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Brutos Brutaloz – Brutalo Style

veröffentlicht: Dienstag, 21.08.2012, 18:37 Uhr

Autor: TonySunshine



01. Lange gewartet
02. Ihr kriegt mich nicht
03. Hustlen
feat. MC Bogy & Pablo SOK
04. Lichterfelde Boss
05. Herzlos und eiskalt
feat. G-Mak und Seyfu
06. Wieder unterwegs feat. Kalle MC
07. High Society
08. Gute und schlechte Zeiten
09. Deine Lieblingsficker
feat. Fucking Fella
10. Komm und hol mich feat. Duell
11. Lieferung Stoff
12. Russenhustler
13. 5 Tage wach
14. Geh da nicht hin
15. Ticker abgezockt
16. Der Rubel rollt


Die Frage nach der legendärsten Punchline der deutschen Rapgeschichte ist gewiss eine interessante und viele verschiedene aufeinandertreffende Geschmäcker werden die Beantwortung sicherlich noch enorm erschweren. Die einen Lines werden wohl häufiger genannt, die anderen seltener. Eine zweifellose Anwärterin auf die gesuchte Zeile aller Zeilen stammt aus einer Ecke, die man eventuell nicht sofort danach durchforsten würde: Der Verfasser ist nämlich niemand Geringeres als Brutos Brutaloz aus Berlin-Lichterfelde, dem Zentrum des Doping-Businesses. Dieser brachte folgende Zeile zu Papier, die dem ein oder anderen mit absoluter Sicherheit auch nach einigen Jahren noch ein Begriff sein dürfte: "Du bist Weltmeister im Wegrennen, Europameister im Flennen".
Wer steckt hinter solchen Zeilen, möchte man eventuell wissen – und was treibt so jemand den lieben langen Tag? Hier die Antwort: Wir konnten durch einige schweißtreibende Recherchearbeiten in Erfahrung bringen, wie ein Tagesablauf im "Brutalo Style" aussieht. Nun ja, beginnen wir ganz von vorne. Auch bei einem Brutalo beginnt der Tag mit dem Klingeln des Weckers. Eine althergebrachte 8:00-15:00 Uhr-Tätigkeit läutet – selbst in Anbetracht der derzeitigen wirtschaftlichen Lage – dieses dann aber mitnichten ein:

"Arbeiten für einen Niedriglohn für irgendeinen Hurensohn ist für mich kein Job/
Ich mach' mein eigenes Brot, trotz des Risikos – wer weiß, was morgen kommt?/
Finanzkrise/
"
(Brutos Brutaloz auf "Lange gewartet")

So werden stattdessen eben auf eigene Faust Ticker abgezockt, Massen an Stoff selbst an Kunden im Kindesalter weitergehandelt und – man gönnt sich ja sonst nichts – hin und wieder auch eine kleine Rast eingelegt. Ganz zur Ruhe kommt man allerdings auch dann noch nicht: "Ich vergewaltige deine Alte in der Mittagspause". Nach diesem wohlverdienten Päuschen macht man sich wieder ans Geschäft, doch erste Differenzen mit einem Kunden kommen auf: "Mein Telefon klingelte/ das Opfer rief mich ständig an, sie sind uns hinterhergefahren/ irgendwann ham' sie sich verfahr'n, dann sind wir weitergefahr'n". Zu allem Überfluss erfährt der Dopingbaron nun auch noch, dass ihm die Polizei im Nacken sitzt. Die Anzahl der Anklagepunkte: nahezu unüberschaubar. Für viele höchstwahrscheinlich ein Anlass für einen Herzanfall, entgleitet dem Hustler aus Lichterfelde nur ein müdes Lächeln und er gibt sich zuversichtlich, dass er auch dieses Mal ohne Probleme davonkommt und erzählt grinsend einen Schwank aus vergangenen Tagen:

"Sie waren dicht auf den Fersen, doch ich kam davon/
Sie fanden nicht raus, wo der Hustler wohnt/
Wohnt er vielleicht auf dem Mond oder doch in Lichterfelde/
Ihr werdet's niemals seh'n, auf nie mehr Wiedersehen/
"
(Brutos Brutaloz auf "Ihr kriegt mich nicht")

Da die Stimmung gerade locker und entspannt ist, beschließt Brutos, die Arbeit für den heutigen Tag niederzulegen und sich spaßigeren Dingen hinzugeben. Die Abendstunden brechen nämlich langsam an und da heißt es für den "Russenhustler", dass in den Club gesteppt wird. Und wenn ein Brutos Brutaloz feiern geht, hat das mit einem Wanderausflug der katholischen Pfarrjugend natürlich herzlich wenig am Hut. Der Checkerblick wird ausgepackt und man stellt schnell fest: "Hu, da ist ja eine geile Schlampe". Als Mann der Tat werden sofort Scheine geworfen, dem Objekt der Begierde Liquid Ecstasy ins Glas gemischt und der todsicherste Anmachspruch aus seinem Repertoire abgefeuert: "Komm und mach dich locker/ sei mal kein Opfer, trink mal Wodka". Und schon nimmt der Abend seinen Lauf und eskaliert, gerade so, wie es sich gehört:

"Ich weiß manchmal nich' mal mehr, wie ich heiße/
Wenn ich vom Feiern komme, bin ich meistens/
Zu nichts zu gebrauchen, die nächsten zwei bis drei Wochen/
Liege ich dann nur noch faul auf dem Sofa/
Dopingsünder, Partyprofi/
Ich trink' meinen Voddi und zieh' mein Koki/
"
(Brutos Brutaloz auf "Wieder unterwegs")

Einige Zeit später steht für den "Russenhustler" ein Treffen mit der rappers.in-Redaktion an. Anlass dafür ist die Bekanntgabe der Bewertung seines Albums "Brutalo Style". Zu meinem größten Glück war meine Wenigkeit der zuständige Rezensent und mein Schicksal, somit eventuell mein Gesicht als Trainingsschauplatz für den Anabolikabizeps des Lichterfelde Boss' zur Verfügung zu stellen, falls die Bewertung dem Künstler missfallen sollte. Mit zitternden Beinen fiebere ich dem anstehenden Moment entgegen und gehe in mich. "Wie könnte ich 'selbst die Minimalanforderungen an eine halbwegs akzeptable Raptechnik bei Weitem verfehlt' etwas indirekter formulieren? Und wieso fällt mir einfach kein Euphemismus für 'musikalisch unbrauchbar' ein?", zerbreche ich mir den Kopf. "Ich kann ihm doch nicht ernsthaft davon erzählen, dass ich bereits beim Hören mancher Beats fast in Gelächter ausgebrochen bin?! Und dass selbst MC Bogys Reime neben seinen Gold wert sind, findet er sicher nicht witzig. Aber wenn ich ihn anlüge, bemerkt er es bestimmt und das verschlimmert die Situation womöglich noch ..." Am Rande der Verzweiflung beschließe ich letztendlich, die Situation spontan einzuschätzen und nehme für die Bewertung für den Worst Case einfach sechs Mics auf Reserve mit. Völlig verkatert – es sind schließlich keine 15 Tage seit seinem letzten Rausch verstrichen – und dementsprechend eher wenig zu Späßen aufgelegt, sieht mir Brutos bei seiner Ankunft nur kurz bitterböse in die Augen, greift sich sämtliches Gepäck, das ich dabei habe, und brüllt: "Ich kam, sah und nahm, nahm dir alles weg/ ich nahm dir alles weg und dann war ich auch schon weg." Die sechs Mics behält er somit natürlich auch für sich ...


(TonySunshine)



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