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Vega
veröffentlicht: Freitag, 09.10.2009, 18:17 Uhr |
Autor: lupa |
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"Ich bin Straße ohne Drogengeld und Stiche im Rücken – denn ich bin stehen geblieben, als die andern Fische sich bückten." Man erlebt selten, dass wenige Worte einen Menschen und seine Musik derart treffend beschreiben, wie diese Zeilen aus dem Intro von "Lieber bleib ich broke", dem neuesten Werk von Vega. In der deutschen Raplandschaft findet sich womöglich nicht so schnell ein Zweiter, der die Straße genau so schnörkellos verkörpert und Werte wie Ehrlichkeit und Geradlinigkeit so glaubhaft repräsentiert, wie der Frankfurter mit den Ultras im Rücken. Und auch die unzähligen Umwege, die das Album nahm, bis es schließlich über Vegas eigenes Label Butterfly Music das Licht der Welt erblickte, konnten den Asphaltpoeten kaum vom direkten Weg abbringen. An dessen Ende bekommt der ungekrönte König nun hoffentlich zu guter Letzt die Beachtung, die er schon lange verdient. Anlässlich seines heutigen Releases trafen wir Vega zum Interview und erfuhren neben diversen Kochrezepten auch einige der typischen Wahrheiten, für die der Künstler nicht nur in seiner Musik einsteht.
rappers.in: Dein Album heißt nach wie vor "Lieber bleib ich broke". Lieber bleibst du broke, als...?
Vega: Größtenteils bleib' ich lieber broke, als dass ich so werd' wie der Rest. Das ist breit gestreut, sag' ich mal. Aber da ist natürlich viel Raum für Interpretation – jeder hat da so ein bisschen seine eigene Meinung dazu. Früher war das gerade in Frankfurt so, dass man sagt: "Lieber bleib' ich broke, als dass ich dem Kommerz verfall'." Das ist jetzt so in der Form nicht mehr damit gemeint. (überlegt) Also, ich würd' kein Feature mit irgendjemandem machen, auch nicht für Geld, wenn der Kollege mir nicht passt, oder mir die Sachen, die er macht, nicht passen. Ich würd' nicht auftreten in 'nem Lineup, in dem Leute sind, die ich nicht mag. Oder wo ich sag': "Da kann ich nicht dahinter stehen." Und auch, wenn es fünf-, sechs-, sieben- oder achthundert Euro gibt – ich würde das nicht machen. Das hab' ich noch nie gemacht und das will ich eigentlich auch so beibehalten. Das ist eigentlich größtenteils die Sache. Ich hab' irgendwann mal auf "Deutsche Probleme" eine Line gehabt, wo ich sag' "lieber bleib' ich broke" und das hat mir gut gefallen. Und dann hab' ich das Album so genannt.
rappers.in: Wo wir gerade schon bei den deutschen Problemen sind... Du hast dein Album ja damals, vor drei Jahren, schon angekündigt. Wie kann man sich das vorstellen – hast du dann zu der Zeit schon mit der Arbeit zum Album begonnen, oder seit wann läuft dieser Produktionsprozess?
Vega: Ich hab' kurz nach "Deutsche Probleme", vielleicht nach acht Wochen oder so, damit angefangen. Da war ich allerdings noch mit Seppo zusammen. Hab' dennoch mit den Emonex-Jungs aufgenommen, alleine und hab' da dran vielleicht drei, vier Monate gearbeitet. Dann hat es irgendwann mit Seppo gekracht und ich war praktisch labellos, alleine und die Songs waren alt. Ich hab' erstmal sechs Monate gar keine Mucke mehr gemacht, weil ich einfach keinen Bock mehr hatte – mich hat das alles abgeturnt. Ja, wie soll ich sagen, ich hab' das alles nicht verstanden, was da so passiert ist. Und hab' halt eben 'ne Zeit lang nichts gemacht und dann noch mal ganz von vorne angefangen. Und dadurch, dass wir halt immer keinen Vertriebsweg hatten, kein Label, war das dann auch noch mal ein Schritt, zu sagen: "So, wir machen das selbst. Wir bringen das selbst raus." Und es ist einfach wesentlich mehr Arbeit als wir uns das am Anfang gedacht haben. Wir waren im ersten Moment einfach schlichtweg überfordert und haben es nicht hinbekommen, das rauszubringen.
rappers.in: Also, es gibt quasi nichts auf dem Album, was du schon vor drei Jahren geschrieben oder aufgenommen hast?
