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Caput – Uncaputbar

veröffentlicht: Sonntag, 15.07.2012, 16:30 Uhr

Autor: Woodfellas



01. Zu Haus feat. Moe Mitchell
02. Widerstand
03. Unterdrücker
04. Soner
05. Immer auf Film
feat. Faiz
06. Taschentuch feat. Moe Mitchell, K-Porto & FishAir
07. Verfassung
08. Hin und Her
feat. Geehan
09. Erinnern
10. Die Welt ist Caput
11. Das Feuerzeug
12. Schüttel dich ab
feat. Moe Mitchell
13. Nur Musik feat. RanDMc, Gehaan & Devyl D
14. Du bist es feat. Sefo

2009 ist "Optik Records" von der Deutschrap-Bildfläche verschwunden, drei Jahre später sind dessen ehemalige Mitglieder produktiver als je zuvor. Nach den Releases von Moe Mitchell und Ercandize unternimmt nun Caput mit "Uncaputbar" einen weiteren Versuch, auch ohne Kool Savas im Hintergrund von einem breiten Publikum wahrgenommen zu werden. Bisher ist ihm das eher weniger gelungen, obwohl der Künstler auf vorangegangenen Releases soliden Flow unter Beweis stellen konnte und zuverlässig auf einem technisch anspruchsvollen Niveau rappte. Die Attribute "solide" und "zuverlässig" erinnern allerdings auch nicht an einen herausragenden Rapper ... Sie erinnern eher an einen Volvo. Er stellt seine Fans zwar zufrieden, auf den Straßen wird er zwischen schnittigen Sport- und großen Geländewagen aber leicht übersehen. Vermag "Uncaputbar" dies zu ändern? Schafft es Caput, dieses Jahr ein echtes Unikat abzuliefern? "Uncaputbar", im Sinne von unverwüstlich, ist ein Volvo mit Sicherheit; aber ist er auch unverwechselbar?

Das über Caputs eigenes Label "Eizenwald" erschienene Album beginnt vielversprechend. Auf ein Representer-Intro nach Schema F wird verzichtet, stattdessen liefert der Iserlohner mit "Zu Haus" einen Track über Heimatverbundenheit, ohne die eigene Stadt in übertriebenen Pathos zu hüllen. Nach dem Motto "weniger ist mehr" reichen im Beat Drums und Piano aus, um die Zeilen des Rappers atmosphärisch dicht zu untermalen. Abgerundet wird das Ganze durch eine starke Hook mit viel Soul, gesungen von Moe Mitchell. Soulige Gesangsbeiträge begegnen dem Hörer im Verlauf des Albums immer wieder und können als roter Faden betrachtet werden. In Verbindung mit Caputs Flow sorgen sie für eine Menge Homogenität. Aber eben diese Homogenität, und somit auch der rote Faden, verschwindet streckenweise leider gänzlich. Der Künstler schafft es nicht, das vorhandene Potenzial über die Dauer von 14 Anspielpunkten zu halten. Dies ist vor allem bei den Representern auffällig; die Hooks wirken hier einfallslos und die Punchlines kommen nicht übers Mittelmaß hinaus:

"Wir schieben immer noch Optik, bis wir Brillen brauchen/
Ich bring' den Eizenwald und kill' einfach alle, die mir vor die Flinte laufen/
(...)
Was ihr macht, macht weniger Sinn als Döner bei Kik zu kaufen/
Noch weniger Sinn als: 'Ich geh' heute auf 'nem Aschenplatz Schlittschuhlaufen'/
"
("Soner")

