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Ercandize – Uppercut

veröffentlicht: Sonntag, 05.08.2012, 15:08 Uhr

Autor: Philipp_



01. Uppercut
02. Irgendwo dazwischen
03. Daywalker
04. Ok, Ok
05. 24000 Karat
feat. Amar
06. Keine Zeit
07. Sie maskieren sich
08. Nexus
09. Bring it on
feat. Kool Savas
10. Drei
11. Der Morgen danach


Es gibt Alben, deren Qualität wesentlich von der individuellen Auffassung des Musikgenres abhängig ist. Das neue Streetalbum des ehemaligen Optik-Mitglieds Ercandize ist ein klassischer Fall exakt dieser Sorte. Es basiert größtenteils auf einer minimalistischen Definition von Rap: ein MC, ein Beat, drei Sechzehner und inhaltlich ausschließlich punchlinebasierter Representerrap. Was Ercandize schon während der Optik-Ära als Erkennungsmerkmal gepflegt hat, wird konsequent fortgeführt. Keine Conscious-Attitüde, kein Mitteilungsdrang, kein Image:

"Ich bin ein Rapper, nicht mehr und nicht weniger, ich mach' Songs für die Kids/
Ich bin kein Lehrer und Prediger und kein Don und im Gesicht/
Mit 'nem Turban im Dunkeln so wie der Sensemann/
Ich hol' tief Luft und spuck' den Verse und Gangster rennen im Entengang/
"
("Sie maskieren sich")

In diesem Stil verbleibt mit wenigen Ausnahmen der Rest des Albums. Manchmal wird es vom Stil futuristischer ("Nexus"), oft wird mit den implizierten Boxmetaphern gespielt ("Uppercut"). Ein Feature mit Ex-Optik-Rapper Amar ("24000 Karat") sowie eines mit dem selbsternannten King of Rap, Kool Savas ("Bring it on"), sollen für Abwechslung sorgen. Gerade letzterem Song merkt man bezeichnenderweise nicht an, dass er zwei Jahre alt ist. Das ist kurz gefasst das Grunddilemma des ganzen Werks: Es ist im negativen Sinne zeitlos. Weder ein erkennbarer technischer und inhaltlicher Fortschritt zur Optikzeit, noch eine klare Perspektive für zukünftige Weiterentwicklung manifestieren sich. Von einer sehr eng gefassten Rap-Definition erfüllt "Uppercut" alle Anforderungen an ein ordentliches Streetalbum. Sobald der Fokus auf Entertainment, Originalität und Vielfalt verschoben wird, wirkt das ganze Werk sehr schnell monoton. Die Begrenzung auf einen sehr engen Spielraum einer vielfältig gewordenen Musiksparte funktioniert nur, wenn Attitüde oder Technik so stark sind, dass sie ein Album alleine tragen. Beides trifft auf Ercandize nicht zu und in der Post-Aggro-Ära wirkt das Ganze ohnehin zu brav, um besonders aufregend zu sein. Zumindest einmal gibt es etwas Variation, auf dem deepen Track "Drei". Dort sind auch die kritischsten und reflektiertesten Lyrics von "Uppercut" enthalten:

"Ich meine, schau dich doch bitte um/
Seh' Blaulicht und Witterung, traurige Blicke und/
Verfaulte Gesellschaft, schau was das Geld macht/
Nein, schau, was der Mensch macht/
Tote Zeiten, Arbeit ein Leben lang/
Die Pforten sind geschlossen und die Wahrheit ist nebenan/
Irgendwann stehst du da mit 60, gebrechlich/
Kein Geld auf der Bank, krank, das Drecksleben rächt sich/
"
("Drei")

Die stimmungsvolle Produktion dazu haben die Beathoavenz geliefert. Generell hat Ercandize auf "Uppercut" eine Riege fähiger Producer beauftragt, die durchweg hochwertige Qualität abliefern. Ob Gee Futuristics "Sie maskieren sich"-, Monroes "Daywalker"- Beat, die kraftvolle Instrumentierung von Dirty Dasmo & Jamil auf “Uppercut" und "Irgendwo dazwischen" oder die stimmungsvollen Beats von Drumkidz auf "Ok, Ok" und "Der Morgen danach": Die Produktionen sind gelungen und als Instrumental spielt "Uppercut" in der ersten Liga. Gerade der letzte Song besticht nochmal durch eine ganz gut gelungene Symbiose aus Aufbruchstimmung, Trotzattitüde und musikalischer Feinproduktion:

"An mich muss keiner glauben, nein, ich glaube an mich selbst/
Nur Gott weiß, wer ich bin, mir muss egal sein, was du von mir hältst/
Mir muss egal sein, was die Leute denken/
Und all die Zweifel von gestern muss ich heute beenden/
"
("Der Morgen danach")

Als Bonus gibt es ein 50-minütiges Mixtape mit einer Mischung von neuen und alten Songs, die nicht viel besser oder schlechter klingen als das musikalische Hauptprodukt selbst. Nichts davon ist misslungen, aber ebenso selten sind packende Momente und überzeugende inhaltliche Passagen. Es ist straighter Representerrap, dem die notwendige Originalität und Klasse fehlt, um wirklich durchgehend zu unterhalten. Am Ende von "Uppercut" bleibt ein flaues Gefühl in der Magengegend, das aber weniger aus durchschlagenden Punchlines und mehr aus konzeptioneller Ermüdung hervorgeht. Dabei ist Ercandize ein Rapper, der das notwendige Potenzial besitzt. Die ABS-Ära und durchaus auch das "Sie nannten ihn Mücke"-Tape haben das unter Beweis gestellt. Rap-Minimalisten wird das Album durch seine klare Konzeption zusagen. Für alle anderen wird es auf Dauer zu monoton sein. Ein neues, richtiges Album muss einen deutlichen qualitativen Schub beinhalten, um mehr zu sein als eine routinierte Punchlinesammlung auf erstklassigen Beats.


(Philipp)




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