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Weekend

veröffentlicht: Sonntag, 12.08.2012, 10:31 Uhr

Autor: ProRipper



VBT 2011 gewinnen – check, VBT Splash!-Edition 2012 gewinnen – check, Europas größtes HipHop-Festival eröffnen – check, Supportact bei Idol Mac Miller werden und mal eben vor tausenden Rapfans spielen – check. Er kennt zwar niemanden, aber ihn kennt inzwischen wohl jeder. Die Rede ist natürlich von dem Gelsenkirchener Rapper Weekend, für den die letzten Monate trotz viel Stress wohl mehr als nur rund liefen. Auf rappers.in gleichermaßen gehasst wie geliebt, aber dennoch in bislang keinem Battle geschlagen – so etwas hat noch kein Künstler dieses Umfelds vor ihm geschafft. Klar, dass wir da passend zu seinem Auftritt auf dem diesjährigen Splash!-Festival in Ferropolis kurz mal bei ihm vorbeischauen mussten, um uns nach seiner aktuellen Lage in der deutschsprachigen Rapszene zu erkundigen. Herausgekommen ist dabei eines der wohl interessantesten Interviews zum Thema Videobattleturnier, das bisher geführt wurde – viel Spaß!

rappers.in: Nachdem das VBT für dich endgültig abgeschlossen ist: Wie geht es musikalisch weiter? Soweit wir wissen, arbeitest du momentan an einem Nachfolger für dein letztes Album "Fans gesucht" ...

Weekend: Das nächste Release kommt auf jeden Fall und ich möchte es so schnell wie möglich rausbringen. Ich denke, dass man zu dem Zeitpunkt was machen sollte, an dem einem Leute zuhören. Vielleicht wird das Ganze eine größere EP. Ich werde jetzt zwei Monate lang Gas geben und dann gucken, wo ich bin. Aber es wird kein Nachfolger zu "Fans gesucht". Das war mehr "Scheiß auf die Rapszene"-mäßig, während sich das neue Release mehr um Christoph, also um mich selbst, dreht.

rappers.in: Was meinst du, wie du deine durch Battles gewonnenen Fans von Musik überzeugen kannst, die wahrscheinlich anders ausgerichtet ist und andere Thematiken behandelt?

Weekend: Ich glaube nicht, dass Fans, die man durch Battlesachen gewonnen hat, alles Andere scheiße finden. Aber man darf Fans, die man wegen den Battles gewonnen hat, und Leute, die nur das VBT gucken, nicht miteinander verwechseln. Am Ende sind die tatsächlichen Fans wesentlich weniger als die Zuschauer, die deine Runden gesehen haben. Ich geh' also nicht davon aus, dass das alles so groß wird wie diese VBT-Geschichte ... Die Klickzahlen werden bei Solosachen nicht so hoch sein.

rappers.in: Wie viel vom VBT ist bei deinen neuen Sachen dann noch rauszuhören? Oder steckt das überhaupt nicht mehr drin? Zum Beispiel im Bezug auf Features oder deinen Style?

Weekend: Ich glaube, manche Leute empfinden diesen Style ein bisschen als arrogant, aber das ist auch einfach etwas verpeilt und wie ich wirklich bin. Darum ist da dann auch kein großer Unterschied – ich hab' keine zwei Rollen, in die ich schlüpfe. Vielleicht findet das in einem Battle noch mal anders statt, weil man sich selbst gut darstellen will, aber das ist trotzdem beides Mal Weekend beziehungsweise Christoph, der dahintersteckt.

rappers.in: Hast du eigentlich vor dem VBT schon mal gebattlet? Und wie bist du damals auf die Idee gekommen an einem Onlinebattle teilzunehmen?