Ein Volvo ist nun mal kein Porsche, die große Show und PS-Protzerei zählen nicht zu seinen Stärken. "Uncaputbar" hat aber sehr wohl starke Momente zu bieten, die immer dann aufblitzen, wenn Caput ernstere Töne anschlägt. Ein Song über finanzielle Sorgen in einem Umfeld von Drogen und Gewalt ist zwar bei weitem nichts Neues, zählt dank starker Bassline und noch stärkeren Lyrics aber zu den Highlights des Albums ("Die Welt ist Caput"). Dasselbe gilt auch für "Schüttel dich ab", auf dem eine verflossene Liebe verarbeitet wird, oder "Erinnern", der Unbeschwertheit und Freundschaft aus Kindertagen behandelt. Alles thematisch schon mal da gewesen, lyrisch dennoch überzeugend. Auch ungeschönte und kritische Reflexionen des Traums einer großen Musikerkarriere werden authentisch vorgetragen, gerade der starke Kontrast zu den unnötigen Representern wie "Immer auf Film" machen diese Art von Tracks umso sympathischer.

"Alles in allem halten wir es aus, halten uns auf/
Mit Illusionen, und bevor wir es merken, sind wir längst alt und grau/
Nicht mit mir, ich bin trotz der ganzen Kälte nicht erfroren/
Halte den Blick nach vorn/
"
("Nur Musik")

Glücklicherweise unterläuft Caput nie der Fehler, einen ausgereiften Flow aufgrund thematischer Tiefe zu vernachlässigen. Im Grunde hat der Rezipient es auf "Uncaputbar" nicht mit einem, sondern mit einer Vielzahl von Flows zu tun, die sich den Gegebenheiten der Beats anpassen. Einziger Makel ist in diesem Fall "Widerstand", da die Doubletime-Passagen zwar technisch sauber, aber auch ein wenig verkrampft und somit nicht kohärent vorgetragen werden.
Ein weiterer positiver Aspekt des Albums ist, dass Caput die schmale Gratwanderung meistert, politische Themen anzusprechen, ohne dabei plumpes Halbwissen und aufgesetzt wirkende Weisheiten auf den Takt zu packen. Lyrischer Höhepunkt des Albums ist eindeutig "Verfassung". Der Künstler berichtet über die sogenannten "Dönermorde" und bringt die Thematik rechtsextremistischer Gewalt innerhalb von drei Strophen mit Nachdruck auf den Punkt:

"Ihr habt die Springerstiefel abgelegt, Schlangenweg/
Gedanken sind dir nicht anzusehen/
Doch frag dich selber: Warum seid ihr in der Minderheit?/
Weil jeder außer euch begreift, was Geschichte zeigt/
"
("Verfassung")

"Uncaputbar" hat großes Potenzial, leider legt sich der ehemalige Optik-Rapper selbst Steine in den Weg. Größtes Manko sind eindeutig die Rapfeatures. Beispielsweise rappt K-Porto viel zu überhastet, Devyl D bringt gänzlich uninspirierte Zweckreime wie "krasse Bauern" auf "Gassenhauer" ("Nur Musik") und RanDMc versucht es mit Englisch auf Siebtklässler-Niveau. Diese Featuregäste sind unbeschriebene Blätter, woran "Uncaputbar" auch nichts ändern wird, da die genannten Rapper das Album keineswegs bereichern, sondern abwerten.
Die hauptsächlich von Baloko produzierten Beats sind hingegen weitestgehend gut gewählt, da sie den Lyrics des Künstlers Platz lassen, anstatt sie zu übertönen. Wie bereits anfangs erwähnt, reichen ein paar trockene und harte Drums, sowie die ein oder andere Piano- und Streichermelodie aus, um den Kopf ordentlich zum Nicken zu bringen. Den Gipfel der musikalischen Innovation sucht der Rezipient allerdings vergebens.

Fazit:
"Uncaputbar" hätte ein sehr gutes Album werden können, leider fehlt dem Werk die letzte Konsequenz. Der Verzicht auf halbherzige Representer und suboptimale Features hätten einen in sich stimmigen Langspieler zur Folge gehabt, so muss sich der Hörer mit einem durchaus soliden, aber keineswegs unverwechselbaren Rap-Album zufrieden geben. Einige Male schafft es unser Volvo durch Sonderausstattungen in Form von Flowvariation und guter Thementracks zu glänzen, für die Überholspur reicht das aber nicht.


Marvin Nix (Woodfellas)



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