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Megaloh

veröffentlicht: Donnerstag, 29.03.2012, 20:21 Uhr

Autor: lupa



Letztes Jahr auf dem Splash! trafen wir Multitalent Megaloh schon einmal zu einer kleinen Unterredung – auf der JUICE Jam in München haben wir jetzt noch einmal nachgehakt. Die Veröffentlichung seines letzten größeren Projektes, der "Monster"-EP, liegt nun auch schon fast eineinhalb Jahre zurück, untätig scheint der Rapper in der Zwischenzeit jedoch absolut nicht gewesen zu sein. Aber anstatt über ungelegte Eier zu reden, diskutierten wir lieber mit ihm über die politische Bildung in Deutschland, stellten klar, dass Silvester auch durchaus ohne "Knallen" funktioniert, und bemerkten wieder einmal, dass es sich immer lohnt, zweimal nachzufragen. Was unsere gemütliche Runde in der Lounge des Nightliners noch ergab, könnt ihr hier im Interview nachlesen.

rappers.in: Seit unserem letzten Interview auf dem Splash! ist jetzt knapp ein Dreivierteljahr vergangen – was hat sich in dieser Zeit bei dir musikalisch verändert? Wie weit ist die Produktionsphase deines Albums inzwischen vorangeschritten?

Megaloh: Damals hatte ich eigentlich noch gar nichts am Album gemacht, jetzt bin ich so gut wie fertig damit – ich war in den letzten Monaten auf jeden Fall sehr produktiv. Im Moment werden noch die letzten Feinheiten vorgenommen, die Songs werden ausproduziert und das Album erscheint dann hoffentlich in diesem Jahr. Danach will ich auf Tour gehen – ich fang' gerade an, mich an das Tourleben zu gewöhnen. (grinst)

rappers.in: Ist in dieser Zeit sonst noch etwas passiert, das du uns gerne mitteilen würdest?

Megaloh: Nee. Ich hab' halt Mucke gemacht und mein Leben gelebt. Da gab es jetzt kein einschneidendes Erlebnis mehr, von dem ich sagen würde, dass es mich geprägt hat ... Ich hab' an Neujahr nicht geknallt! (pausiert kurz) Kein einziger Knaller!

rappers.in: ... Knaller ... Ich hab' jetzt an was ganz anderes gedacht.

(alle lachen)

Megaloh: Ach so!

rappers.in: Wenn wir gerade noch beim Album sind: Knallt das denn auch? (grinst) Also, kannst du uns schon sagen, in welche Richtung das Album gehen wird?

Megaloh: Das Album soll auf jeden Fall auch knallen! Ich bin damit sehr zufrieden, weil es einfach echt ist. Ich konnte die Musik machen, die ich fühle, und habe mich nicht verstellt oder irgendwas inszeniert. Das ist einfach unter den Einflüssen der letzten 30 Jahre entstanden. Es ist also sehr persönlich geworden, aber auch ziemlich geil!

rappers.in: Und hast du dich musikalisch irgendwie verändert oder bleibt alles beim Alten? Hast du vielleicht mal etwas Neues ausprobiert?

Megaloh: Ich hab' ja nicht stringent immer das Gleiche gemacht. Mein letztes Projekt, die "Monster"-EP, war sehr synthielastig und davon geht das neue Album auf jeden Fall etwas weg. Ich möchte jetzt nicht zu viel verraten, aber es hat eher einen organischen Sound. Es sind zwar viele Einflüsse drin, aber am Ende des Tages mach' ich einfach HipHop.

rappers.in: Vor Kurzem hattest du in der Philharmonie in Essen unter dem Konzerttitel "Opus 1 – HipHop meets Classic" neben Curse und MC Rene gemeinsam mit einem Symphonie-Orchester einen Auftritt. Woher kam der Impuls, Deutschrap mit Klassik zu mischen, und was für Erfahrungen nimmst du aus dem Projekt mit?

