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Roger

veröffentlicht: Dienstag, 19.06.2012, 22:41 Uhr

Autor: ProRipper



Innerhalb der legendären Rapcrew "Blumentopf" macht Roger bereits seit gut 20 Jahren Musik, so richtig als Solokünstler aktiv ist der Münchner MC und Produzent allerdings erst seit 2007. Nachdem er 2008 mit "Alles Roger" sein Solodebüt auf den Musikmarkt brachte, folgte kürzlich nun die zweite Platte unter dem Titel "4S Punks". Verändert hat sich im Gegensatz zu früheren Werken so Einiges, denn dieses Mal gibt's "Rap in seiner reinsten Form". Allein der Pressetext verspricht: Auf "4S Punks" hört man einen Roger, wie man ihn vorher noch nicht kannte. Das war natürlich auch für uns Grund genug, ihn zum Gespräch einzuladen und noch einmal von einer etwas anderen Seite kennenzulernen – nämlich von der, die keine Top 10-Alben im Studio recordet, sondern noch roughen Sound in der heimischen Kleiderschrank-Booth produziert.

rappers.in: Du hast gerade erst dein zweites Soloalbum "4S Punks" veröffentlicht. Was hat es denn mit diesem Titel auf sich?

Roger: Mir ging es um das beste Bild für den Widerspruch. Jeder von uns ist doch irgendwie ein Punk mit iPhone, also ein ausgeflippter Spießer eben.

rappers.in: Hinter dem Begriff "Punk" steckt ja auch immer etwas Rebellisches oder eine Art Anti-Haltung. Zu diesem Thema haben wir dir hier ein Zitat des deutschen Schriftstellers Johannes Scherr mitgebracht, das da lautet: "Die Rebellen von heute sind die Despoten von morgen." Kannst du das irgendwie mit deiner Rolle in der deutschen Rapszene in Verbindung bringen?

Roger: Das stimmt sicherlich nicht immer, aber Beispiele dafür gibt es ja in jeder Richtung genug. Es hat aber musikalisch natürlich auch oft was mit Alter und Reife zu tun, dass sich der Inhalt mit der Zeit verändert. Oder schau dir doch zum Beispiel mal Eminem an. Da kam ein junger, hungriger, weißer "Scheiß auf alles"-Rapper, der durch die Decke ging – der klassische Underdog eben. Jetzt kann sich der Typ seinen Wohnwagen vergolden lassen und gibt inhaltlich immer noch den geschlagenen Hund. Wenn David den Goliath besiegt hat – was dann?

rappers.in: Den Inhalt deines Albums beschreibt der offizielle Pressetext mit folgenden Worten: "Ein Konzept gab es nicht, außer ohne Umwege ans Ziel zu kommen." Was war denn in dem Fall das Ziel und was wären hierbei die Umwege gewesen?

Roger: Das Ziel war es, mein Album zu machen. Für mich wäre jeder, den ich für das gesamte Album mit ins Boot geholt hätte, ein Kompromiss gewesen, den ich nicht eingehen wollte. Es ging mir einfach darum, wieder selbst ein Gefühl dafür zu entwickeln, was ich gut finde, ohne es durch einen Filter zu schicken.

rappers.in: Wie passt da dann das Wasi-Feature ins Bild?

Roger: Das Wasi-Feature ist eine totale Ausnahme und eigentlich genau das, was ich noch gebraucht habe. Das Album war eigentlich fertig und der Track stand auch schon längere Zeit, aber halt nur auf einem Bein. Hab' mir das Ding nochmal angehört und gedacht: Wasi muss da drauf! Und in zwei Tagen war alles im Kasten. Es war also kein Kompromiss, sondern eher ein Sahnehäubchen, um das Album abzurunden.

rappers.in: Genau wie HipHop ist auch Punk eine Jugendkultur. Allerdings gibt es nicht viele Leute, die diese beiden Begriffe irgendwie in Verbindung miteinander bringen würden – was ist für dich denn die größte Gemeinsamkeit zwischen diesen an sich recht unterschiedlichen Lagern?

Roger: Jugendkulturen sind für mich zwar immer noch verschiedene Lager, aber irgendwie stehen alle mittlerweile doch auf demselben Campingplatz. Natürlich sind Punks und Rapper sehr verschieden, aber beide kaufen ihre Shirts heute oft bei H&M. Der Punk ist ja eigentlich eher auf "Keine Macht für Niemanden" und auf "Stürzt die Könige", der Rapper eher auf "Alle Macht zu mir" und "Ich bin der King", aber halt auch nur eigentlich.

rappers.in: Wenn du "4S Punks" mal mit deinem 2009 erschienenen Solodebüt "Alles Roger" vergleichst – worin liegen soundtechnisch für dich die größten Unterschiede?

Roger: "4S Punks" ist ein klares Rap-Album, bei "Alles Roger" war der rote Faden nicht ganz so klar.

rappers.in: Was verstehst du unter dem Begriff "klares Rap-Album"? Kannst du denjenigen unter unseren Lesern, die "4S Punks" noch nicht gehört haben, einen kurzen Einblick geben, was sie thematisch erwartet?

