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JAW

veröffentlicht: Freitag, 05.08.2011, 20:44 Uhr

Autor: ProRipper



"rappers.in-Redaktion, Zimmer 1, bitte." – Dieser modrige Krankenhausgeruch, der bis in den Wartesaal einer gewissen Freiburger Praxis dringt und sich regelrecht in die Nase beißt, kann einen echt verrückt machen. Trotzdem meldeten wir uns bei Dokta Jotta zur Sprechstunde an – kann doch eigentlich auch nur helfen, mal einen kleinen Plausch mit JAW abzuhalten, denn immerhin hat der Gute sich laut eigener Aussage sogar schon selbst therapiert! Und kaum erhielten wir Einlass in sein Domizil, führten wir mit dem "Weisse Scheisse"-Labelboss auch schon ein durchaus interessantes Gespräch über kommende Projekte, seine momentane Erfolgswelle, das Splash! und seine Lieblingsfilme sowie -literaten.

rappers.in: Bereits im Intro deines letzten Albums "Täter-Opfer-Ausgleich" heißt es: "Das hier ist nur für mich, ich hab' zu lang in meinem Seelenhaus nicht den Flur gewischt". Wann startest du denn deinen nächsten "Großputz", um wieder mit dir "ins Reine" zu kommen?

JAW: So bald wie möglich... Hab' schon so ein paar Ideen und in letzter Zeit viel an der Backe, aber ich werde versuchen, Anfang nächsten Jahres nachzulegen.

rappers.in: Wirst du abseits deines Albums auch dieses Jahr vielleicht noch an dem ein oder anderen Projekt beteiligt sein? Und wie sieht es mit der EP mit Morlockk aus, über die teilweise spekuliert wird?

JAW: Ich hab' auf jeden Fall das ein oder andere neue Feature gemacht mit durchaus interessanten Konstellationen, möchte da aber noch nichts Genaues zu sagen, sonst ist ja die Überraschung dahin! Zusätzlich stehen nach wie vor die EPs im Raum, da wird sich aber gut Zeit gelassen und das steht momentan auch nicht an erster Stelle. Und die EP mit Morlockk könnte durchaus passieren, ist aber nicht fest geplant.

rappers.in: Letztes Mal stand für dich wohl im Vordergrund, dass du dich vor allem auf den "TOA"-Titeltracks an deinen früheren Peinigern rächst und so eben für einen gerechten "Ausgleich" sorgst. Was gleicht dein nächstes Album aus?

JAW: Ich denke nicht, dass da so viel ausgeglichen wird. Eigentlich müsste das nächste Album ja feuchtfröhlich-ausgelassen sein... ob ein JAW so etwas hinkriegt und überhaupt will, sei natürlich in Frage gestellt.

rappers.in: Stehen denn schon ein paar Ideen im Raum, auch für ein eingängiges Albumkonzept?

JAW: Durchaus, durchaus. Ich will ja einerseits weiterhin "real" bleiben, andererseits auch unterhaltsam. Mal sehen, wie sich das Ganze auswirkt, aber ich werd' schon keinen Müll raushauen... Hoff' ich mal.

rappers.in: Realness und Entertainment miteinander zu verknüpfen ist ja auch nicht immer leicht... Ist es da nicht schwer, das perfekte Mittelmaß zu finden?

JAW: Das kann allerdings schwer sein, ich will ja nicht unbedingt über sportliche Aktivitäten, Klausuren oder die letzte Gasrechnung rappen. Mein Bonus bleibt wohl das doch recht ausgeprägte Kopfkino, diverse Erfahrungen und Wahrnehmungen... Die hab' ich bisher in der Musik gut ausleben können und ich denk' mal, das werd' ich weiterhin tun.

rappers.in: "Täter-Opfer-Ausgleich" ist ja nun auch schon über ein Jahr alt, du warst zwischenzeitlich mit Trailerpark auf Tour und konntest auch Live-Erfahrungen sammeln... Wie erlebst du es selbst, dass du einfach immer bekannter wirst und was hat sich im Vergleich zu den "Schock fürs Leben"-Zeiten verändert?

JAW: Es ist schon relativ krass inzwischen, muss ich sagen. Seit "TOA" und den Touren scheinen die Leute nahezu süchtig nach dem Scheiss zu sein, irgendwie hat sich das gut verbreitet und plötzlich existiert sowas wie ein "Fokus" auf mich. Zu "Schock fürs Leben"-Zeiten war es definitiv etwas sehr anderes. Ich hatte zwar 'nen JUICE-Artikel und das ein oder andere Interview, es bestand aber lange nicht so ein öffentliches Interesse, was mich heutzutage natürlich freut.

rappers.in: Als ich auf dem Splash! rumgelaufen bin, hab' ich auch wirklich überall "Weisse Scheisse"- und "Menschenfeind"-Shirts gesehen. Das hat mich schon etwas überrascht, muss ich sagen. Hast du das auch so wahrgenommen?