Vega: Vereinzelte Songs, bei denen ich der Meinung war, die sind immer noch gut oder gut genug – also, alles, was mich heute noch flasht, ist da auch noch drauf. Aber wir haben auch zwölf, dreizehn Tracks wieder runtergeschmissen. Auch neuere Songs haben wir runtergeschmissen und gegen andere neue getauscht. Wir haben für das Album im Endeffekt um die 45 Songs gemacht. Ich hab' aber auch das Problem, dass ich immer Songs anfange und dann mach' ich die nicht fertig, wenn der erste Sechzehner mich nicht umhaut. Deswegen hab' ich bestimmt im Studio so 10 bis 15 Parts auf irgendwelchen Beats, die ich dann nicht weiter gemacht hab'. Ich bin da ein bisschen wählerisch.
rappers.in: Hast du sonst noch irgendwelche näheren Infos zu dem Album für uns?
Vega: (grinst) Was wollt ihr denn genau wissen?!
rappers.in: Naja, gibt es irgendeinen roten Faden oder ein Thema, welches das Album bestimmt?
Vega: Also, ich würde sagen, es ist ein sehr, sehr... Naja, hässlich gesagt: ...ein "deepes" Album, wie die Leute immer sagen. Es ist relativ nachdenklich, ein kleines bisschen schizophren auch. Aber ich hab' eigentlich alles, was mich die letzten drei Jahre beschäftigt hat, da drauf verarbeitet. Mit Exfreundinnen, mit Seppo, mit dem neuen Label... Savas ist drauf. Ercandize ist drauf. Face ist drauf – den haben wir auch gesignt, der hat seine Free-EP bei uns gemacht. Es ist also viel passiert in drei Jahren und deswegen hab' ich viel zu erzählen. Es ist viel für meine Jungs drauf. Es ist viel für zu Haus drauf, also praktisch für Frankfurt. Aber generell ist es eigentlich sehr, sehr breit gefächert, thementechnisch. Und mit sehr wenigen Battlesachen eigentlich. Vielleicht fünf, sechs Songs. Der Rest ist alles relativ deep gehalten.
rappers.in: Man kann ja eigentlich sagen, dass es um "Lieber bleib ich broke" schon einen kleinen Hype drum gibt – die Leute haben sehr lange darauf gewartet. Wie gehst du damit beziehungsweise mit den Erwartungen um? Gibt es für dich schon irgendwo 'nen Druck, auch von Seiten der Fans aus, der auf dir lastet?
Vega: Das Problem ist, dass ich diesen Hype gar nicht so wirklich einschätzen kann. Ich kann mit irgendwelchen MySpace- oder YouTube-Klicks nicht einschätzen, wie ich in der Szene stehe. Generell mache ich mir keinen Druck von außen. Ich hab' den Leuten immer gesagt, dass es mein erstes Album ist. Mein Baby, sozusagen. Und die Leute mussten einfach warten, bis ich der Meinung bin, dass es fertig ist. Alles, was danach kommt, muss natürlich schneller passieren. Das ist ja klar. Ich weiß nicht mehr, wer, aber irgendjemand hat das doch gesagt: "Für dein erstes Album hast du dein ganzes Leben, für dein zweites sechs Monate." Weißt du, was ich mein'?! Und genauso werden wir es auch handhaben.

rappers.in: So, wie ich das mitbekommen habe, haben Emonex wieder hauptsächlich produziert. Was zeichnet gerade sie für dich aus?
