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Interview: Johnny Rakete (Alte Idole, Sucht, Rassismus und Musik) – Text

veröffentlicht: Sonntag, 04.12.2016, 20:32 Uhr
Autor: Jahzumott


In den vergangenen drei Jahren machte der Fürther Rapper Johnny Rakete nicht nur dank seines äußeren Erscheinungsbildes oder der in seinem Blog dokumentierten Cannabis-Abstinenz, sondern vielmehr durch etliche Releases, Battles, Gigs und Cyphers auf sich aufmerksam und feierte damit einen bilderbuchartigen Einstand im Game: In diesem Jahr legte der zottelhaarige Rapper mit seinem Mixtape "Peng Peng", auf dem unter anderem Produzenten wie Cap Kendricks und Figub Brazlevic sowie der aus VBT und MOT bekannte MC Schote vertreten sind, nach. Wir sprachen mit Rakete über die Featurekultur in Deutschland, Sucht sowie Rassismus und Musik:





rappers.in:
Hallo Johnny! Schön, dass du dir die Zeit genommen hast, dich heute mit mir auf einen Sticky zu treffen und mir ein paar Fragen zu beantworten.

Johnny Rakete:
Glück gehabt! Ich bin ja immer schwer beschäftigt: Kiffen, Jetset, Nutten ficken – Rapperkram eben (lacht).

rappers.in:
Im Februar 2013 präsentierte Herr Merkt noch deine EP "Broke aber Dope" – in den letzten Jahren folgten Backspin- und Juice-Premieren, Interviews und unzählige Gigs. Was hat sich deinem Empfinden nach an Johnny Rakete, seinem Rap-Alltag und der Außenwahrnehmung geändert?

Johnny Rakete:
Als Privatperson hat sich schon mal gar nichts verändert. Der Unterschied ist, glaub' ich, einfach, dass ich mir in den letzten Jahren eine gewisse Basis an Stammhörern erarbeitet habe. Ansonsten gibt es natürlich auch mehr kritische Stimmen oder eben einfach Leute, die das für sich bewerten und jetzt eine Meinung haben.

rappers.in:
Mittlerweile ist es ja ein altbewährtes Mittel, durch Features oder namhafte Beatproduzenten Aufmerksamkeit zu generieren, und auch du blickst auf Zusammenarbeiten mit Edgar Wasser und Figub Brazlevic zurück. Wie sind deine Erfahrungen in der Zusammenarbeit und den Reaktionen von außen? Man wird ja schnell auf sowas reduziert.

Johnny Rakete:
Am Anfang war's wirklich so, dass man für die Leute nur der Typ ist, der ein Edgar Wasser-Feature hat, aber das hab ich persönlich nie als etwas Negatives empfunden. Edgar hat im Endeffekt auch dafür gesorgt, dass mich ein paar mehr Leute kennen, und dementsprechend hab' ich damit kein Problem. Ich glaub' aber, dass ich mich davon mittlerweile doch ein Stück weit wegbewegt habe. Was Beats angeht, muss man einfach sagen, dass Figub neben zum Beispiel Dexter einer der wenigen Produzenten in Deutschland ist, die sich allein durch ihre Arbeit als Produzenten einen Namen gemacht haben – was in den USA ja schon völlig normal ist. Er liefert halt krass ab und du kannst bei einem Deutschrapsong, wo sein Name dabeisteht, immer schon davon ausgehen, dass es – alleine wegen des Beats – dope ist. Natürlich kannst du dir dann die Frage stellen, ob das okay ist, dass du den Song jetzt nur wegen Figub feierst. Insgesamt sollte es aber kein Problem sein, wenn jemand, mit dem du zusammenarbeitest, bekannter ist als du.

rappers.in:
"Broke aber Dope" wurde komplett vom Baseler Produzenten Meister Lampe produziert. Kurz darauf erschien eine Remix-EP vom Berliner HawkOne, mit dem du auch zusammen eine EP-Trilogie abgeschliessen wirst. Das neue Mixtape wurde, bis auf einen Beat, aber von völlig anderen Beatbastlern produziert. Warum dieser Einschnitt?

