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Favorite

veröffentlicht: Dienstag, 24.07.2012, 22:11 Uhr

Autor: ProRipper



Das Düsseldorfer Label Selfmade Records war auf dem diesjährigen Splash! in vollem Umfang zugegen – da konnte man nicht nur Genetikk und die 257ers am Vorabend live auf der Bühne sehen, sondern am nächsten Tag auch Kollegah und ... Favorite! Denn was passt besser ins bunte Treiben eines Festivals als der Harlekin persönlich? Wie sich herausstellte, ist der entgegen dem, was man von ihm durch zahlreiche Geschichten von Labelboss Slick One so erwarten könnte, gerade eifrig am arbeiten. Die Überraschung vorweg: Noch in diesem Jahr zeigt er der Szene gemeinsam mit Kollege Jason einmal mehr, dass Rappen tödlich sein kann. Mehr über die anstehenden SR-Releases, FAVs Leben als Familienvater und den Verbleib von Clownskumpan Hollywood Hank lest ihr in unserem folgenden Interview.

rappers.in: Gleich zu Beginn: Was kann man von dir in nächster Zeit erwarten? Arbeitest du an einem neuen Album oder konzentrierst du dich gerade mehr auf den "Chronik III"-Sampler?

Favorite: Ich arbeite momentan an meinem Album, aber das kommt auf keinen Fall in diesem Jahr. Ich mach' gerade was anderes ... "Rappen kann tödlich sein 2". Und das wird dieses Jahr noch kommen. Da haben wir schon über die Hälfte fertig.

rappers.in: Was können wir davon erwarten?

Favorite: Was kann man da erwarten? (lacht) Kulturloses, an Herzenskrätze leidendes Rapmaterial. So, wie die Leute das eben schon von uns kennen. Das wird übrigens auch das bisher noch "unbekannte Shop-Release" – das wird es nicht in den Läden, sondern nur in unserem Selfmade Records-Shop geben. Und im nächsten Jahr kommt dann mein neues Album. Dann aber wieder in allen Läden.

rappers.in: Arbeitest du da auch schon dran?

Favorite: Ja, ich bin da nebenbei auch dran. Alles, was zu menschlich oder zu normal ist, kommt da drauf. Auf dem Album wird nicht so übertrieben wie auf "Rappen kann tödlich sein 2", aber es ist immer noch FAV. Es ist einfach etwas melodischer. Alles, was keine Melodie hat, kommt auf "Rappen kann tödlich sein 2". Auf dem Album werden Songs sein, die auch andere Leute hören können, wenn sie denselben Humor haben.

rappers.in: Wie steht's um den "Chronik III"-Sampler?

Favorite: Wir sind ja jetzt eine große Crew bei Selfmade und da wird mit Sicherheit irgendwann "Chronik III" kommen. Dieses Jahr aber nicht, das kann ich schon sagen – nächstes Jahr eventuell. Irgendwann setzen wir uns zusammen und machen das. Das wollen ja nicht nur die Leute draußen, sondern auch die intern. Ich hab' zwar noch keine Pläne, aber Bock ist vorhanden und damit werden die Pläne wohl irgendwann umgesetzt.

rappers.in: Wie gehst du bei den Arbeiten an einem Soloalbum eigentlich vor? Setzt du dich nicht irgendwann mal hin und beschließt jetzt, ein Album zu machen, oder sammelst du im Lauf der Monate einfach Tracks?

Favorite: Ich hab' jetzt ein paar Beats, die von sich aus einfach schon Hits sind. Da muss man gar nicht mehr viel machen, ich will natürlich aber trotzdem. Bei denen war einfach klar, dass die auf keinen Fall auf "Rappen kann tödlich sein 2" landen werden, weil das einfach nicht passt. Das Album selbst muss von vorne bis hinten ein Konzept haben – wie das genau läuft, werden wir aber erst noch sehen.

rappers.in: Wie sieht es denn aktuell bei deinem Kollegen Hollywood Hank aus? Zur Zeit ist das ja so, dass man immer wieder mal was von ihm hört, dann aber wieder Monate lang gar nichts ...

Favorite: Das war so: Hollywood Hank war ja im Knast. Daraufhin haben wir diese Merchandise-Aktion gestartet, als Motivation, um ihm zu zeigen, dass es da draußen noch Leute gibt, die seine Musik feiern und damit er seine Kaution bezahlen kann – und er ist jetzt auch wieder raus. Dafür soll ich mich auch in seinem Namen bei den Leuten bedanken. Er macht jetzt aber 'ne Ausbildung und erst mal keinen Rap. Ich hoffe immer noch, dass ich mal wieder was mit ihm machen kann oder er allein was macht, aber das steht erst mal nicht an. Er weiß nicht, ob er noch Musik machen wird, darum können wir nur hoffen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. (lacht) Aber privat kommt er auf jeden Fall wieder langsam ins Leben. Er ist also nicht bald tot, davor haben wir ihn bewahrt. Das heißt: Da kann noch was kommen.



rappers.in: Wieso bist du eigentlich so auf ihn fixiert? Ist das, weil du ihn persönlich magst oder seine Musik einfach feierst?