Vega: Von Anfang an war die Sache einfach die, dass ich mich bei den Jungs extrem wohl gefühlt hab' und ich nicht so der Kerl bin, der viel allein zu Hause und in Ruhe schreibt. Ich brauch' ein größeres Umfeld und die Leute um mich rum, die Emonex-Jungs zum Beispiel oder Face. Allein wenn ich im Studio bin, fühl' ich mich einfach besser und schreib' anders. Das muss man einfach so sagen. Das war so der erste Grund, warum ich bei den Jungs geblieben bin. Ich hab' mich da einfach zu hundert Prozent wohl gefühlt und konnte da ungestört meine Musik machen. Ich konnte machen, was ich wollte, ganz alleine. Und einfach, dass die Jungs zehn, elf Beats auf dem PC hatten, die mich komplett umgehauen haben. Das ist halt manchmal einfach so... Es gibt einfach die zwei, drei Produzenten, die jeder so hat und die komplett nach seinem Geschmack sind. Emonex ist halt in meinem Fall einer davon. Ich mag diesen düsteren Sound, Streicher und diese französischen Einflüsse. Ich steh' halt auf so was. Ich find', die Jungs machen das halt sehr gut. Vielleicht noch Sti oder so. Oder Benni Blanco. Solche düsteren Sachen, das ist einfach mein Fall. Und wenn ich dann so einen vor der Haustür hab', der in dem Fall so unerfahren war und auch in der Szene praktisch nichts gemacht hatte... und wir beide denselben Weg vorhatten, extreme Youngsters waren und gesagt haben: "Komm, wir machen das jetzt einfach zusammen" – dafür war er in meinen Augen halt perfekt.
rappers.in: Du hast ja eben quasi schon gesagt, dass du ein paar Parts aufgenommen hast, die aber nicht aufs Album gekommen sind. Hast du schon was davon veröffentlicht oder stellst du die vielleicht irgendwann, zum Beispiel auf MySpace, hoch?
Vega: Also, höchstwahrscheinlich werden die zumindest für die nächsten 15 Jahre verschwinden. Vielleicht bringt ja irgendwer mal ein Best of-Album raus mit 60 unreleased Songs oder so was. Aber generell bin ich der Meinung, dass es schwer ist, ein Album mit Songs zu promoten, die selbst nicht krass genug waren, um aufs Album zu kommen. Das macht in meinen Augen wenig Sinn. Deswegen haben wir die Exclusives, die das Album promoten, alle neu gemacht. Was vielleicht das ein oder andere Mal auch wieder 'nen Qualitätsunterschied aufweist. Da ist es vielleicht alles noch mal 'nen kleinen Tick besser geworden. Aber das macht im Endeffekt nichts mehr aus so. Ich finde, ein Song, der nicht aufs Album kommt, sollte dann auch nicht bei MySpace erscheinen.
rappers.in: Mittlerweile ist dein Label Butterfly Music über sechs Monate alt. Welche Erfahrungen nimmst du denn aus der kurzen Zeit jetzt schon mit und welches Fazit ziehst du daraus?
Vega: Das ist schwer. Wie gesagt, ich hab' gemerkt, wie viel Arbeit es ist. Wie wichtig kleine Details sind. Die Kleinigkeiten machen am Ende des Tages die Perfektion aus. Das ist auf jeden Fall etwas, was ich gemerkt hab'. Und ich hab' mir auf ne gewisse Art und Weise gedacht, ich stell' Face' Free-EP einfach auf meine Internetseite und die Leute werden das wohl oder übel einfach feiern, denn da steht Vega. Dann hab' ich Face gesignt – und das ist dann leider Gottes eben auch nicht so. Es ist sehr, sehr viel Arbeit, aber natürlich auch sehr, sehr viel Freiraum. Ich kann alles machen, was ich will. Alles. Und das ist natürlich auch ein riesen Vorteil, den ich mir eigentlich auch nicht mehr nehmen lassen will. Man braucht dann natürlich auch ein gewisses Geld in der Hinterhand, wo wir einfach auch ein bisschen Glück haben, mit ein, zwei Leuten, die wir da mit im Boot haben. Generell ist auf jeden Fall viel passiert und viel auch gut gelaufen. Wir haben die Face Free-EP gemacht und die Leute haben sie auch gut angenommen so. Es wurde oft runtergeladen und auch viel gefeiert und ich denke, dass man da auch auf jeden Fall noch was reißen kann.
rappers.in: Du hast ja eben schon gesagt, dass Savas auch auf deinem Album zu hören sein wird und du warst ja auch neben ihm auf dem "Der Beweis"-Remix vertreten. Konntest du aus der Zusammenarbeit mit ihm in puncto Labelarbeit irgendwas mitnehmen? Vor allem weil das mit Optik gen Ende ja vielleicht auch ein bisschen "ungut" gelaufen ist – hast du da für dich auch irgendwelche Schlüsse gezogen?
