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Dexter & Morlockk Dilemma – Weihnachten im Elfenbeinturm

veröffentlicht: Freitag, 08.06.2012, 23:04 Uhr

Autor: Die Robbe



01. Der Elfenbeinturm feat. Audio88
02. Ghettoweihnacht
03. Der Pusher
04. Dinner for One
05. Dreiecksbeziehung
06. Outro Seite A
07. Der Misanthrop
08. Der Messi
feat. Kamp
09. Müllschlucker feat. Hiob
10. Schwenke das Glas
11. Die Wettermaschine


2011 gewann Dexter das zweite Mal den Beatfight in Köln, an dem unter anderem auch Morlockko Plus und Hieronymuz (Hiob) teilnahmen. Es solle kein Bayern-Ding werden, erwidert dieser bescheiden, als er gefragt wird, wie er sich nun fühle. Deutschraps Misanthrop Morlockko Plus a.k.a. Morlockk Dilemma, der durch viele Zitate und vor allem Samples immer wieder zeigt, dass er große Sympathien mit den 90ern hegt, tat sich kurzum mit dem zweifachen Beatfight-Gewinner zusammen. Dessen Qualitätsproduktionen bilden diesmal den Teppich für Dilemmas textliche Ergüsse. Wenn sich schon mal zwei derartige Deutschrap-Größen vereinigen, sind unverhältnismäßig große Erwartungen selbstverständlich. Gerade, wenn vorherige Publikationen sehr überzeugend waren. Relativ unverhofft und ohne großen Einsatz von Werbemitteln wurde nun "Weihnachten im Elfenbeinturm" releast. Der "Monolith aus Beton" lässt also viel Vorfreude aufkommen. Hoffentlich ist Vorfreude diesmal nicht die schönste Freude.

Morlockks mehr oder weniger neues Portfolio lässt sich in etwa so umreißen: viel vom Plattenbau, wenig Battlerap und vor allem viele Geschichten und Anekdoten von der Hochhaussiedlung. Diese Umorientierung gibt allerdings nicht unbedingt Grund, die Stimme, die höchstwahrscheinlich schon einen eigenen Organismus besitzt, zu verändern. Heißt: Die von Dexter melancholisch untermalte Reibeisenstimme berichtet dem Hörer, wie das alltägliche Leben im Block aussieht. Morlockk Dilemma, der selbst mehrere Jahre in der Platte gelebt hat, scheint eine tiefe Verbundenheit mit dieser Thematik zu verspüren, dementsprechend tiefsinnig und zuweilen auch schwermütig fallen die Songs aus.

"Ein Bollwerk, das schweigt, aus zugezogenen Spitzengardinen/
[...]
In denen der ein oder andere Ronny sein viel zu frühes Ende fand/
Oder viel mehr vom Ende gefunden wurde/
"
(Audio88 auf "Der Elfenbeinturm")

"Der Elfenbeinturm" hält als Synonym für den grauen Plattenbau her. In diesem Fall ein spezifisches Hochhaus, das alles Elend und Leid des grauen Plattenbaus aufzeigen soll. Ein sich vom Dach stürzender Charakter blickt durch die Fenster des Blocks und berichtet von den Querelen derer, die sich nicht unbedingt freiwillig zu diesem Leben entschlossen haben. Neben "Müllschlucker", "Der Elfenbeinturm" und "Dreiecksbeziehung" hat auch "Ghettoweihnacht" eine interessante Geschichte aus der Platte zu bieten: Während eine herkömmliche Familie friedfertig Weihnachten zelebriert, stürmen Kameramänner die Wohnung und lassen sich mit so allerlei Dramen, Drogenexzessen und Alkoholorgien füttern – hoch lebe die Pressefreiheit! Einen echten Fehlgriff erlaubte man sich lediglich bei Kamps Gastauftritt; zu viel Ösi-Zungenschlag, zu wenig textliche Substanz, kurzum: Man hätte durchaus auf ihn verzichten können. Ob das eine Folge des exzessiven Alkoholkonsums ist, bleibt sein Geheimnis.

"Ihr Eau de Toilette stank noch in den muffigen Gängen/
Doch als sie ging, blieb nur die Frucht ihrer Lenden/
[...]
Ein brennendes Ziehen, Schüttelfrost, die Schenkel verklebt/
Eitrige Flüssigkeit, die Pussy gleicht 'nem englischen Steak/
"
(Morlockk Dilemma auf "Dreiecksbeziehung")

Auffallend ist, wie oft in der dritten Person erzählt wird und dem Protagonisten die Geschichten scheinbar nicht ausgehen. Aber was heißt eigentlich "wenig Battlerap"? Wer die Battleeinlagen des Spokenviewers so schätzt, wird sich diesmal verdutzt die Haare raufen, nachdem er festgestellt hat, dass "Weihnachten im Elfenbeinturm" nicht einen einzigen Battletrack enthält. Dafür umso mehr Geschichten aus der Platte – wer hätte das gedacht. Eine Prostituierte bleibt zwar nicht bei dir, jedoch hinterlässt "jeder Abschied einen Teil von ihr". "Dreiecksbeziehung" zeigt vielleicht am besten die Verrücktheit, die Morlockk einfach ausmacht. Die Hure, die dir den Tripper mitbringt, der Mann, der sie blutig schlägt – der Skip-Button wird ausgegraut. Der smoothe Beat Dexters tut sein Übriges. Jener Beatfight-Gewinner scheint nicht umhin zu kommen, tunlichst viele Einflüsse auf den Hörer wirken zu lassen, den Hang zum Samplen quasi angeboren. Auch Hiob weiß auf "Müllschlucker" zu gefallen. Das gefütterte Monster im Müll-Container, das die Außenwelt nicht sehen darf, ist wohl der personifizierte Plattenbau – könnte man zumindest meinen. Dabei hat sich Dexter hier wohl von "Soft Machine" inspirieren lassen, deren Song "A certain kind" verdächtig große Ähnlichkeit mit der Melodie von "Müllschlucker" zeigt. Geradezu großzügig zeigt man sich durch das Bereitstellen aller Instrumentale. Ohne weiteres Entgelt kommt der gemeine Morlockk-Fan in den Genuss der musikalischen Untermalungen, die es allemal wert sind, unberappt gehört zu werden.

Fazit:
Selbst übertroffen hat sich der Spokenviewer bei seiner Zusammenarbeit mit Dexter zwar nicht, aber Erwartungen durchaus erfüllen können. So bleiben die teilweise doch sehr mitreißend erzählten Geschichten – von äußerst samplelastigen Instrumentals untermalt – hängen und wissen auch nach mehrmaligem Hören noch zu gefallen. An musikalischer Qualität hat Morlockk Dilemmas Musik dadurch, dass er nur noch EPs publizieren möchte, nicht eingebüßt. Ich wage sogar zu behaupten, mehr Struktur erkennen zu können als zuvor. Ein echter Kritikpunkt ist allerhöchstens das Kamp-Feature, dem ich leider nichts abgewinnen kann, aber das zeigt, auf welchem Niveau hier kritisiert wird. So bleibt "Weihnachten im Elfenbeinturm" eine überdurchschnittliche Platte und wird mich noch eine Weile für sich beanspruchen. Morlockko Plus, Hieronymuz und Dexter wünsche ich gutes Gelingen für den Beatfight 2012.


(Die Robbe)



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