Megaloh: Inszeniert wurde das durch Miki, der schon seit 2007 versucht, HipHop und Klassik irgendwie zu verbinden. Der spielt zum Beispiel selbst Geige und schreibt Partituren für Orchester, macht aber auch HipHop – also quasi ein Multitalent. Der hat dieses Projekt ins Leben gerufen und mich gefragt, ob ich Bock hätte, da mitzumachen. Ich konnte mir anfangs gar nicht vorstellen, wie das sein würde, weil's ja schon zwei sehr verschiedene Welten sind – Leute, die in 'nem Orchester spielen, sind es wahrscheinlich auch gar nicht gewohnt, dass da dann solche Typen in hängenden Hosen neben ihnen auf der Bühne stehen, die alle Mützen tragen. Die nehmen ihre Mützen ja ab, wenn sie reinkommen. (lacht) Aber es war auf jeden Fall 'ne richtig geile Erfahrung. Bisher dachte ich immer, dass es das Maximum wär', mit 'ner Live-Band zu spielen, aber mit einem 70-Mann-Orchester hintendran, das teilweise noch ein sieben Minuten langes Intro zu 'nem Song spielt ... Da kommt man sich vor wie Darth Vader, der mit seinem Imperium einläuft. Der Hammer! Kann ich nur jedem empfehlen! Ich hoffe auch, dass solche Projekte in Zukunft noch öfter entstehen.



rappers.in: Du hast vor Kurzem an einem sogenannten "Polit-Battle" in der Jugend-Politikshow "Zugehört", moderiert von Visa Vie, teilgenommen. Bist du sehr politikinteressiert?

Megaloh: Da war ich, weil ich es wichtig finde, dass Jugendliche sich frühzeitig mit Politik auseinander setzen. Und um da 'nen besseren Zugang als über die Eltern zu schaffen, die einen, wenn man Glück hat, halt mal dazu drängen, 'ne Zeitung zu lesen. Eigentlich hat man als Jugendlicher sonst ja keinen Bezug dazu. Aber wenn dann jemand, den man von irgendwoher kennt – zum Beispiel eben ein Musiker –, daherkommt und sich mit Politik auseinander setzt, hat man vielleicht einen leichteren Zugang dazu. Deshalb hab' ich das auch gemacht. Ich bin selbst jemand, der nicht unbedingt viel Ahnung davon hat, darum denk' ich auch, dass ich diese jüngere Generation gut vertreten konnte. Und durch solche Sendungen bekommt man eben eine Plattform dafür.

rappers.in: Der Informationsfluss müsste durch das Internet ja eigentlich wachsen – gerade auch, was Politik betrifft. Ich persönlich find' es allerdings immer noch schwierig, an die wichtigen Informationen ranzukommen, weil du oft einen Überfluss an Infos hast und es dir schwer fällt, das Wichtigste rauszufiltern. Hast du da als Musiker vielleicht auch das Interesse daran, das zu vereinfachen?

Megaloh: Ich denke, dadurch, dass es mittlerweile völlig unkontrolliert möglich ist, alles zu verbreiten, kann man manches schwer nachprüfen. Es gibt vielleicht Quellen, denen man eher vertrauen kann als anderen. Ich will jetzt nicht unbedingt Werbung dafür machen, aber ich denke, dass die "Tagesschau" zum Beispiel seriöser ist als irgendeine Nachrichtenshow auf einem Sender, der nur Game-Shows ausstrahlt. Man kann schon sehen, was einen seriösen Eindruck macht, und wird das nach einer Weile bestimmt auch erkennen. Momentan gibt's vieles an "gefährlichem Halbwissen", weil im Internet immer mehr Verschwörungstheorien auftauchen. Viele Leute sind nicht wirklich informiert, denken aber, es zu sein, und das nimmt teilweise ziemlich fanatische Züge an.

rappers.in: Hast du durch dieses Polit-Battle einen Anreiz bekommen, in Zukunft noch mehr in dieser Richtung zu machen, oder war das für dich eine einmalige Sache?