Vega: Ich war nicht lange mit Savas unterwegs, aber ich war bei ihm zu Hause und durfte da den Part aufnehmen. Wir haben schon damals den Song aufgenommen, der es leider nicht auf "John Bello" geschafft hat. Aber alleine mit diesem Mann im Studio zu sein, zu sehen, wie er arbeitet, wie er einrappt, wie er schreibt – da ist mir das Herz in die Hose gerutscht. Ich bin echt ein überheblicher Kerl, sag' ich mal, mich kann recht wenig schockieren. Aber mit Savas zu rappen, das war für mich persönlich in den letzten fünf Jahren das Größte, was passiert ist, definitiv. Und naja, businesstechnisch... Das Ding ist einfach: Er ist Savas. Er ist der King. Ich schreib' ihn an: "Können wir 'nen Song für mein Album machen, es muss schnell gehen." Er kommt Montags ausm Urlaub zurück und schickt mir dienstagabends seinen Part. Das zeigt auf jeden Fall, was für ein Profi er ist und irgendwo auch, wieso er so erfolgreich ist. Und das wollen wir natürlich genauso machen. Von Savas kann man immer lernen. Egal in welcher Richtung.
rappers.in: Wird denn jetzt neben deinem eigenen Album noch bald was anderes über Butterfly Music releast oder was ist diesbezüglich dein Plan?
Vega: Naja, Face wird in nächster Zeit halt sein Mixtape machen. Er hat angefangen, ein, zwei Songs aufzunehmen. Das wird sicher noch drei, vier Monate dauern. Und danach wollen wir entweder einen "Butterfly Sampler" machen oder ein "Emonex-Team Produzentenalbum". Das wissen wir noch nicht. Im Moment denken wir, dass es eigentlich ganz gut wäre, mal das komplette Team vorzustellen. Auch mit Emonex als Produzenten. Mit Bosca, der mich eben auch noch grad gebackt hat. Mit Olson Rough, den wir ja kürzlich erst gesignt haben. Mit Face, mir und sag' ich mal, was sonst noch in dieser Butterfly-Familie rumschwebt. Üba3ba, Abroo... die ganzen Lemgo-Jungs. Das sind ja alles Leute, die uns ziemlich nahe stehen. Dass wir da eben mal so ein kleines Family-Album machen.
rappers.in: Nachdem wir dir jetzt so viele Fragen über deine eigene Musik gestellt haben, wäre es mal interessant, ob du momentan ein besonderes Album extrem feierst. Oder was du privat für Musik hörst und was dich in letzter Zeit besonders beeinflusst.
Vega: Oh, das ist 'ne richtig schwere Frage, weil ich mich in den letzten Monaten immer so darüber beschwert hab', dass nichts mehr gekommen ist, was mich so richtig geturnt hat. Schon seit Monaten nicht mehr, muss ich ganz ehrlich sagen. Natürlich Savas, ok. Diese John Bello-Sache. "Assassin" von Azad hab' ich gefeiert. Definitiv. Aber das sind im Endeffekt immer dieselben, die Leute feier' ich seit zehn Jahren. Azad ist höchstwahrscheinlich der Grund, warum ich rappe. Savas hat da genauso dazu beigetragen. Ich bin ein riesen Casper-Fan so. Er ist für mich auch auf jeden Fall einer der Top 3-Rapper in Deutschland. Er hat aber halt auch schon seit längerer Zeit... (überlegt) naja, okay doch... also, seit längerer Zeit nichts mehr gemacht. Ja, auf dem Selfmade-Sampler, gut. Da hat er auch einen riesen Song. Dieser Vatertag-Song ist unglaublich. Ich bin sehr gespannt, was er macht. Ansonsten hör' ich viele französische Sachen, nach wie vor. Rick Ross-Album hab' ich mal reingehört. Aber sonst in Deutschland... Klar, Jonesmann, Banjo hab' ich gehört. War auch cool, aber da hatte ich mir auch ein kleines bisschen mehr sogar erwartet. Ansonsten feier' ich einfach meine Mucke. Face seine EP... und natürlich Olson Rough, "Rudeboy".
rappers.in: Die nächste Frage hat sich eigentlich schon ein bisschen erübrigt. Aber vielleicht wird es ja doch noch konkreter. Auf Herr Merkts "Kennenlernrunde" hast du gesagt: "Es gibt hunderte Rapper, doch nur vier, die gebumst haben". Welche vier waren das denn?
