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Sendemast – State Of Flavour

veröffentlicht: Donnerstag, 12.07.2012, 17:35 Uhr

Autor: Die Robbe



01. Intro
02. State of Flavour
03. Lasershow feat. DJ Mirko Machine
04. Makrele feat. Busenhalter & DJ Stylewarz
05. Inhalt feat. DJ Skala
06. Mit der Clikk feat. Mister Lipster
07. Simple is King Beat feat. DJ LuKutz
08. Bibelkurs feat. Maulheld
09. Back to Flavour feat. Toni L, Cutcannibalz & Soulcat E 5
10. The Geto
11. 0341
12. Mörderdolch
13. Babel
14. Outro

Facebook-Likes, YouTube-Klicks und Blogs geben heutzutage anscheinend Auskunft über Popularität und zukünftige Verkaufszahlen eines Künstlers. Dadurch hat der dogmatische HipHop-Kopf die vollkommene Übersicht auf das Szene-Geschehen, oder etwa nicht? Nicht ganz, denn The Finn, Pierre Sonality, Marcus B. (Funkverteidiger) und DJ Ronny Montecarlo greifen aus dem Hinterhalt an. Die überwiegend in Ostdeutschland beheimatete Crew will Deutschrap einmal mehr mit ihrem antiquierten Sound überfallen. Und wirklich auf dem Zettel hatte man die Funkverteidiger ja auch nicht, trotzdem konnten sie vor allem die alteingesessene Hörerschaft mit ihren jazzigen Oldschoolbeats und Dam-Funk-Einflüssen überzeugen, wenn nicht sogar begeistern. Der für Cuts und Beats zuständige Markus B. hatte bereits auf dem damaligen Langspieler "Die Funkverteidiger" gezeigt, dass er weder an drückenden Drums noch an Samples spart. Ebenso wenig hält er sich diesmal mit Voicesamples zurück: KKS, Jay-Z, Creutzfeld & Jakob, Huss & Hodn, Nas, Bahamadia und viele mehr gaben diesmal dem "State of Flavour" ihre Stimme.

Sendemast setzt sich aus den Funkverteidigern und weiteren Soloacts zusammen, so lässt schon der Blick auf die Tracklist erahnen, dass mit DJ Stylewarz und DJ Mirko Machine gleich zwei ausgewiesene Oldschoolhelden der goldenen 90er den State of Flavour als treue Gefolgschaft bereichern. Inhaltlich hält sich die Sendemast-Clikk allerdings bedeckt, man möchte lediglich batteln und verzichtet dabei gänzlich auf Storytelling und ergreifende Geschichten aus der Booth. Im New York der 90er-Jahre findet man sich jedoch schnell wieder, sobald verrauchte Jazzpianos und schmutzige Drums das Album in Form von "Lasershow" einläuten – hier ist das atmosphärische Knacksen und Knistern kein bloßes Stilmittel, sondern nicht mehr wegzudenken.

"Zu real für Beef im Krieg der MC-Klone/
Keine miese Droge, die ich für die Quote promote/
Du siehst crazy, dope, breakende Atome/
Legst du Zeilen meiner Reime unter Mikroskope/
"
(Toni L auf "Back to Flavour")

Dass der Boombap-Rap der 90er einen großen Einfluss auf die Protagonisten hat, lässt sich unschwer erkennen. Der verstaubte Throwback-Sound, sowie die jazzig-geschliffenen Pianos lassen The Finn und Pierre Sonality nicht selten Symbiosen mit den brillant produzierten Beats eingehen.
"State of Flavour" wird zu Teilen über Torchs Label 360° vertrieben. Und nicht nur Torch, sondern auch Toni L beteiligt sich am "Flavour" und lässt seinen Funk fließen. Auf derlei musikalischer Untermalung hat man es als Altmeister allerdings auch nicht wirklich schwer. Der Part des Funkjokers sorgt für etwas Abwechslung inmitten der stimmlichen Monotonie, die nach mehrmaligem Hören leider aufkommt. Hin und wieder beschleicht mich jedoch das Gefühl, dass die grandiosen Instrumentale mit teilweise substanzloser Lyrik gefüllt werden. Es fällt schwer, Beispiele hierfür zu nennen, da sich die Songs fast ausschließlich durch Voicesample, Snare und Drum voneinander unterscheiden – überspitzt ausgedrückt. Symptomatisch für die textliche Eintönigkeit ist hierbei wohl der Track "Inhalt":

"Ich will keinen Inhalt/
Sei einfach nur echt/
Mach's einfach wie ich/
Ganz einfache Tracks/"
(Pierre Sonality auf "Inhalt")

Auch, wenn thematisch so gut wie gar kein Gebiet bedient wird, außer vielleicht das Battlen, ist es genau die Musik, die man hören will, wenn man im Park entspannt und einfach nur relaxen möchte. Und viel anders war das beim Tape "Die Funkverteidiger" ja auch nicht, um noch ein letztes Mal diesen Vergleich zu ziehen. Die Produktion des Albums hat mehr als zwei Jahre gedauert, es haben mindestens fünf Personen daran gearbeitet und man kann durchaus von einem gelungen Tape sprechen, doch auch eine gewisse inhaltliche Tiefe erwarten – oder hapert es vielleicht daran, dass wir gerade in den 90ern sind, wo eine wohlgeformte Tüte mehr wert ist als jede Geschichtsstunde? Man könnte den inhaltlichen Einheitsbrei als monoton abtun. Wohlwissend, dass mich niveauvoller Battlerap immer noch besser unterhält als pseudo-lustige Binsenweisheiten, akzeptiere ich diesen Umstand jedoch. Die geladenen Gäste haben neben Oldschool-Legende Toni L durch ihr Mitwirken zwar keinen unerheblichen Beitrag geleistet, aber so wirklich herausragen können sie dann doch nicht. Und alle, die jetzt immer noch nicht wissen, was der "State of Flavour" ist, werden nun von Mister Lipster belehrt:

"[...] Wie ist der Name deiner Gang? Sendemast-Clikk!/
Wo kommst du her, wo gehst du hin? Ich weiß es nicht!/
Was ist der State of Flavour? Das neue Gleichgewicht!/"
(Mister Lipster auf "Mit der Clikk")

Fazit:
Ohne die inhaltlichen Defizite auf die Goldwaage zu legen, bleiben sie ein nicht zu missachtender Kritikpunkt. Für alle Nostalgiker der späten 80er beziehungsweise frühen 90er ist der "State of Flavour" jedoch ein delikates, zeitloses Album, an dem kein Weg vorbeiführt. Einzelne Tracks hervorzuheben ist fast nicht möglich, da der Longplayer als ein großes Ganzes gesehen werden muss. Wie viel Arbeit es erfordert, derartige Beats zu bauen, ist natürlich schwer vorstellbar und nicht oft genug lobend zu erwähnen. So bleibt am Ende ein vor allem von Instrumentals getragener Longplayer, der sich zwar nicht unbedingt auf einem hohen lyrischen Niveau präsentiert, jedoch die Stammhörerschaft beglückt. Und zudem beweist, dass Facebook und Co. nicht immer recht haben.


(Die Robbe)



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