Roger: Damit meine ich: Dreckige Drums, ein derbes Sample und ein MC am Mic. Keine unnötigen Schnörkel und keine Kurztrips in andere Genres. Texte auf Beats – meine Welt auf einen 4/4-Takt bringen.



rappers.in: Wie schon bei "Alles Roger" hast du auch bei deinem neuen Album alles komplett selbst produziert – Raps, Beats und Grafiken stammen von dir allein. Wieso verzichtest du bei deinen Solosachen auf fast jedwede Hilfe? Was hat es für dich für eine Bedeutung, alles im Alleingang zu machen?

Roger: Da ich ja aus einer Band oder aus einem Team komme, ist es für mich einfach die Definition von "Solo", diese Dinge selbst zu machen. Ich mache einfach gern Beats, schreibe gern Texte und Grafiken sind sowieso der Shit. Es ergibt sich also ganz von alleine.

rappers.in: Gibt's besondere stilistische Richtungen, an denen du dich beim Produzieren orientierst oder wie nimmst du einen neuen Beat in Angriff?

Roger: Es gibt immer ein paar Wege, die zum Ziel führen. Es gibt bei mir eigentlich keine feste Reihenfolge bei der Produktion eines Tracks. Ich lass' mich da einfach reinkippen und die Dinge auf mich zukommen. So ein Album muss bei mir auch einigermaßen schnell fertig werden, da es mir sonst stilistisch zerfallen würde. In der Phase der Albumproduktion bin ich total auf diesen atmosphärischen, harten Soulsamplesound abgefahren, aber ich denke, das kann man eh raushören.

rappers.in: Inwiefern unterscheidet sich deine Herangehensweise an ein Soloprojekt im Gegensatz zu der an ein Crewalbum? Gibt es da gravierende Unterschiede im Arbeitsprozess?

Roger: Topf-Alben sind von der Arbeitsweise her natürlich etwas ganz anderes. Ehrlich gesagt, mache ich beides genauso gern, aber der Ablauf ist alleine natürlich ein ganz anderer. Ich nehme meinen Stuff eigentlich immer alleine zu Hause auf – Respekt an meine Nachbarn. Habe als Aufnahmekabine meinen alten Kleiderschrank hergenommen und das Ding komplett an meinem Rechner produziert, der 30 Zentimenter entfernt stand. Eigentlich ist es aber am Leichtesten so zu erklären: Roger ist 20% des "Blumentopf"-Teams und 100% Roger, der Sport ist aber bei beidem derselbe.

rappers.in: Auf deinem Album begrüßt du die Hörer unter anderem mit dem Satz "Guck dir die HipHop-Szene an, alles für 'n Arsch" – auf welchen aktuellen Umstand innerhalb der Szene zielst du da denn genau ab?

Roger: Das muss man alles unter diesem "Schuld sind die anderen"-Mantel sehen. Alle sind nur am Schuldzuweisen. Es war eigentlich auch immer so, dass Rap sich über Rap beschwert hat. Es ist also sowas wie ein Teil der Kultur. (lacht)

rappers.in: Aber worin genau liegt denn die Schuld? Was haben die anderen deiner Meinung nach verbockt, sodass du den Karren jetzt wieder aus dem Dreck ziehst?

Roger: Da hast du mich etwas falsch verstanden. Mir geht es darum, dass jeder immer so tut, als ob er es besser wüsste und die anderen es verbockt hätten. Nimm zum Beispiel die Musikindustrie. Die Labels verkaufen kaum Platten und schieben es auf das Internet. Die Musiker verdienen nicht mehr so viel und schieben es auf die Promoter, die Labels, das Internet und auf die Fans. Die Fans beschweren sich bei den Künstlern und so weiter. Am Ende sind also eh immer die anderen Schuld. Ich habe auch gar nicht vor, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, aber auch keinen Bock, mich mit reinzusetzen und mich dann zu beschweren, dass wir jetzt noch langsamer vorankommen.

rappers.in: In deiner Biografie ist ebenso Folgendes nachzulesen: "Roger ist genug Fan, als dass er weiß, wie Rap in 2012 zu klingen hat." Demnach muss die Szene ja doch noch irgendwo etwas Gutes haben – von was genau würdest du dich als "Fan" bezeichnen und wie hat deutscher Rap 2012 nun zu klingen?

Roger: Rap hat auch 2012 einfach nur dope zu klingen. Ist mir echt egal, ob der Beat elektronisch oder nur ein Rülpser auf die eins ist – wenn es mir gefällt, ist es dope. Fan bin ich von der letzten Hiob- und der Morlockk-Platte. Es gibt aber immer wieder gute Sachen. Bin gespannt auf das Orsons-Album und das aktuelle Celo & Abdi-Ding muss ich mir auch noch besorgen.

rappers.in: Zum Abschluss: Du gehst im Herbst gemeinsam mit deinem Namensverwandten Roger Rekless und den Demograffics auf Tour. Habt ihr euch da schon ein besonderes Bühnenprogramm, das die "4S Punks"-Stimmung einfängt, für eure Fans ausgedacht?

Roger: Das wird gerade noch alles geplant. Wir wollen in den nächsten Wochen auf jeden Fall noch ein paar Sachen für die Tour zusammen aufnehmen. Rekless ist mein Mann und die Demograffics sind crazy. Ich will ja nicht zu viel versprechen, aber es wird dopeinger!


(Florence Bader & Pascal Ambros)

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