Johnny Rakete:
Weil "Peng Peng" im Gegensatz zu den anderen Platten mit HawkOne kein Konzept hatte. Mit der Zeit schicken einem verschiedene Beatproduzenten Sachen, die man dope findet und auf denen man einen Track macht. Da sammelt sich in einem Jahr schon Einiges an und es wäre schade, wenn man die Sachen nur wegen eines fehlenden roten Fadens liegen lassen würde.

rappers.in:
Warum gibt es denn nicht hin und wieder eine Videopremiere, ohne dass man ein Tape macht? Irgendwie hängt das eine immer mit dem anderen zusammen.

Johnny Rakete:
Klar. Ich hätte mir die fünf Songs auch für eine eventuelle Durststrecke aufheben und hin und wieder eine Videopremiere raushauen können, aber das ist auch nicht mein Ding. Eigentlich hab' ich mir da gar keine großen Gedanken gemacht. Ich hatte die Songs fertig und hab' das dann einfach so veröffentlicht.

rappers.in:
Kann man denn auf ein weiteres Release mit Meister Lampe hoffen? Vielleicht sogar eine Fortsetzung von "Broke aber Dope"?

Johnny Rakete:
Wir haben auf jeden Fall noch regelmäßigen Kontakt und schicken uns Einiges hin und her. Es ist absolut nicht ausgeschlossen, dass da was passiert – ich kann halt nur noch nicht sagen, wann.

rappers.in:
Wenn wir schon bei Abschlüssen und Fortsetzungen sind: Vor einiger Zeit hast du, obwohl wohl kaum ein deutscher Rapper so offen mit seinem Cannabiskonsum umgeht, eine Auszeit eingelegt und die Zeit in einem Blog festgehalten. Wie wichtig war diese Erfahrung für dich und würdest du dich noch einmal in die Abstinenz stürzen?

Johnny Rakete:
Das war gerade zu der Zeit megawichtig für mich, das mal zu machen, weil ich insgesamt in einem relativ beschissenen Zustand war. Einfach mal eine Woche aufhören und den Kopf zur Abwechslung mal in anderer Form auf Papier zu bringen, war auf jeden Fall eine gute Erfahrung.

rappers.in:
Und den Blog betreibst du auch gar nicht mehr?

Johnny Rakete:
Nee, das war eigentlich ein einmaliges Ding. Natürlich kann es vielleicht mal wieder passieren, dass ich sage, ich würde mich gerne mal wieder anders ausdrücken – aber dann höchstwahrscheinlich nicht übers Kiffen. Interessant wäre aber mal eine Woche ohne Social Media, weil das auch so eine Sucht ist, die wir, glaube ich, gar nicht so bewusst wahrnehmen. Wir schauen ja den ganzen Tag nur aufs Smartphone.

rappers.in:
Aber man macht auch so ziemlich alles über das Smartphone. Es ist ja nicht nur Facebook, Twitter oder Whatsapp, sondern gleichzeitig auch Mail, Spielekonsole, vielleicht Literatur und Musikplayer.

Johnny Rakete:
Das ist ja der Wahnsinn an der ganzen Geschichte: Überleg mal, wie viel Zeit und Inhalt unseres Lebens in diesen Geräten steckt und zusammenläuft. Ich glaube, es wäre gut, sich auch mal wieder anderweitig zu beschäftigen. Ein Buch zu lesen oder eine Runde spazieren zu gehen und Zeit mit sich und seinem Kopf zu verbringen, statt unentwegt auf das Handy zu glotzen – ich glaube, das macht auf die Dauer krank.

rappers.in:
Auf der anderen Seite würden wir uns in dieser Konstellation und vor dem Background, den wir beide haben, aber auch nicht getroffen haben, ohne Internet hättest Du wahrscheinlich auch viele Wegbegleiter nicht kennengelernt.

Johnny Rakete:
Das ist doch auch so ein Punkt: Wir waren ja vorhin [Anm. d. Red.: Im Gespräch vor dem Interview] bei fehlendem Musikhustle vieler neuer Künstler und so ein Samy Deluxe, der würde uns auslachen. Früher musstest du Flyer verteilen und regelmäßig auf Jams gehen, damit dich irgendwer auch nur ein bisschen wahrnimmt. Ich hatte da zum Beispiel mit Soundcloud und Myspace ja auch schon einen heftigen Vorteil; das Internet hat da schon einen großen Einfluss. Ich habe HawkOne, Meister Lampe, Goldroger, all diese Leute übers Internet kennengelernt. Deswegen auch, wenn das vorhin den Anschein erweckt hat: Gar kein Hate aufs Internet, sondern eher die Frage, ob wir es nicht vielleicht zu exzessiv nutzen.



rappers.in:
Bei dir dreht sich eigentlich alles um Musik: Du schreibst Alben, spielst Gigs und bist viel unterwegs – aber auch eingeschriebener Geschichtsstudent. Was hat dich damals zum Studium bewogen?

