug-Schiene gefahren. Das war immer temporär gedacht, dass ich das einfach eine Zeit lang mache, und als ich es dann wieder ernst genommen hab, hab ich mir wieder meinen alten Namen genommen, meine alte Marke und hab dann wieder den richtigen Shit gemacht.

rappers.in: Um wieder auf das Album "Der erste Rapper mit Abitur" zurückzukommen: Wie schaut es denn mit den Instrumentals auf dem Release aus? Hast du dir da einen Hausproducer besorgt, der sich um das Grundgerüst kümmert, oder habt ihr da so einen allgemeinen Beatpool von verschiedenen Produzenten?

Hustensaft Jüngling: Also ich bin ja nicht so mit Deutschrap-Produzenten connected, aber ich habe über den atlantischen und pazifischen Ozean bis zur West- und Ostküste sehr gute Drähte dank dem Internet.

rappers.in: Also darf man dann fast schon mit einem Zaytoven-Instrumental rechnen?

Hustensaft Jüngling: Zaytoven ist natürlich sehr fame, aber jetzt mal Butter bei die Fische, so gut sind die Beats jetzt auch nicht. Dieser Piano-Style ist schon ein bisschen played out. Trotzdem Shoutout an meinen Bruder Zaytoven, aber er will auch zu viel Geld dafür, dass die Beats dann in der Regel auch nicht so der Shit sind meistens. Aber ich bin mit Soulja Boys Producer, YSL Beats, mega gut connected, mit dem schreib ich auch des Öfteren, aber auch mit anderen Produzenten von Migos oder Soulja Boy. Mit denen arbeite ich zusammen und von denen sind dann im Großen und Ganzen meistens auch die Tracks.

rappers.in: Wenn man sich die bisherigen Auskopplungen "Schnell", "Codein" und "Überall" anhört, fällt der durchgehende Autotune-Einsatz auf. Ist das der Stil, der sich durch "Der Erste Rapper mit Abitur" ziehen wird oder gibt's auch ein paar Tracks, die von dieser Linie abweichen, wie du es zum Beispiel schon bei "Kalt" oder "Warum" gemacht hast?

Hustensaft Jüngling: "Kalt" war nur so jokemäßig, weil da wollten Medikamenten Manfred und ich ein Feature mit Casper machen. Und da haben wir gedacht, wenn wir so nen mega deepen Song machen, dass wir da vielleicht Sympathiepunkte sammeln können. Aber der Track hat jetzt nicht meine hundertprozentige Gefühlswelt widergespiegelt, deswegen bleiben solche Tracks eine Ausnahme. "Codein", "Schnell" und "Überall" spiegeln schon gut den Sound vom ganzen Album wider.

rappers.in: Was ihr in früheren Interviews des Öfteren bemängelt habt, dass man euch in der breiten Rap-Landschaft nicht oder kaum ernst nimmt. Ein Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beendet das Vorwort zu einem Artikel über Money Boy überspitzt mit den Worten "Der Versuch eine Witzfigur ernstzunehmen". Wie schätzt ihr euch jetzt in der Medienlandschaft ein? Hat sich eure Wahrnehmung, nicht ernstgenommen zu werden, durch die letzten erfolgreichen Wochen und Monate dahingehend geändert?

Hustensaft Jüngling: Leute, die uns als Witzfiguren bezeichnen sind einfach dumm und haben keine Ahnung. Also wenn man sich anhört, was rapmäßig so für Scheiße in Deutschland in den Charts ist. Also, wenn man das so wirklich feiert. Es gibt natürlich Ausnahmen, die ich auch feier, aber so im Großen und Ganzen wird in Deutschland ziemlich viel Dreck gefeiert.

Money Boy: Ich finde auch, die Witzfiguren sind eher andere.