Favorite: Ich hab' ja gesagt: Wenn ihr alle mein Album kauft, mach' ich was mit Hank. Und daraufhin war der Ansturm so groß, dass alle nur noch nachgefragt haben, was denn nun mit Hank sei. Ich hab' mich da einfach verpflichtet und jetzt muss ich meine Pflicht irgendwie erfüllen – habe ich bis jetzt ja auch gemacht. Also, ich würd' sagen, ich bin raus aus der Sache. (lacht) Aber das persönliche Interesse bleibt natürlich, deswegen bin ich auch noch an der Sache dran.

rappers.in: Nach Genetikk wurden jetzt auch die 257ers bei Selfmade Records gesignt. Hast du irgendwelche bestimmten Erwartungen an deine neuen Labelkollegen? Gibt's Pläne für Zusammenarbeiten?

Favorite: Ich bin auf dem "HRNSHN"-Album zwei Mal vertreten. Einmal singen wir, zusammen, einmal rappen wir. Ansonsten bewahr' ich mir die Zusammenarbeiten mit den Jungs auch für "Chronik III" auf.

rappers.in: Du warst jetzt schon einige Male im Fernsehen – einmal bei "Cover my Song", einmal beim "Perfekten Promidinner". Was macht deine Fernsehkarriere aktuell? Gibt es Serien, auf die du Bock hättest?

Favorite: Ich habe generell schon Lust auf Fernsehen. Wenn sich irgendwas ergibt, egal ob Dschungelcamp oder sonst was, würd' ich das machen. Ich bin zwar echt 'ne Pussy, was Essen angeht, aber ich würde da hingehen. (lacht) Ansonsten ist fernsehtechnisch aber nichts in Planung, weil auch noch kein kommerzielles Album ansteht – "Rappen kann tödlich sein 2" ist ja ein bisschen was Anderes, das passt nicht zum Fernsehen. Ich habe aber auch noch Kontakt zu dem Schlagersänger Michael Holm. Der hat mich letztens angerufen und ich schreib' jetzt ein paar Sachen für ihn nebenbei. Der ist auch echt cool drauf und nicht hängen geblieben – er geht mit der Zeit und bleibt sich dabei selbst treu.

rappers.in: Ist diese Songwriter-Sache vielleicht auch etwas, das du gerne mehr machen würdest?

Favorite: Ja. Ich hab' mit den 257ers auch schon überlegt, zusammen mal Songs zu schreiben. Weil wir gerade aber an unseren eigenen Sachen arbeiten, haben wir dafür noch nicht die Zeit gefunden. Da gehen wir dann vielleicht mal zwei Wochen lang irgendwohin und schreiben ein bisschen was.

rappers.in: Du bist seit einem Jahr Vater, sagst aber auch immer, du bleibst der Alte. Hat sich durch die Veränderung deiner Familiensituation auch etwas im Bezug auf die Musik verändert?

Favorite: An der Musik hat sich gar nichts verändert. Aber sonst kann man jetzt natürlich nicht mehr einfach Drogen in der Wohnung nehmen und sich denken, dass alles cool ist. Das passt halt nicht. Das Junkiedasein hat sich also etwas geschmälert und ich leb' gesünder. Wirkt sich auch positiver auf die Musik aus, weil ich dadurch viel produktiver bin und ein wenig mehr Plan im Leben habe.

rappers.in: Also muss dich Slick nicht mehr einsperren.

Favorite: (lacht) Doch, auch. Aber ich bin ja jetzt Vater ... ich muss dann nach Hause! (überlegt kurz) Das ist 'ne gute Ausrede für die Zukunft, um nicht eingesperrt zu werden. Aber, ja ... damit ich meine Tochter nicht irgendwann einsperren muss, muss ich ihr ja ein bisschen was beibringen und deswegen muss ich mir erst mal selbst was beibringen.

rappers.in: Aber du bleibst deiner Musik im Endeffekt treu?

Favorite: Ja, schon. Es macht einfach Spaß, scheiß Mukke und asoziale Scheiße zu machen! Hat man halt immer noch drin, man ist ja nicht auf einmal ein anderer, guter, christlicher Mensch oder so. Man hat immer noch den Schweinehund in sich und den lässt man dann auch raus, wenn man Musik macht. Ich muss ja auch privat ein bisschen lernen, zum Beispiel keine Kraftausdrücke durch den Raum zu werfen, wenn meine Tochter da ist. In der Musik mach' ich das dann halt extra doppelt und dreifach.



rappers.in: Ab wann gibst du deiner Tochter deine Musik zum hören?