Johnny Rakete:
Geschichte ist jetzt auch schon ein paar Semester her, mittlerweile sind es Philosophie und Theater- und Medienwissenschaften und vor Geschichte habe ich mich auch mal an Kulturgeographie versucht. Das sind einfach Dinge, die ich entweder in der Schule ganz nice oder jetzt im Studium auf dem Papier erstmal ganz interessant fand, um sich damit auseinanderzusetzen.

rappers.in:
Momentan scheint es mit Blick auf die politische Situation, als würde sich die Geschichte wiederholen. Die NS-Zeit, Rostock-Lichtenhagen, die NSU-Morde und die Vorkommnisse in Bautzen sind Beispiele für den meist lange Zeit unterdrückten und wieder aufflammenden Fremdenhass. Glaubst du, Deutschland hat ein Rassismusproblem?

Johnny Rakete:
Ich glaube leider Gottes, dass es in jedem Land dieser Erde Menschen gibt, die aufgrund der Herkunft, Hautfarbe oder Religion Vorurteile haben. Ich glaube deswegen nicht, dass es ein Problem ist, das man ausschließlich national betrachten sollte. Ich denke aber, mit Blick auf unsere Vergangenheit wird das alles bei uns etwas sensibler gehandhabt und wahrgenommen – wir sind halt die Nazis und daher ist da bei uns auch das mediale Echo immer etwas größer, wenn in der Richtung was passiert.

rappers.in:
Immer mehr Stimmen werden laut, die behaupten, Deutschrap müsse wieder politischer werden. Auf der anderen Seite benutzen rechtsextreme Gruppen und Organisationen Rapmusik, um Jugendliche für ihre Zwecke zu gewinnen – Kritik kommt da aber nicht in Interviews selbst oder auf musikalischem Wege, sondern oft nur von außen. Haben wir als Szene den Kampf gegen Extremismus verloren und versäumt, uns dort deutlich zu positionieren?

Johnny Rakete:
Die Absurdität fängt doch zum Beispiel bei Makss Damage schon damit an, dass jemand, der offensichtlich rechts ist, Rapmusik macht – das kann ich an sich schon nicht nachvollziehen. Rap spricht gegen alles, was rechtes Gedankengut ist, und da stellt sich mir die Frage, wie das vereinbar sein soll.

rappers.in:
Müsste es dann aber im Umkehrschluss nicht viel mehr Songs geben, in denen genau das thematisiert wird?

Johnny Rakete:
Politischer Rap ist für mich persönlich ein ganz heikles Thema. Ich würde mich jetzt auch nicht hinstellen und in einem Song das deutsche Schulsystem kritisieren, weil ich am Ende zwar eine Meinung zu etwas habe, aber eben kein fundiertes Wissen, um konstruktiv kritisieren zu können. Das Problem ist, dass halbwissend phrasendrescherischer Politrap auch kacke ist. Rapper, die Sachen sagen wie "Schuld ist das System" … das ist so wischi waschi und dann lass ich das lieber sein, statt nur Unsinn zu reden. Und, um auf das eigentliche Thema zurückzukommen: Wir sind nicht schuld dran, dass so etwas wie ein Makss Damage existiert. Daran sind seine Eltern und sein Umfeld, aber nicht die deutsche Rapszene schuld. Es ist halt absurd, dass Rechts und Rap so zusammengefunden haben. Das ergibt keinen Sinn. Schuld daran sind eher Leute, die dem eine Plattform bieten, ohne ihm im Interview Contra zu geben und seinen Bullshit, den der da redet, unkommentiert lassen.
Aber ob wir jetzt mehr Songs gegen Rechts brauchen, weiß ich nicht. Dann könntest du ja im Umkehrschluss auch sagen, wir brauchen mehr Popsongs gegen Rechts. Die Musik alleine hat das, glaube ich, nicht zu stemmen.

rappers.in:
Aber es gibt ja einen Unterschied zwischen Rap und Pop. Rap ist erst durch den Einfluss von Minderheiten und Unterdrückten zu dem geworden, was es ist und findet genau dort auch seinen Ursprung. Haben wir da nicht, aufgrund unserere musikalischen Historie, eine gewisse Bringschuld?

