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Bosca – König der Luft

veröffentlicht: Dienstag, 21.08.2012, 08:40 Uhr

Autor: ProRipper



01. Intro
02. König der Luft
03. Hier bei uns
04. Schlagstock
05. Alles richtig gemacht?
feat. Krykz
06. In meinem Frankfurt feat. Vega
07. Kämpferjungs feat. Twin
08. Unser Tag
09. Sonntags in der Zeitung feat. Ali B
10. Outro

Die Szenerie: ein kleiner Bahnhof, irgendwo in der Frankfurter Umgebung. Der Regionalexpress Richtung Fußballstadion wartet noch ein paar Sekunden, bevor die Türen hinter den Fahrgästen geschlossen werden. Die Zeit: Wochenende. Freund von Niemand Bosca ist zwar gerade erst aufgestanden, fühlt sich allerdings noch vom Vorabend ziemlich gerädert. "Wozu mach' ich den Scheiß?!", fragt er sich, während er abgehetzt und ohne Kaffee im Magen aus dem Haus stürmt. "Blick auf die Uhr, es ist spät, verdammt/ und ich renn' die letzten 100 Meter runter so wie jedes Mal." In letzter Minute erreicht er seinen Zug. "Jungs, was geht ab?!", schreit er in die nur allzu vertraute Runde, die sich da im Abteil breit macht, das strikte Rauchverbot der Deutschen Bahn gekonnt ignoriert und ein paar Beck's killt. Ja: Die Fußballsaison hat wieder begonnen. Und das lässt natürlich auch die Frankfurter Ultras nicht kalt, oder besser: vor allem die Frankfurter Ultras. Denn die sind gerade unterwegs zum nächsten Eintracht-Spiel. Und was darf da auf keinen Fall fehlen? Richtig! Der dazu passende Sound.

"Hab' mir den nächsten freien Vierer geschnappt, seh' das Bier und Denk': 'Fuck!'/
Ich wollt' heut' slow machen – scheiß drauf, gib mir den Schnaps/
Kann die Zivis seh'n, deshalb versteck' ich das Ott/
Und der Rest des Abteils denkt sich: 'Fick die Cops!'/
Ballern uns paar Stunden durchs Land/
Und jede Alte im Wagen denkt: 'Diese Jungs sind doch krank'/
"
(Bosca auf "Unser Tag")

Unter dem Titel "König der Luft" präsentiert Bosca den dritten Teil der "UltraKaos"-EP-Reihe aus dem Hause seiner gleichnamigen Crew, die einzig und allein einem Zweck dienen soll: für die richtige Atmosphäre in den Reihen der Jungs sorgen, wenn's mal wieder zu einem Auswärtsspiel geht. Oder zu einem Heimspiel. Oder generell eben zum Fußball. Was aber auf keinen Fall heißen soll, dass "König der Luft" nur für Fußballfans interessant sein dürfte – nein, auch solche Rapfans, die generell auf den düsteren Sound von Bosca, Vega und den Freunden von Niemand stehen, dürften Gefallen an der EP finden. Diejenigen, die von Bosca eher ruhigere Töne gewohnt sind und auf seinem im vergangenen Jahr erschienenen Debütalbum "Fighting Society" noch ein paar echte Banger und Ausraster-Songs vermisst haben, sogar noch mehr. Denn "UltraKaos" bedeutet: Staatshass, Randale und übermäßige Sauforgien auf bösen Beats, die von Orchestern, Chören und harten Drums durchzogen sind. So ist es wenig verwunderlich, dass sich unter den zehn Anspielstationen keine einzige wirklich deepe Nummer befindet. Allenfalls der Track "Alles richtig gemacht?" lässt ein wenig Selbstreflexion durchklingen – aber das auch nur in Maßen.

"Und dann frag' ich mich manchmal: 'War es der richtige Weg?'/
Ich werd's wahrscheinlich erst versteh'n, wenn ich ihn nicht mehr so geh'/
Und bis dahin renn' ich weiter mit Gestörten durchs Land/
Und bringe das, was ich so seh', durch diese Wörter aufs Band/
"
(Bosca auf "Alles richtig gemacht?" feat. Krykz)