Hustensaft Jüngling: Die deutschen Rapper sind zu ca. 80 Prozent krasse Witzfiguren und die Fans von denen sind auch krasse Witzfiguren. Die Leute, die uns Witzfiguren nennen, sind auch krasse Witzfiguren.

rappers.in: Money Boy, durch die Videos zu "Bye Bye" und "Monte Carlo" konntest du wieder eine Menge Aufmerksamkeit auf dich ziehen, die du so wahrscheinlich zuletzt beim Release vom "Choices"-Video hattest. Was kommt jetzt? Willst du alles auf dich zukommen lassen und einfach weiter ein paar Tracks und Videos droppen oder arbeitest du schon fest auf ein neues Tape hin?

Money Boy: Ich droppe Track für Track und jeder Track der kommt, ist ein Event und ein Movie und ich putte da auch sehr viel Work rein. Früher hab ich sehr viel Wert auf Quantität gelegt, was mir auch mega viel Spaß gemacht hat, und mir auch zu einer großen und loyalen Fanbase verholfen hat. Jetzt geht's mir darum: Jeder Track muss seinen Purpose haben, einen Grund, warum ich den droppe, warum ich den mache. Jeder Track soll anders sein, einen anderen Vibe haben und nicht hundertmal dasselbe, was damals zu diesen Mixtape-Zeiten schon beliebt war. Die Zeiten haben sich geändert und ich hab mich verändert und weiterentwickelt und drum drop ich Track für Track und werde natürlich weiter vom Hype von meinem großen Hit "Monte Carlo" profitieren und da weiter draufsetzen. Ich hab schon wieder ein paar Hits in der Pipeline und versuch, mich dann immer zu übertreffen und nehm mir dann manchmal auch eine ganze Woche, um Verses zu schreiben, sich die nochmal anzusehen und schlechte Lines rauszustreichen. Jeder Track muss einen Purpose und seinen Sinn haben und der Sinn soll nicht einfach sein, Musik rauszuputten, sondern dass das alles dope Hits mit Substanz sind.

rappers.in: Vorhin wurdet ihr ein paar mal angesprochen und direkt mit dem Gastauftritt auf Bushidos Album in Verbindung gebracht. Habt ihr das Gefühl, dass ihr manchmal zu sehr auf dieses eine Feature reduziert werdet?

Hustensaft Jüngling: Bushido ist schon ein guter Homie und ein guter Rapper und es ist auf keinen Fall schlecht, mit Bushido assoziiert zu werden.

Money Boy: Ich glaub auch wirklich nicht, dass uns jemand tatsächlich auf dieses Feature reduziert. Wir hatten diverseste Highlights, ob das große Live-Shows waren oder beim Splash! auf der Bühne vor 7000 Leuten. Money Boy kann man schwer reduzieren auf ein, zwei Sachen. Ich bin jetzt sieben Jahre im Game, immer relevant geblieben und immer mit neuem Shit gekommen, auch wenn Leute mich abgeschrieben haben.

rappers.in: Ihr habt die "Jugendwort des Jahres 2017"-Liste ordentlich mitgeprägt. Begriffe wie "I Bims" oder "belastend" habt ihr auf jeden Fall mitgeprägt. Freut man sich dann, dass man da so einen Einfluss auf die Jugendsprache hat, oder nervt das eher, wenn man da so direkt mit einzelnen Begriffen, die man vielleicht selbst eigentlich auch gar nicht mehr benutzt, verbunden wird?

Hustensaft Jüngling: Also, es fuckt schon ein bisschen ab, dass andere Leute den Input nicht nur für sich nutzen, sondern auch kommerziell ausschlachten.

Money Boy: Das ist alles corny und lame, funny Sprüche zu posten und immer auf diesen Begriffen herumzureiten, no Homo. Wir haben das nie so gemacht, bei uns sind diese Begriffe ganz natürlich eingeflossen. Aber gut ist, dass richtig gute Journalisten wie von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung richtig recherchiert haben und der Sache auf den Grund gegangen sind, anstatt irgendwas zu glauben, wenn irgendjemand sagt "Ja, ich war der Erfinder von dem und dem Begriff" oder ein Buch herausbringt wie "Die Holyge Bimbel". Die Medien sind dann mit dem erstbesten gegangen, was sie dann geglaubt haben. Die richtigen Journalisten sind der Sache auf den Grund gegangen und haben das dann auch klargestellt. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung ist eine Institution und die können nicht einfach irgendwas schreiben, was nicht stimmt. Die haben da fünf Fact Checker oder so, die können nicht irgendwelchen Bullshit schreiben. Und die haben das dann klargestellt im Endeffekt und das hat mir schon Befriedigung gegeben, dass es jemand gecheckt hat, von wem der Ursprung ist.