Megaloh: Also, mein Hauptziel war, wie gesagt, das Interesse der Jugendlichen zu wecken. Wenn's so etwas noch mal gäbe, würd' ich auch wieder mitmachen. Insgesamt geht es mir aber weniger darum, da teilzunehmen, weil ich so ein großes Interesse an politischen Diskussionen hab', sondern weil ich weiß, dass ich auch eine gewisse Vorbildfunktion hab'. Man hat da nicht unbedingt immer Bock drauf – ursprünglich wollte man ja nur seine Musik machen und damit ausdrücken, was man fühlt. Aber dadurch, dass die Leute dann ein Gesicht kennen und mehr verfolgen, was man macht, hat man halt eine gewisse Verantwortung. Man kann sich theoretisch zwar aufführen, wie man will, muss dann aber auch mit Konsequenzen rechnen und beeinflusst die Leute auf eine gewisse Weise.

rappers.in: Gerade im Rap-Bereich wird ja sehr viel diskutiert, wenn es jetzt um das Thema "Vorbildfunktion" geht ...

Megaloh: Ja, aber ich denke, die meisten nehmen keine Verantwortung an. Doch spätestens, wenn man selbst mal mit jüngeren Menschen zu tun hat, weiß man auch, wie die zu einem aufschauen und sich beeinflussen lassen. Dann denkt man schon mal drüber nach. Und wenn man nicht will, dass die irgendwann die gleiche Scheiße machen, die man selbst mal verbockt hat, sollte man das nicht unbedingt vorleben, nur, weil's cool rüberkommt. Man kann das auch anders zeigen.

rappers.in: Ich finde, teilweise hört man so eine Veränderung dann auch an der Musik, wenn Künstler Kinder bekommen ... Das merkt man zum Beispiel an Sido – der wirkt inzwischen auch viel verantwortungsbewusster als vor zehn Jahren!

Megaloh: Ich hab' keine Kinder! Ich hab' an Silvester ja nicht geknallt! (lacht) ... Man verändert sich halt als Mensch.

rappers.in: Du spielst ja auf Rick Ross' einzigem Solo-Konzert in Deutschland – hat das für dich auch eine persönliche Bedeutung?

Megaloh: Die Hauptbedeutung, die das für mich hat, ist die, dass das Konzert in der Columbiahalle stattfindet und das halt die größte Halle in Berlin ist. Da passen 7.000 Leute rein und das ist damit die größte Location, in der ich je aufgetreten bin. Bei Samy auf dem Splash! waren zwar mehr, aber da war ich auch nur bei einem Song dabei. Dazu kommt, dass Rick Ross coole Musik macht und im Moment einer der angesagtesten Rapper der USA ist. Das ist auf jeden Fall auch 'ne Ehre für mich, da mitmachen zu dürfen.

rappers.in: Feierst du selbst auch seine Mucke?

Megaloh: Ja, teilweise. Nicht alles, weil sich in letzter Zeit vieles wiederholt, aber er versteht es auf jeden Fall, den Nerv der Zeit zu treffen.

rappers.in: Denkst du, ihr werdet zusammen auf der Bühne harmonieren?

Megaloh: Ja, der Swag ist an dem Abend auf jeden Fall maximal am Start! Da wird's dann knallen! (alle lachen)

rappers.in: Zu guter Letzt darfst du uns jetzt noch mit auf den Weg geben, weswegen dein Album – wie es in der Ankündigung steht – ein "moderner HipHop-Klassiker" wird.

Megaloh: Ob es ein Klassiker wird, entscheiden am Ende des Tages ja die Leute. Man kann nur 100% geben und dann darauf vertrauen und hoffen, dass es gut ankommt. Unser Teil ist jetzt fast erfüllt – wir haben alles reingesteckt und irgendwann liegt der Rest dann an den Hörern und Lesern, die entscheiden, wie es weitergeht. Aber ich freu' mich drauf! Wie gesagt: Es ist ein sehr persönliches Album – sozusagen mein Baby! Du weißt ja, wegen Kinder kriegen ... (lacht) Auf jeden Fall 'ne Schwergeburt ... So hätt' ich es eigentlich nennen sollen! Aber es kommt!


(Florence Bader, Pauline Staigle & Benedikt Dirschl)
(Fotos von Murat Aslan)

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