JAW: Ja, auf dem Splash! war es eh heftig... Das Zelt war beim Auftritt nahezu voll und es war schon irgendwie Hallen-, beziehungsweise Stadionatmosphäre. Außerdem kannte mich plötzlich jeder und das ist schon ein komisches Gefühl, wenn man nicht mal mehr pissen gehen kann, ohne angelabert zu werden.

rappers.in: Bei dem Auftritt dort hattest du ja auch Djin & Co von Eypro auf der Bühne. Das ist natürlich besonders für die rappers.in-User interessant, da Eypro bei uns ja auch einen gewissen Bekanntheitsgrad genießt: Wie kam es denn zu der Zusammenarbeit?

JAW: Wir haben uns kennengelernt, recht gut verstanden und angefreundet. Djins Rap gefällt mir auch recht gut. Dann hatte ich diese Statistenidee und hab' mal gefragt, ob die Bock hätten... Waren direkt dabei und haben saubere Psychopathen-Arbeit geleistet.



rappers.in: Du bist ja einerseits Rapper, auf der anderen Seite aber auch Labelboss. Somit trägst du die Verantwortung für Promotion, aber auch die Arbeit für die Werke. Ist das anstrengender, als nur einer der beiden Teile zu sein, oder lässt es sich gut vereinen – beispielsweise, weil man sein Werk am besten einschätzen kann und weiß, in welche Richtung die Promo gehen muss?

JAW: Es ließe sich, denke ich, sehr gut vereinen, wenn das wirklich mein einziger Job wäre. Allein' ein Album auf die Beine zu stellen kann halt schon monatelange Arbeit sein – das Ganze dann noch zu promoten, zu organisieren und das ganze Betriebs-Pipapo, das außenherum dazugehört, ist eigentlich schon ein Full-Time-Job. Vor allem bin ich ja momentan der eigentlich einzige Produktive bei uns. Ich weiß noch gar nicht, wie das wird, wenn es mehr wird. Vermutlich sollte ich mich dann doch nach dem Studium mal verselbstständigen.

rappers.in: Wenn du grade schon deine Kollegen ansprichst – vom "Weisse Scheisse"-Rest ist momentan also nichts in Planung? Oder auch PCP-mäßig?

JAW: Doch, da gibt's auch Ideen. Die haben langsam wieder Motivation und wir haben jetzt noch mal ein bisschen die Aufnahmesituation geändert. Da werden auf jeden Fall Sachen kommen, das ist allerdings momentan noch zu unreif.

rappers.in: Du baust ja auch selbst Beats und hast bereits für Rapper wie Kollegah produziert. Von welchem Rapper denkst du noch, dass er sich richtig gut auf einem JAW-Instrumental machen würde?

JAW: (überlegt) Interessante Frage, hab' ich ehrlich gesagt noch nie darüber nachgedacht. Kollegah war auch der Einzige, bei dem ich tatsächlich versucht habe, ein bisschen den richtigen Stil für ihn zu schmieden. Generell bau' ich einfach nach Gefühl und Lust. Gibt sicher Künstler, die da gut drauf passen. Morlockk hat ja bereits auf – ich glaube einen – meiner Beats gerappt, Absztrakkt auch. Ein Casper würde sich bestimmt auch gut machen.

rappers.in: Einen Casper auf einem typischen JAW-Beat würde ich gerne mal hören! (lacht) Der ist ja von seinen Instrumentals her momentan doch eher etwas experimenteller, oder?

JAW: Ja, und vor allem instrumentalisch. Ich bin ja schon ein bisschen der Sample-Fanatiker – aber geil werden würde es bestimmt! Vielleicht dann aber doch etwas zu düster für die Masse.

rappers.in: Wenn wir grade beim Thema Casper sind – das momentan ja sowieso überall eines DER Themen sein dürfte – würde ich gerne wissen, ob du denkst, dass der Charterfolg verdient ist?

JAW: Klar ist er verdient... Wieso nicht? Hab' das Album auf jeden Fall gekauft und für gut befunden. Gibt immer so Details, an denen man individuell rummeckert, aber ich glaub', das soll hier nicht das Thema sein. Finde es auf jeden Fall spitze, dass er tatsächlich derart damit durchbricht... Es ist jetzt nicht unbedingt mehr stereotypischer Rap, aber dennoch toll für deutschen Rap, die Spitzenplatzierung zu landen und das noch mit intensiver Musik!

rappers.in: Auf jeden Fall! Du hast gerade erwähnt, dass du ein regelrechter "Sample-Fanatiker" bist. Auf vielen deiner Tracks samplest du häufig Zitate von Filmen wie etwa "Menschenfeind". Hast du vielleicht noch eine weitere Filmempfehlung für Fans deiner Musik?

JAW: Filme generell jetzt oder mit Samples?

rappers.in: Filme generell! Vielleicht ein Film, der Leuten gefallen könnte, denen auch deine Musik zusagt.