Vega: Mit "vier, die gebumst haben" war auf jeden Fall nicht der sexuelle Kontakt gemeint, sondern... (alle lachen) Ja, ich muss das doch mal hier klarstellen. Nicht, dass die Leute denken, es geht hier um Sex! Vier war einfach so 'ne Zahl, die ich mal in den Raum geworfen hab'. Aber in meinen Augen wirkliche Kings so, das sind nur Savas, Azad, Olli, Ercan so. Der Rest, da gibt es auf jeden Fall nur, drei, vier, fünf... Naja, okay. Jonesmann auch. Aber man kann die alle an nur zwei Händen abzählen so, die wirklich guten Jungs. Der Rest ist sehr gleich. Und es gibt noch mal vielleicht einen Pool von drei, vier, fünf Leuten, die aber so mal werden könnten, meiner Meinung nach.
rappers.in: Du betonst ja immer wieder, dass Ehrlichkeit und Authentizität dir wirklich wichtig sind. Das passt irgendwie auch so ein bisschen zu dem, was du eben gesagt hast... Ist das denn nur ein Anspruch, den du an dich selber hast, oder gilt dieser Anspruch von dir aus auch für andere Leute?
Vega: Generell feier' ich eigentlich alles, was mich bis zu 'nem gewissen Grad unterhält. Ich mein'... (überlegt) Also, das ist echt 'ne schwere Frage. Ich hab' den Anspruch an mich auf jeden Fall tausend Mal mehr, als an andere Künstler so. Aber eigentlich... (macht eine kleine Pause) Eigentlich sind die Jungs, die ich feier', schon alle authentisch. Denk' ich. Find' ich. Auf jeden Fall. Casper ist überauthentisch. Ercan sowieso. Savas, Azad, Olli auch. Oder Favorite zum Beispiel, den feier' ich auch. Der ist halt krass durchgedreht. Ich feier', was er macht und die Mucke, die er macht. Ich feier' auch Kollegah, weil es einfach vom Handwerk sehr, sehr gut gerappt ist. Es ist lustig. Es ist gut gemacht. Und dann feier' ich das auch. Aber ich persönlich mach' das halt ein kleines bisschen anders.

rappers.in: Machen wir doch mal ein kleines Gedankenspiel. Nehmen wir mal an, Rap würde verboten werden und du würdest dich an dieses Verbot auch halten. Welche Musik könntest du dir vorstellen, dann zu machen?
Vega: Electromusik. Zu hunderttausend Prozent. Irgendwas Richtung Techno, Electro würde ich auf jeden Fall machen. Würde ich auch so gerne machen, neben Rap. Aber ich hab' da im Moment nicht die Zeit dazu. Ich mag so wenig Amirap. Ich kann nicht in irgendwelche Clubs gehen, wo irgendwelche R'n'B- oder Amisachen gespielt werden, weil ich die Mucke nicht feier'. Und um feiern zu gehen – Deutschrap-Clubs gibt's nicht. Wobei das jetzt auch nicht so die Partymusik ist. Aber deswegen geh' ich eben auf Electro feiern. Also elektronische Musik auf jeden Fall.
rappers.in: Wir haben irgendwo aufgeschnappt, dass du Pizzabäcker warst oder bist. Stimmt das?
Vega: Nee, ich war Getränkeverkäufer. Ich war vieles. Ich war auch schon Bofrost-Verkäufer. Ich hab' auch schon mal Telefonverträge auf der Straße verkauft. Ich hab' auch schon Jeans verkauft. Ich hab' alles verkauft.
rappers.in: Kannst du dir denn vorstellen, woher dieses Gerücht kommt? Gibt's da irgendeine Geschichte dazu, oder hast du das gerade das erste Mal gehört?
Vega: Ich hör' das grad zu ersten Mal. Aber habt ihr eine? (grinst)
rappers.in: Nee, wir haben das nur so gehört.
Vega: Also ich back' viel Pizza zu Hause auch, wie man an meiner Figur auch sieht. Aber...
rappers.in: Verrat uns dann doch mal dein Lieblingsrezept! (lacht)
Vega: (erstaunt) Mein Lieblingsrezept?!
rappers.in: Ja, dein Pizzarezept eben.
Vega: Ja gut, also, wenn ich Pizza back', dann eher... Wagner. (lacht) Zehn Minuten vorheizen...
rappers.in: Na toll. Jetzt hast du das so groß angekündigt, als könntest du Pizza selber machen.