Weekend: Ich hab' das Ende 2010 ein bisschen verfolgt. Ich kannte nicht alle Runden, sondern nur das Djin-Finale und zwei, drei andere Sachen. Ich fand das aber cool und hatte Bock darauf – also hab' ich einfach mal mitgemacht. Vorher habe ich schon gebattlet, aber das nie wirklich durchgezogen. Es gab mal ein angefangenes RBA-Battle und ich habe bei diesem "5000 für einen 16er"-Contest mitgemacht, wo ich in der ersten Runde gegen eine Frau rausgeflogen bin ... Favorite war da in der Jury und kam vorher zu mir und hat gesagt: "Du hast verloren, ich steh' auf die." Lumaraa heißt sie und ist auch auf rappers.in.

rappers.in: Hatten du und deine Gegner vor den VBT-Runden schon jeweils Kontakt untereinander? Und wie scherzhaft oder ernst läuft das alles hinter den Kulissen ab?

Weekend: Kontakt hatte ich zu niemandem vorher, mit dem ich gebattlet hab' ... (überlegt) Außer zu Duzoe – wir sind mal zusammen aufgetreten, das hab' ich ja auch in meiner Runde gebracht. Ansonsten kann ich natürlich nicht sagen, dass ich das alles total sportlich nehmen würde und nicht sauer wäre, wenn ich verliere, weil ich nicht verloren hab'. Man ist da bestimmt enttäuscht, aber ich würde das meinem Gegner nicht übel nehmen. Du gehst ja von Anfang an in ein Battle, um zu battlen und sagst am Ende nicht sowas wie: "Das war voll gemein, was du da gesagt hast." Von meiner Seite aus war da dann auch nie ein Problem. Ich hatte bei vielen meiner Gegner am Anfang des VBTs 2011 das Gefühl, dass die erst mal drei Tage lang im Forum schreiben mussten, dass ihre Runden ja auch ziemlich cool waren und eigentlich alles viel knapper hätte ausgehen müssen. Aber sobald der nächste Gegner kam, meinten die dann immer nur: "Den hat Weekend jetzt voll zerfickt." Weil die sich wahrscheinlich auch denken: "Wenn der mich besiegt hat, macht der auch die Anderen platt." Aber man hat schon gemerkt, dass einige kurz danach angepisst waren. Bei dem Splash!-VBT war das dann ein bisschen was anderes. Da war man sich bewusst, dass man jederzeit rausfliegen konnte, weil alle Teilnehmer krass waren. Aber da habe ich auch nicht mitbekommen, dass irgendjemand sauer war. Außer die Hörer.



rappers.in: Läuft das immer komplett professionell ab oder gibt es auch Momente, in denen du bestimmte Sachen persönlich nimmst?

Weekend: Ich habe ein paar Sachen von Leuten aus dem Forum oder Facebook ziemlich übel genommen. Es gab da echt einige Beiträge, die ich gelesen habe und bei denen ich mir nur dachte, was das für Vollidioten sind. Weil die dann Sachen über mich geschrieben haben, von denen sie meinten, dass es Fakten wären. Von wegen: "Der Wiegand verdreht ja immer die Wahrheit und lügt." Diese Leute kennen mich nicht und können das nicht über mich sagen. Wenn die sowas wie "Du siehst scheiße aus" oder "Deine Mutter ... " von sich geben, hab' ich damit kein Problem, aber in diesen anderen Beiträgen geht's darum, dass mir unterstellt wird, eine schlechte Persönlichkeit zu haben, obwohl die mich nicht kennen. Das ist dann schon relativ komisch. Ich find' das auch ziemlich asi, weil es mir als Person wichtig ist, dass niemand von mir denkt, ich wäre unfreundlich. Mir ist es wichtig, nett zu den Leuten zu sein und ich finde es richtig scheiße, wenn das anders dargestellt wird.

rappers.in: So viel zu den VBT-Zuschauern, aber gab es auch innerhalb der Battles zum Beispiel Lines, die dich persönlich getroffen haben?

Weekend: Es gab natürlich immer Lines, die ich gut fand und von denen ich dachte, dass sie mich als Rapper treffen, aber mich persönlich, als Christoph, hat glaube ich nichts getroffen. Da war keine Line dabei, von der ich dachte: "Das geht jetzt nicht klar und hat mich verletzt."

rappers.in: Wie war denn der Kontakt zu den anderen Teilnehmern bei der Splash!-Edition? Da kannte man sich ja wahrscheinlich schon ... zum Beispiel Battleboi Basti. Tauscht man sich vielleicht sogar vorher schon ein bisschen untereinander aus, was man denn machen würde, wenn man aufeinandertrifft oder warst du immer völlig überrascht von den Runden?