JAW: Dann versuche ich jetzt mal ein paar Geheimtipps loszuwerden, von Filmen, die bei mir hängengeblieben sind: "Pi", "Chasing Sleep", "39.90", "La Horde", "Leaving Las Vegas", der vielleicht eher bekannt ist, "Unthinkable"... Von den neuen war "The Fighter" ziemlich geil!

rappers.in: Schön, ich kenn' davon nur "Leaving Las Vegas"! Werd' ich mir auch mal notieren. (grinst) Gibt's denn eine besondere Eigenart, die dich an allen Titeln fasziniert? Oder hat da jeder seinen individuellen Charme? Was muss ein guter Film denn für dich haben?

JAW: Er sollte doch irgendetwas Besonderes mit sich bringen. Ich bin, denke ich, relativ offen, brauch' aber keine 350 Millionen Dollar-Hollywood-Joy-Gesicht-erlebt-entweder-unmenschlich-viel-Action-mit-3D-Hifi-Filtern-und-erfährt-eine-unauffällig-eingeflochtene-Liebesromanze-mit-Happy-End-Produktionen. Ich denke, wenn die Story interessant ist und die Darsteller überzeugend, kann man mit wenigen Mitteln verdammt viel vermitteln. Natürlich fahr' ich auf Horror ab und alle mögliche Psychoscheiße, solange es kein Splatter ist – aber ich guck' auch gern mal ein Drama oder 'nen Knastfilm oder gar 'ne Romanze, wenn es nicht vor Klischees trieft und auf den Model-Gesichtszügen der Hauptdarsteller aufgebaut ist.

rappers.in: Wenn dein kompletter musikalischer Werdegang nun ein Film mit dir als Hauptprotagonist wäre – was wäre die Regieanweisung für die nächste Szene?

JAW: "JAW mit Denkerpause, sitzt grübelnd am Tisch und versucht, seine wirren Gedanken zu ordnen und ihnen musikalische Form zu geben, um diese erneut auf ein Stückchen Platte zu pressen."



rappers.in: Du hast dich des Öfteren in Tracks dazu bekannt, Werke von Literaten wie Franz Kafka zu lesen. Wir könnten dir jetzt natürlich ein Zitat raussuchen und dir eine Frage dazu stellen, aber viel interessanter fänden wir es, wenn du uns einfach mal dein Lieblingszitat eines solchen Literaten – das muss jetzt nicht unbedingt Kafka sein – zum Besten gibst und irgendwie selbst in Bezug zu deiner Musik setzt.

JAW: Von Kafka definitv das hier: "Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend steh'n, wie vor dem Eingang zur Hölle." – Brief an Oskar Pollak, 8. November 1903. Find' ich einfach fantastisch, da es die menschliche Grundproblematik anspricht, dass wir davon ausgehen, andere aufgrund ihrer Äußerungen, Gestiken und Mimiken verstehen zu können, wobei diese eben auch immer nur der endliche Versuch bleiben, Informationen von einer ungreifbaren Ebene zu vermitteln.

rappers.in: Denkst du, dass das auch ein Stück weit zu deiner Musik passt? Gerade dieses Missverstehen?

JAW: Ich denke, das passt zu jedem. Bei mir vielleicht etwas stärker, weil meine Erfahrungen auf psychischer Ebene doch etwas ungewöhnlicher sind und sich da die "Kluft" zwischen Sender und Empfänger noch weiter auftut.

rappers.in: In der Tat ein schönes Zitat! Was natürlich in keinem JAW-Interview fehlen darf, ist die Frage nach deinem ewigen Featurepartner Hollywood Hank. Sind da neue Zusammenarbeiten in Planung oder hat sich der "Soziopath" wieder einmal von allem abgeseilt? Favorite hat letztens ja etwas von einer Tour nach Frankreich in einem Interview vom Stapel gelassen...

JAW: Puh, dazu kann ich wenig sagen. Ich weiß nur, dass es nach wie vor sehr schwer ist, ihn zu kontaktieren, denke aber, dass man das Mysterium Hankderboss nicht das letzte Mal gehört hat.

rappers.in: Zu guter Letzt: Du hast uns schon öfter von deiner "Bierliebe" in Kenntnis gesetzt. Möchtest du den rappers.in-Usern vielleicht ein Gebräu besonders empfehlen?

JAW: Ich selbst möchte hier nochmal betonen, dass ich ja nahezu kaum noch trinke. Wenn, dann allerdings vorzugsweise Pils. Der Geldbeutel fordert meist Öttinger oder Ratskrone, abgesehen davon mag ich das Freiburger Landbier, aber vermutlich nur wegen der feschen Flasche. Sternburg auch immer gerne! Ich kenn' allerdings auch vermutlich nicht so viele Biersorten... Ein Mann der Gewohnheit.

rappers.in: Willst du rappers.in sonst noch etwas mitteilen? Dann sei dir das an dieser Stelle gegönnt!

JAW: Herzallerliebste Grüße und ein närrisches "Olé"!


Pascal Ambros (ProRipper)

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