Johnny Rakete:
Dicker, genau deswegen ist Makss Damage doch der Idiot. Wer in einer Form, sich auszudrücken, die dort gereift ist, wo Minderheiten und Unterdrückte lebten und auch genau deren mindstate repräsentiert, gegen diese Menschen hetzt, der fickt sich selber. Er hat doch überhaupt nur die Möglichkeit zu rappen und dort gegen Juden, Schwule, Schwarze, such's dir aus, zu hetzen, weil irgendein Schwarzer mal angefangen hat zu rappen. Natürlich könnten wir alle zusammen einen Song gegen Makss Damage machen, aber ich glaube, so einem Spast sollte man einfach keine Aufmerksamkeit schenken. Es ist immer gut, sich gegen Rassismus zu positionieren, aber nicht gegen Makss Damage, der sich ja schon selbst gefickt hat. Es wäre völlig falsch, ihn da in eine Art repräsentative Position zu erheben und damit innerhalb seiner Gefolgschaft eine Machtposition einzugestehen – er ist ja auch nur ein kleiner Fisch.

rappers.in:
Deine eigene Musik bewegt sich immer irgendwo zwischen Anekdoten aus dem Leben eines sich selbst suchenden jungen Mannes und klassischem Battlerap. Sind das zwei Themenpools, denen du dich bewusst widmest, um eben zum Beispiel politischen Themen aus dem Weg zu gehen, oder setzt du dich einfach hin und schaust, was passiert?

Johnny Rakete:
Ich denke einfach laut auf Beats. Ich tu mich viel leichter damit, Situationen aus emotionaler Perspektive zu beschreiben und beneide da so Storyteller-Rapper, die wirklich eine Geschichte mit Bildern erzählen können, die vielleicht auch weniger mit ihnen selbst zu tun hat. Ich erinnere mich auch eher an ein Gefühl, was ich in einer bestimmten Situation hatte, als an die Situation selbst.

rappers.in:
Wie funktioniert es dann mit dem Schreiben deiner eher battlelastigen Songs?

Johnny Rakete:
Battlerap war für mich irgendwie einfach die Basis und Teil meiner Rap-Sozialisation. Ich bin ja mit Leuten wie Savas und Samy aufgewachsen, die in erster Linie Battle MCs waren. Einfach jemandem zu sagen, dass ich egal wann, egal wo geiler bin als er – das gehört einfach dazu. Ich hätte auch zu Zeiten von "Broke aber Dope" niemals damit gerechnet, dass ich irgendwann das schreibe, was ich jetzt schreibe – irgendwann kam mal mein Manager an und meinte, ich müsste auch was anderes tun, als nur zu battlen. Und jetzt hör dir meine letzten Sachen an.

rappers.in:
Samy und Savas – um die Beispiele mal aufzugreifen – stehen ja für eine ganz bestimmte Entwicklung deutscher Rapper. Wie siehst du, als jemand, der mit den beiden seine ersten Schritte gemacht hat, ihre Entwicklung?

Johnny Rakete:
Für mein Empfinden haben beide an Biss verloren – es kickt mich persönlich einfach nicht mehr. Es fehlt mir gerade bei den neuen Sachen etwas. Kein Plan, ob das dieses Nostalgieding ist, was man beim Hören alter Songs, die einen geprägt haben, immer hat. Man darf aber auch nicht vergessen, dass es eine neue Generation gibt, die jetzt mit ihren Songs aufwächst und das genauso feiert, wie wir damals die jetzt alten Sachen. Es ist deswegen schwierig, weil man nicht sein Leben lang der gleiche Mensch, ergo nicht der gleiche Rapper ist. Außerdem ist es ja auch abhängig von der Erwartungshaltung, die man an einen Künstler und seine Releases hat. Ein Nas zum Beispiel kämpft seit seinem ersten Album damit, an sein erstes Album anknüpfen zu können. Man geht aber auch anfangs wesentlich frischer an die Musik des jeweiligen Künstlers heran und nimmt folgende Sachen dementsprechend einfach anders wahr. Am Ende kannst du aber niemandem eine Entwicklung vorwerfen, weil du nicht weißt, was zu genau dieser Entwicklung geführt hat.

rappers.in:
Abgehesen vom Compliments Battle mit Kex Kuhl wartet man seit längerer Zeit auf dein Comeback bei DLTLLY. Wartet man vergeblich oder darf man dich in naher Zukunft vielleicht schon wieder battlen sehen?