Weekend: Ich wurde immer überrascht – außer bei dem Battle mit Basti. Da war's so, dass wir zu dem Zeitpunkt, als die Texte geschrieben waren, zusammen in Berlin beim Interview für das Splash!-Mag waren und danach dachten, dass wir jetzt irgendwas zusammen machen müssten, wenn wir uns schon sehen. Mein Team und ich hatten auch die Kamera dabei und wollten eh in Berlin drehen, also haben wir mit Basti gequatscht und abgemacht, dass er am Ende in meinem Video steht. Dann sind wir essen gegangen und haben uns gegenseitig die Runden komplett vorgerappt. Der Deal war dann halt, dass wir wirklich nichts umschreiben. Bei den Kontern war's dann so, dass wir uns gegenseitig am Telefon die Parts vorgerappt haben – da war's ja egal, auf Konter konnte man ja nicht mehr reagieren. Das ist cool gelaufen und da war's dann auch schon fast so, dass wir uns gegenseitig noch Tipps gegeben hätten. Wir hatten auch den Anspruch, dass das einfach ein cooles Finale wird und wir uns nicht gegenseitig abfucken. Und das ist dann auch ganz gut gelaufen.

rappers.in: Deine Videos und Tracks wurden von Runde zu Runde immer professioneller. Siehst du das als etappenweise Steigerung? Sind die Leute, die das gemacht haben, mehr zusammengewachsen?

Weekend: Klar bin ich mit meinen Videoleuten mehr zusammengewachsen – irgendwann stehst du einfach vor der Kamera und dein Kameramann weiß, wie du dich bewegst und du weißt, wie er sich bewegt. Man kann direkt viel coolere Aufnahmen machen und braucht weniger Takes. Irgendwann hat man dann einfach einen Workflow. Man schreibt den Text in so und so vielen Tagen, man gibt die Spuren zum Abmischen ab und weiß, wann man sie bekommt, Peet macht den Beat fertig und so weiter. Dann haben wir das nach zehn Tagen fertig und noch vier Tage Puffer, falls was dazwischen kommt und die vier Tage nutz' ich mindestens dazu aus, um zu sagen, dass ich noch keinen Text habe. Und irgendwann steht halt alles. Aber ich glaube, man hat auch noch den entgegenwirkenden Effekt, dass man sich immer steigern muss, weil man an dem gemessen wird, was man schon gemacht hat. Und wenn das dann genau so gut oder schlechter als die vorherige Leistung ist, ist es halt eine "richtig beschissene Runde". Dann hassen einen alle. Darum ist der Anspruch, dass sich alles immer weiter steigert, schon krass.



rappers.in: Bist du jemand, der von so einem Druck gepusht wird oder hindert dich das eher in deiner Arbeit?

Weekend: Mich pusht so ein Druck auf jeden Fall, denn wenn ich keinen hab', hänge ich nur rum und denk' mir: "Mach' ich demnächst." Wenn ich eine Frist habe, setz' ich mich eher hin, als wenn ich weiß: "Ja, irgendwann sollte da mal ein Album kommen." Aber am Ende vom VBT war es dann doch eher eine "Ey, du musst das jetzt machen, auch, wenn es dich grade nur noch fertig macht"-Attitüde. Es war auf jeden Fall auch körperlich zehrend.

rappers.in: Du hast vorhin kurz angeschnitten, dass du mit deinen kommenden Sachen in eine andere Richtung gehen möchtest. Wenn man sich vorstellt, dass diese VBT-Szene eine eigene kleine Szene innerhalb von Deutschrap ist – möchtest du dich dann mehr in die weitere Szene integrieren?