Ansonsten geht es auf "UltraKaos 3" dann doch eher rau zu. Wie bereits erwähnt: An allen Ecken und Enden wird der Hass auf die Staatsgewalt, die sich ganz gerne mal mit Schlagstöcken ins Hooligan-Geschehen einmischen möchte, zelebriert und es wird getrunken, bis man am nächsten Morgen schon breit aufsteht. Dabei entstehen dann natürlich denkwürdige Geschichten und Trips, von denen man gerne mal erzählt. Beispielsweise auf dem Titel "Unser Tag", der mit Storytelling-Elementen eine der Fahrten zum Auswärtsspiel beschreibt. Aber das alles passiert natürlich nicht ohne den nötigen – man kann das Wort in Zusammenhang mit den Freunden von Niemand wohl einfach nicht ausblenden – Pathos. "Der Adler bleibt der König der Luft", heißt es da im quasi-titelgebenden Song. Straßenmentalität, Loyalität unter den eigenen Leuten und Anfeindungen gegenüber denen, die aufmucken wollen – das alles bringt Bosca mit emotionsgeladener Bildgewalt in den Texten rüber. Das prägt sich ein. Leider lässt es sich bei einer solchen Platte dann und wann nicht vermeiden, dass streckenweise Monotonie aufkommt, und so hat man schon nach gut der Hälfte der EP das Gefühl, dass der Wiesbadener inzwischen alles gesagt hat, was es zu sagen gab, und sich nur noch wiederholt. Gleiches gilt für die Instrumentals, für deren Entstehung Johnny Pepp, Cristal, Cubeatz und Bero Beatz verantwortlich zeichnen. Die Beats sind dabei allesamt wunderbar ausproduziert und benutzen so ziemlich jedes Instrument, das zu den pathetischen Texten und dem druckvollen Flow von Bosca passt – also Violinen und Pianos. Aber kann man Bosca das wirklich übel nehmen? Wohl eher nicht. Und wenn einer unserer Leser an dieser Stelle der Meinung sein sollte, dass der Frankfurter Ultra-Sound doch auch wunderbar zu Techno- oder Gitarren-Samples passen würde, möge er jetzt die Hand heben. Bei den "Kämpferjungs" läuft das alles eben noch etwas anders ab ...

"Und mein Frankfurt gibt ein' Fick auf dein Team/
Wo zwischen großen Eichen Männer steh'n, mit Clips in den Jeans/
Fackeln in der Cargo, Natz in Packs am Bahnhof/
Ja, wir können reden, aber was ist mit den Chabos/
Mein Frankfurt macht euch kurzen Prozess/
Hier zwischen Skyline und Huren am Strich – was weißt du, Junge/
Führ' ein Leben zwischen Leuchtclips und Speedpaste/
Wir sind Freunde von Niemand/
"
(Vega auf "In meinem Frankfurt")

Was ein wenig Abwechslung in die EP hätte einbringen können beziehungsweise sollen, sind die Featureparts. Während Adlerjunge Vega ein paar super nach vorne gehende Zeilen inklusive überraschender Flowvariation – nein, kein Sarkasmus – auf "In meinem Frankfurt" hinschmettert, tragen auch die "UltraKaos"-Crewkollegen Krykz, Twin und UF-Legende Ali B ihren Teil bei. Allerdings bleibt es beim "Sollen", denn sich wirklich ein wenig von Boscas Texten abzuheben, das gelingt kaum einem Part. Eher sogar im Gegenteil: Mit Ausnahme von Vega schaffen es die anderen Acts mit Mühe und Not, textlich noch in etwa auf Augenhöhe mit dem Hauptprotagonisten zu bleiben. So fallen die Featureparts weder wirklich störend ins Gewicht, noch überraschen sie auf positive Weise. Vielmehr erscheinen sie einfach überflüssig.

Fazit:
Die Szenerie: das Schlafzimmer. Die Zeit: Montag. "Aufsteh'n, zum Job, siehst die Welt noch verschwomm'n/ und du hoffst, dass der Samstag nur schnell wiederkommt", heißt es da im "Outro". Man hört es Bosca schon an – er lebt für seine "UltraKaos"-Jungs und steckt all sein Herzblut in ein solches musikalisches Projekt rein. Seinen Zweck hat "König der Luft" auch definitiv erfüllt, denn die EP ist genau das, was sie sein möchte: der perfekte Sound für die Frankfurter Ultra-Riege und der perfekte Sound für Fans von pathetischer Auf-die-Fresse-Musik. Wem "Fighting Society" noch zu seicht war und wer an der durchwegs düsteren Stimmung Gefallen findet, der kann mit der neuesten EP des Wiesbadener Freunds von Niemand jedenfalls nicht viel falsch machen. Und zwar auch ohne Fußball-interessiert zu sein.


Pascal Ambros (ProRipper)



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