Johnny Rakete:
Ich hab grundsätzlich schon Bock, aber zum einen kaum Zeit, um mich des Formats würdig darauf vorzubereiten, und auf der anderen Seite fehlt mir da ein geeigneter Gegner. Ich will keinen reinen Battle MC, der nur Battles macht. Da möchte ich schon jemanden auf Augenhöhe – aber wer auf meinem Level, der Shows spielt und Platten sowie Songs auf einem einigermaßen relevanten Niveau gemacht hat, stellt sich denn bei DLTLLY hin?

rappers.in:
Battleboi Basti beispielsweise.

Johnny Rakete:
Klar gibt es da ein, zwei Rapper, die Battles und Musik machen. Mio Mao und Schote zum Beispiel. Mir fallen spontan schon genug ein, aber das sind meistens Leute, die nicht kommen. Es gab ja schon die ein oder andere Anfrage, aber die Rapper müssen auch schon dazu bereit sein. Der Situation, dort face to face zu battlen und sich Sprüche zu drücken, wollen sich nicht viele Leute stellen, die schon ein bisschen was erreicht haben. Hinzu kommt, dass ich meinen Gegner auch schon scheiße finden muss – sonst ergibt das Battlen doch keinen Sinn.

rappers.in:
Du hast schon verlauten lassen, dass Zeit eine sehr rar gesähte Ressource ist. Neben Studium und Rap hast du in einer Burgerbude mit Lazy Lu und als Praktikant beim Bayrischen Rundfunk gearbeitet: Wie wichtig war die Erfahrung für dich und wie funktioniert der Spagat zwischen beruflich-finanzieller Absicherung und Musik?

Johnny Rakete:
Das Bugerbudending ist nur ein 400 Euro-Job, das hält mich jetzt nicht sonderlich groß auf, aber das Praktikum beim BR hat mich schon ordentlich ausgelastet, sodass ich in den zwei Monaten gar keine Musik gemacht habe. Du hängst da halt den ganzen Tag im Büro und wenn du dann heimkommst, duschen, essen, Tüte drehen und dann ist schon wieder spät und du musst direkt wieder ins Bett, damit du früh rauskommst. Es war ein korrekter Einblick und die Menschen von PULS sind auch alle super, aber dieses Ding, von Montag bis Freitag im Büro hängen, das ist auf jeden Fall nichts für Leute, die Musik machen. Ich versteh' jetzt auch die Leute, die gerne Musik machen würden, aber nicht dazu kommen – dieses Arbeitsleben ist schon Gift für die Musik.

rappers.in:
In der Vergangenheit musstest du wegen deiner Optik schon so einige böse Worte über dich ergehen lassen. Auf der anderen Seite verbindet man mit dem Namen Johnny Rakete auch ein ganz bestimmtes Bild. Überwiegen da eher die positiven oder negativen Erfahrungen?

Johnny Rakete:
Ganz ehrlich: Was juckt's mich? Wenn das das Einzige ist, was die Leute an mir kritisieren können, mach' ich mit meiner Musik doch alles richtig. Mich frontet nie jemand wegen meiner Musik, sondern nur wegen der Optik, aber ich glaube schon, dass meine Optik vom Wiedererkennungswert ein Vorteil ist – ich bin dadurch wohl auch leichter greifbar und von daher ist es wohl eher positiv als negativ.

rappers.in:
Zum Schluss: Kurzzeitig waren einige deiner Clips auf Youtube verschwunden, was hat es damit auf sich?

Johnny Rakete:
Am Anfang bestand mein Management aus einer Zwei-Mann-Firma – einer war korrekt und einer war ein Bastard. Die beiden haben sich dann irgendwann mal zerstritten und einer von beiden hat sich einen Spaß draus gemacht, das alles zu sperren. Wir haben dann einfach einen neuen Channel aufgemacht und den Kram reuploaded. Ich habe auf jeden Fall gelernt, auf mein Bauchgefühl zu hören und einem Menschen, den ich am Anfang nicht koscher finde, niemals zu vertrauen.

rappers.in:
Dann sind wir damit auch schon am Ende – du hast das letzte Wort.

Johnny Rakete:
Wer hat dieses Du-hast-das-letzte-Wort-Ding eingeführt? Nächstes Jahr gibt es neue Musik.



Facebook: Johnny Rakete

Peng Peng gönnen: Peng Peng

Autor: Falk Vogel

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