Weekend: Ich finde, ein Hörer ist ein Hörer. Egal, ob er ein VBT-Hörer oder ein Deutschrap-Hörer ist. Ich glaube auch, dass sich das inzwischen krass gemischt und sich das VBT spätestens ab der Splash!-Edition in der normalen Szene etabliert hat. Da kann man nicht mehr nur diesen rappers.in-Strich ziehen – das ist überall angekommen. Wir haben das Splash! eröffnet und wenn ich da zehn Meter über das Gelände lauf', kommen fünf Leute an und wollen Fotos machen. Das ist nicht mehr nur rappers.in – das ist größer. Die Frage ist nur, wie lange sich so etwas halten kann. Ich glaube zwar schon, dass ich einen krassen VBT-Status habe und viele meiner Hörer aus der Ecke kommen, aber diese VBT-Szene ist grade so groß, dass man auch die Möglichkeit dazu hat, daraus rauszugehen, wenn man die nötige Unterstützung bekommt.

rappers.in: Viele Connections innerhalb deiner VBT-Runden kommen natürlich auch aus diesem Umfeld. Die 257ers waren eine coole "Überraschung", weil die nicht daraus stammen, aber ansonsten bewegst du dich sehr in einer rappers.in-nahen Szene ...

Weekend: Ja, wobei ich das ansonsten gar nicht mache. Ich hab' auf dem Album einen Track, der dieser VBT-Ecke zuzuordnen ist, aber ich hatte vor dem VBT mit niemandem von dort Kontakt. Ich habe schon darauf geachtet, Leute wie FiST oder die 257ers, mit denen ich schon lange was machen wollte, mit reinzuziehen, um nicht immer nur solche VBT-Features zu haben. Scheinbar hat das nicht gereicht, um das zu unterstreichen, aber mein musikalisches Umfeld ist eigentlich nicht das VBT. Ich feier' zwar diese Leute, die ich dadurch kennen lerne – also Lance, Basti, Mikzn und Co – aber die machen auch alle Sachen, die ich cool finde. Ich bin kein Typ aus dem rappers.in-Forum, der da die ganze Zeit Ausschau nach neuen, coolen VBT-Leuten hält. Ich guck' mir das zwar an und wenn jemand cool ist, hab' ich vielleicht auch Bock, mal was mit dem zu machen, aber das soll nicht der übliche Rahmen sein, in dem ich mich immer nur bewege. Ich will nicht nur der Battlerapper aus den Videos, sondern auch Weekend sein.

rappers.in: Aber du schließt Zusammenarbeiten mit Leuten wie Battleboi Basti nicht aus, richtig?

Weekend: Nein, auf keinen Fall. Ich feier' die. Die haben da halt auch mitgemacht und das sind Leute, mit denen ich arbeiten kann, aber das beschränkt sich eben darauf. Ich habe immer probiert, mich an Leuten aus der Szene, die ich feier', zu orientieren. Und wenn das welche aus dem VBT sind, ist das genauso cool, wie wenn es Leute sind, die nicht aus dem VBT stammen.

rappers.in: Zum Abschluss würden wir gerne von dir wissen, was du zukünftigen VBT-Teilnehmern für Tipps mit auf den Weg geben würdest. Du hast bis jetzt schon zwei unserer Turniere gewonnen – gibt es irgendwelche Ratschläge?

Weekend: Das hört sich jetzt total dumm und einfach an, ist aber eigentlich total schwierig: Man muss die Sachen in Tracks so sagen, als würde man sie seinem Gegner in dem Moment wirklich sagen. Es sollte sich nicht anhören wie ein runtergeschriebener Text. Das ist das, was ich probiert habe und das finde ich auch wirklich wichtig. Der Typ, der da steht und irgendwas verkörpert, muss Sachen sagen, die man ihm abnimmt und sie so rappen, als würde er sie grade sagen und nicht, als hätte er sie irgendwann mal geschrieben.

rappers.in: Man muss es also weniger als Videobattle, sondern als Live-Battle sehen?

Weekend: Genau. So, als würdest du dastehen, deinen Gegner scheiße finden und ihn fragen: "Was soll das? Warum? Mach das nicht ..."


(Pascal Ambros, Pauline Staigle & Benedikt Dirschl)

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