rappers.in: In den letzten paar Wochen war Lil Peep, der ja an einer Überdosis verstorben ist, ein recht großes Thema in den HipHop-Medien. Ist sowas bei euch auch ein größeres Thema, weil ihr ja auch MCs seid, die offen in ihren Tracks von den verschiedensten Drogen erzählen und das glorifizieren. Berührt und beeinflusst das einen dann irgendwie oder wie handlet man solche Nachrichten?

Hustensaft Jüngling: Juckt, aber Rest in Peace an meinen guten Freund Lil Peep.

Max Rolls: Rest in Peace, er war ein guter Rapper-Kollege, aber er hat sich einfach zu viel gegönnt. Und wenn er sich Fentanyl-Xanax reinhaut, ist das seine eigene Schuld.

Hustensaft Jüngling: Er hat manchmal den Takt nicht getroffen.

Money Boy: Wir sind die einzigen, die diesen Lifestyle wirklich kennen und nicht nur darüber rappen. Ich kann aus Erfahrung sprechen, ich hab Fentanyl mit Molly und Speed und mit Codein wirklich gemixt und nicht nur darüber gerappt, weil es gerade cool ist. Deshalb kann ich das auch verstehen und ich weise auch manchmal hin auf die Gefahren. Max Rolls zum Beispiel ist schon so einer, der auch wirklich diesen Lifestyle von Lil Peep lebt (Max Rolls lacht). Dann sag ich auch manchmal, man muss aufpassen, wenn man Codein und Xannys, also zwei krasse Downer miteinander mixt, dann kann das schon passieren, dass die Atmung aussetzt und man stirbt. Man muss sich auf jeden Fall der Risiken bewusst sein. Ich hab mir oft schon Fentanyl gegönnt in Kombination mit Xannys, man muss nicht daran sterben, aber es kann eben passieren. Deswegen muss man da schon verantwortungsbewusst damit umgehen.

Hustensaft Jüngling: Das ist wie so eine mathematische Gleichung, wenn man einen Downer und einen Upper mischt. In der Mathematik ergibt plus und minus …

Money Boy: Minus! Aber zwei Minus ist dann wieder plus. Also wenn man zwei Downer mixt, ist es gut (lacht). Codein und Fentanyl sind ja zwei Downer, aber da muss man dann wieder bei der Dosierung von Fentanyl aufpassen. Downer und Upper gemischt ist meistens gefährlich. Da ist dann das Herz verwirrt, einerseits geht es rauf, andererseits geht es runter und dann kann man Herzprobleme bekommen. Man sollte sich auf jeden Fall informieren über die Risiken und dann selber entscheiden, wie hart man gehen will mit den Drugs.

rappers.in: Oder man lässt da am besten einfach gleich die Finger davon. Das wäre dann jetzt auch schon die letzte Frage gewesen, womit wir jetzt durch wären. Habt ihr noch abschließende Worte zum Ende des Interviews?

Hustensaft Jüngling: MotorSport!

Money Boy: Alle sollten Ausschau halten nach meinem Track, der in den nächsten ein bis zwei Wochen droppen wird, "Rap Up 2017". Ich hab das ganze Jahr besser verpackt, als es ein anderer je könnte. Alles was im Rap passiert ist, alle Trends hab ich perfekt auf den Punkt gebracht mit einem mega dopen Flow und einem mega geilen Instrumental. Jede Line bringt einen zum Lachen oder zum Weinen, oder zum "Realtalk" sagen. Und das sollten alle unbedingt abchecken, wenn das droppt.

Hustensaft Jüngling: Kauft euch mein Album "Der erste Rapper mit Abitur"!

Max Rolls: Ladet euch mein Mixtape runter, Februar, "Trap Kinderzimmer"!




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David Doblinger

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