Favorite: Weiß ich nicht. (lacht) Es wird wahrscheinlich eh nicht so schwer sein, da dran zu kommen, wenn sie nicht ganz so dämlich ist. Ihre Mutter hat viel gesoffen in der Schwangerschaft und Kippen geraucht ... Spaß! (lacht) Aber sie ist schon hohl. Ist auch ein Frühchen gewesen.

rappers.in: Mal zu deinem alten Album "Christoph Alex": Hast du durch dieses an das Schleyer-Foto angelehnte Cover irgendwann mal Probleme bekommen? Standen vielleicht irgendwelche Organisationen mal vor deiner Tür und meinten, dass das politisch nicht korrekt sei?

Favorite: Ich habe mal durch jemanden vom Bund erfahren, dass die gebrieft wurden, dass ich ein Linksradikaler bin. Beim Bund zeigen sie den Leuten Fotos und sagen dazu, woran man nun erkennt, dass derjenige rechts- oder linksradikal ist. Und ich war bei den Linksradikalen dabei.

rappers.in: Das heißt, du bist in deren Kartei drin, musstest dich aber nicht rechtfertigen?

Favorite: Genau. Die haben mich aber auf jeden Fall auf dem Schirm.

rappers.in: Beunruhigt dich das nicht ein bisschen?

Favorite: Na ja ... nö. (macht eine kurze Pause) Doch. (lacht) Ein bisschen schon. Wenn jetzt zum Beispiel ein neuer Diktator an die Macht kommt, werden ja immer wieder Leute aussortiert, die dagegen sind. In so 'nem Falle würde ich, glaube ich, das Land verlassen. Man weiß ja nie – die Deutschen haben anscheinend ja nichts gelernt. Die haben immer noch keine Kultur, von daher kann das ja mal wieder kommen. Aber ich hab' ja den "Boss der Bosse" auf meinem Label – der regelt alles! Er steht auch auf jeden Fall über dem Gesetz und über dem Führer ... zu Recht.

rappers.in: Nochmal zu deiner Musik zurück: Wenn du jetzt sagst, du willst deine Musik nicht verändern, heißt das gleichzeitig, dass du dich auch privat nicht verändern willst?

Favorite: Ich sag' mal so: Man wird älter und auch reifer. Man merkt gleichzeitig aber auch, dass die Hörer immer jünger werden. Und dieser Nihilismus, der in Deutschland grade herrscht, ist schon ein bisschen gefährlich. Es gibt keinen, der irgendwelche Werte schafft, außer das Geld. Man sollte vielleicht schon ein bisschen was mit auf den Weg geben. Vor ein paar Jahren war mir das egal – da war ich ja selbst der Junge, der gespielt hat, dass ihm im Westen alles egal sei. Aber eigentlich ist die Kunst ja auch dafür da, dass man den Leuten vielleicht mal ein paar Werte vermittelt – das geht mit der Kunst viel einfacher und das sollte man auch nutzen. Gerade, wenn man als Rapper zu der Jugend spricht.

rappers.in: Du sagst damit einerseits, dass du Werte vermitteln willst, andererseits aber auch, dass du deine Musik nicht ändern willst – ist das nicht schwer, alles unter einen Hut zu bringen?

Favorite: Ja, das sind auf jeden Fall zwei Pole, die sehr entgegengesetzt sind. Man hat halt wieder zwei Gesichter, wie auf dem "Harlekin"-Cover schon angedeutet. Immer dasselbe Problem. Und ob ich es überhaupt kann, Werte zu vermitteln, die vernünftig sind, ist auch die Frage. (lacht) "Ey, trinkt mal nur eine Flasche Wodka am Tag. Ist besser. Zwei sind echt schlecht, bleibt mal bei einer, man!"

rappers.in: Zum Abschluss darfst du jetzt allen rappers.in-Usern noch etwas vermitteln, wenn du willst.

Favorite: Okay. Also ... Kinder. Hört nicht auf eure Eltern, hört auf Papa FAV ... Nein, auf den "Boss der Bosse" müsst ihr hören, der macht ja die Regeln. Und was der Boss sagt, ist Gesetz, ja? Und da müsst ihr einfach hinhören. Ich halte mich auch strikt daran. Ansonsten: Nur eine Flasche Wodka am Tag. Nicht zwei, eine reicht. Und dann ist alles gut. Und nur Marlboro Menthol rauchen.


(Martin Gattinger, Benedikt Dirschl & Pascal Ambros)

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