Angemeldet bleiben?

Review: Jonesmann - Echte Musik

veröffentlicht: Mittwoch, 11.06.2008, 11:23 Uhr
Autor: Akfone





Jonesmann - Echte Musik

01. Warum bin ich hier
02. Echte Musik feat. Olli Banjo
03. Auf Wiedersehen Jungs
04. Erzähl mir feat. Josof und Juvel
05. Gegen uns feat. Real Jay
06. Ghetto R'n'B
07. Schreib mir feat. Blaze
08. Wir halten die Stellung feat. Criz
09. Wo wäre ich feat. Manuellsen
10. Hinblättern feat. Olli Banjo
11. Jeden Tag
12. Ich bleib stehen feat. Ninjah
13. Wir feiern die Strasse feat. Jasha und MC Bogy
14. Blickfang feat. Blaze
15. Ihr seid Dreck feat. Blaze
16. Blues Musik feat. Real Jay
17. Nicht allein sein feat. Blaze
18. Echte Musik Part 2 feat. Jasha
19. Hör zu feat. 34ers
20. Einmal
21. Game Over RMX feat. Azad & Sti

Nach Jonesmanns Album "S.J." kommt nun "Echte Musik" von dem Frankfurter Künstler, der sich Anfang des Jahres in gegenseitigem Einverständnis von BOZZ-Music trennte.

Jeder hat eine gewisse Erwartungshaltung an einen Artist, sofern man schon mal ein Werk in den Händen sowie in den Ohren gehabt hat. Was erwarte ich vorab von diesem Album? R'n'B-Hooks, melodischen Flow und solide Beats.

Sowohl die Producer- als auch die Featureliste wird vermutlich das Interesse eines jeden Deutschrapkonsumenten zumindest kurzzeitig auf sich lenken: Vertreten mit Beats sind unter anderem Lex Barkey, Brisk Fingaz, Shuko, Phrequincy oder m3&Noyd, um nur einige Namen zu nennen. Bei den Rap-Features wartet "Echte Musik" zudem mit Olli Banjo, Manuellsen, MC Bogy, Azad und vielen weiteren von Jonesmanns Frankfurter Kollegen auf.

Schon im Intro, "Warum bin ich hier", bekommt der Hörer, was er von Jonesmann erwartet: eine Mischung aus R'n'B und Rap, der Gesang überzeugt wie gewohnt. Es folgt "Echte Musik", ein Track über die Erlebnisse in seinem Leben. Sehr ehrlich umgesetzt. Der Beat von Benny Blanco ist gelungen und Olli Banjos Featurepart trägt ebenso dazu bei, diesen Track nochmals hören zu wollen.

"Zum Glück fand ich 'ne Sprache, um weiter zu kommunizier'n/
Zwischen Drogen, Hochhaus, Kakerlaken vom Boden bis hier/
In 'ner Gegend, in der es hieß: Kämpfen oder verlier'n/
Ey, ich floh auf Papier und verbrenn, bevor ich krepier/"

Jonesmann zeigt Track für Track, dass er ein vernünftiger MC ist, auch wenn die Reime nicht unbedingt Hightech sind. Nach einer Weile gehen die vielen gesungenen Hooks geringfügig auf die Nerven - nicht, dass sie schlecht wären, ganz im Gegenteil - aber für meinen Geschmack ist das für ein Rapalbum einfach zuviel des Guten und diese eigentliche Besonderheit macht es ein wenig eintönig. R'n'B und Rap - "Halbe-Halbe" ist eben nicht immer die beste Wahl, obwohl Tracks wie "Wo wäre ich" mit Manuellsen eindeutig den Gegenbeweis antreten. Sehr clubtauglich, ein schöner R'n'B-Rap-Track. Beide Rapparts wissen - in Kombination mit dem Beat von Unik - zum Kopfnicken zu animieren. Auch die Idee, dass sowohl Jonesmann als auch Manuellsen eine Hook singt, gefällt. Ähnlich verhält es sich mit "Nicht allein sein" feat. Blaze. Solche Tracks gehören zu seiner Paradediziplin.

Die Battle- oder Representertracks sind, wie sollte es anders sein, gut durchproduziert, aber warten nicht mit besonderen Punchlines auf. Hört man sich gerne einmal an, es bleibt jedoch nichts Herrausragendes im Gedächtnis. Zu überzeugen weiß noch "Blickfang" - auch hier ist Blaze gefeaturet: ein Liebeslied an die Automobile der beiden. Hier passt der halb gesungene Part von Jonesmann sehr gut. Jedem Autoliebhaber und Geschwindigkeitsjunk wird das Herz zweifelsohne bei den folgenden Lines aufgehen:

"Sie ist tiefschwarz, mit vier Ringen auf der Brust/
Sie liegt tief auf Chrom, wie das sein muss/
Alles dreht sich um, egal, wo sie parkt/
Sportsitze, S line, ich geb Gas/"

Stark auf das Ende von "Echte Musik" zugehend stoße ich noch auf "Einmal". Thematisch handelt der Song von allem, was man besser machen könnte, egal, ob im Leben allgemein, im Bezug auf die Allgemeinheit oder Rap. Die Parts überzeugen, die Hook ist zudem ausnahmsweise nicht gesungen und der Brisk Fingaz-Beat macht den Track zu einer runden Sache. Ein kleiner Auszug hier:

"Es wär nur ein Schritt und wir könnten viel verändern/
Nur ein Lächeln, um uns der Liebe zu nähern/
Nur ein Move für jeden auf der Welt/
Es ist ein Traum, der uns am Leben hält/"

Fazit:

Allgemein fällt nach einigen Tracks auf, dass die Beats auf "Echte Musik" sehr synthielastig sind. Das Themenspektrum ist relativ eng gefasst: entweder R'n'B-Song, Battle- bzw. Representertrack oder über das Leben des Künstlers und seiner Featurekollegen. Das Ganze wirkt wie ein solider Hochglanzbrei. Es gibt nicht viel auszusetzen, aber es fehlen die Höhepunkte, die nicht nur durch Reproduktion auf hohem Niveau kurzzeitig überzeugen, sondern durch Innovation und eine zündende Idee. Letzteres fehlt größtenteils. Die Themen sind sehr allgemein gehalten, und dementsprechend ist der rote Faden in den Tracks relativ blass. Die wenigen Höhepunkte des Albums zeugen dennoch von Jonesmanns Qualitäten: die Kombination von Rap und R'n'B.


(Akfone)



Bewerte diese CD:


Diese Review wurde 7754 mal gelesen
18 Kommentare zu dieser Review im Forum