Vega: Jaja. (grinst) Aber ich hab' auch letztes Mal gemerkt, dass es gar nicht so schwer ist, Pizza selber zu machen. Da gibt's Packungen, da ist der Teig schon drin, den muss man einfach nur so ausrollen.
rappers.in: Selber machen!
Vega: (lacht) Ja, gut. (räuspert sich) Also meine Spezialität ist halt Tomaten-Schafskäse-Salat. Das ist groß! Kennt ihr diesen Patros-Schafskäse?
rappers.in: Klaaar.
Vega: Seit ein paar Wochen ist da immer ein Salat-Krönung-Pack dabei, das heißt "Griechische Kräuter". (alle lachen) Pass auf, das ist echt gut! Du musst einfach den Schafskäse klein machen, machst da diese Packung in die Schüssel. Machst drei, wie heißt das? Dieser große Löffel. Ach, Esslöffel. Machst also drei Esslöffel Öl rein und drei Esslöffel Wasser.
rappers.in: Olivenöl?!
(Vega guckt verwirrt)
Vega: Ehhh, ja genau. Olivenöl. Wie du das schon weißt! Diese Salat-Krönung-Packung dann, den Schafskäse, die Tomaten und ein bisschen Balsamico... und dann: Königlich!
rappers.in: Königlich. (lacht) Wir probieren das glatt aus.
Vega: Ich hoff's! Auf jeden Fall. (lacht)
rappers.in: Wir haben noch eine ernste Frage hier. Wenn man viele Interviews macht, dann kriegt man ja oft auch Fragen gestellt, die man immer wieder hört. Gibt es denn eine Frage, auf die du schon immer gewartet hast, aber die noch nie gekommen ist?
Vega: Bufff. Ooooh. (überlegt) So spontan fällt mir da nichts ein. Hm. Nee, nicht wirklich. Also, mein Album kommt. Das ist das Einzige, was zählt. Aber es gibt viele Fragen, die mich nerven.
rappers.in: Was nervt dich denn am meisten?
Vega: Wenn sie mich fragen, was mit Seppo und mir war und solche Sachen. Also: Nein, nicht wirklich. Aber ihr könnt mir natürlich eine stellen, die mir nie jemand gestellt hat.
rappers.in: Kleidung.
Vega: Ja, cool. Komm, frag mich was über Kleidung.
rappers.in: Wenn du ein Kleidungsstück wärst – welches wärst du und warum?
Vega: Also da muss ich ganz kurz fragen: Was gehört alles zu "Kleidung" dazu? Auch Schuhe?!
rappers.in: Schuhe, Caps...
Vega: Dann wäre ich auf jeden Fall ein Nike Airmax 90.
rappers.in: Yeah! Warum?
Vega: Weil das der härteste Schuh der Welt ist – aller Zeiten. (Vega bemerkt den kritischen Blick der Redakteure unter den Tisch) Ja, ich hab' jetzt gerade Reeboks an. Weil in Frankfurt ist das natürlich das Gegenstück zum Airmax. Aber Airmax, die Alphajacke, grauer Kapuzenpulli zum Beispiel... Perfekt oder?! (grinst) Ich bin nicht so der Styletyp leider.
rappers.in: Leider?
Vega: Ja, ich weiß ja nicht. Heutzutage ist es ja so, dass die Leute alle blonde Strähnchen haben und Haare im Gesicht. Und solche verrückten Sachen.
rappers.in: Soso. Falls du noch irgendwas an unsere User loswerden willst oder an uns oder sonst wen, dann kannst du das hier und jetzt gerne tun. Eine grandiose Lebensweisheit wird auch immer gerne genommen.
Vega: Eine Lebensweisheit... Also, ein Rezept habt ihr. Ihr wisst jetzt, was ihr essen sollt. Was ihr anziehen sollt. (lacht) Ihr wisst, welches Album ihr kaufen müsst: "Vega – Lieber bleib ich broke". Ihr könnt auch auf butterfly-music.de gehen und euch in unserem Forum anmelden. Da freuen wir uns alle drüber. Wir sind schon eine kleine coole Community. Ja, und kommt zu meinen Auftritten und macht Party mit uns.
rappers.in: Vega, vielen Dank!
Vega: Ich danke euch.
(Florence Bader & Pauline Staigle)
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